
Alex Vinatzer und Giovanni Franzoni haben eine gemeinsame Medaille bei den Olympischen Spielen verpasst. © APA/afp / DIMITAR DILKOFF
Vinatzer: „Habe mich bei Giovanni entschuldigt“
Gemeinsam mit Giovanni Franzoni griff Alex Vinatzer in der Team-Kombination bei den Olympischen Spielen nach einer Medaille und träumte sogar von Gold. Doch der Südtiroler erlebte einen bitteren Dämpfer. Im Anschluss nahm er die Schuld für das verpasste Edelmetall auf sich.
10. Februar 2026
Aus Bormio

Von:
Alex Raffeiner
Der Medaillen-Traum in der Team-Kombination wurde für Alex Vinatzer zum Drama. Der 26-Jährige gestand, dass ihn die Situation überfordert hatte. „Ich habe dem Druck nicht standgehalten. Ich war brutal aufgeregt“, gab der Grödner zu.
„Olympia zu Hause ist das Größte, was es gibt für einen Sportler“, betonte Vinatzer. Giovanni Franzoni habe ihm die Chance auf eine Olympia-Medaille eröffnet. „Er hat eine super Leistung in der Abfahrt gezeigt, er hat geliefert. Nun lag es an mir, diese Chance zu nutzen. Ich stand da oben, als Letzter, vor unserem Heim-Publikum. Ich musste mir, aber auch Giovanni diese Medaille sichern. Das hat mich einfach stark belastet. Ich war nicht in der Lage, meine Leistung zu bringen“, sagte Vinatzer.
Am Ende bleibt nur Platz sieben
Der 26-Jährige aus Wolkenstein fuhr im Slalom nur die 18. Zeit. Am Ende fielen Franzoni und Vinatzer auf den siebten Rang zurück. „Ich habe mich bei Giovanni entschuldigt“, sagte ein völlig enttäuschter Vinatzer. „Er hätte die Medaille verdient. Ich habe es versucht, aber nicht hinbekommen.“Alex Vinatzer erlebte einen bitteren Einsatz in Bormio. © ANSA / GUILLAUME HORCAJUELO
Die Piste sei sicher nicht das Problem gewesen. „Nef hatte kurz davor einen Traumlauf hingekriegt. Ich wollte nicht zu viel riskieren, ich fuhr ja nicht alleine, sondern auch für Giovanni. Den Steilhang bin ich kontrolliert gefahren, ich wollte Fehler unbedingt vermeiden“, analysierte Vinatzer seine Fahrt. „Ich wusste, dass es schwer sein würde, Nef nach seinem Super-Lauf zu schlagen.“ Es galt zumindest in den Medaillenrängen zu bleiben, doch Vinatzer litt unter dem Erfolgsdruck und zerbrach.
Vinatzer: „Wollte locker fahren, aber ...“
Er verlor nicht nur oben im anspruchsvolleren Teil, sondern auch im unteren Mittelabschnitt – allein dort waren es er über sieben Zehntelsekunden. Der Medaillen-Traum zerplatzte. „Zwischen der zweiten und dritten Zwischenzeit habe ich viel zu viel Zeit liegen gelassen“, gab Vinatzer zu. „Ich wollte locker fahren, war aber viel zu rund unterwegs“, so der Grödner.„Es ist ein trauriger Tag für mich, aber es geht weiter und ich werde wieder aufstehen.“ Alex Vinatzer
„Wäre ich allein gewesen, hätte ich mich vermutlich leichter getan, hätte mehr riskiert“, sagte Vinatzer. „Skifahren ist Einzelsport, in der Team-Kombi fährt man als Mannschaft. Das ist schon ein Unterschied, vor allem emotional fühlt sich das anders an“, sagte Vinatzer. „Es ist ein trauriger Tag für mich, aber es geht weiter und ich werde wieder aufstehen“, stellte der Grödner klar. Im Riesentorlauf am Samstag und zwei Tage später im Slalom will er wieder angreifen.
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