h AlpsHL

Nur schwer zu durchbrechen: Der Defensivverbund des HCP © Optic Rapid/I. Foppa

Das sind die Tops und Flops der AlpsHL

Knapp zwei Monate wurden in der Alps Hockey League gespielt - Zeit ein Zwischenfazit zu ziehen. Hier präsentieren wir unsere Einschätzung, wer bis jetzt geglänzt und wer noch Luft nach oben hat.

TOPS
Rittens, Sterzings und Grödens Scorer

Die sportlichen Leiter der hiesigen Vereine haben im Sommer ein feines Händchen bewiesen. Mathieu Lemay, Slater Doggett (beide Wipptal), Brad McGowan, Matt Wilkins (beide Gröden) und Matt Lane (Ritten) rangieren alle unter den ersten 12 Positionen der Scorerwertung und haben ihre Teams mit ihren Offensiv-Qualitäten in die oberen Tabellenregionen befördert. Kleines Detail am Rande: McGowan ist zusammen mit Tomi Wilenius (Zell am See) der einzige Akteur, der in jedem Spiel mindestens einmal angeschrieben hat.


Alex Frei

Alex Frei spielt eine Bombensaison. © Max Pattis

Wenn es je Zweifel gab, wer der beste heimische Stürmer der Liga ist, dann sind diese nun endgültig ausgeräumt. Es ist Alex Frei. Der Kalterer, der in seiner Karriere schon oft durch Verletzungen zurückgeworfen wurde, sich aber immer wieder zurückgekämpft hat, ist bei den Rittner Buam der Unruheherd. In 13 Partien sammelte er 23 Zähler - kein anderer Südtiroler kommt ihm auch nur in die Nähe. Am ehesten noch Michael Sullmann und Armin Hofer, die jeweils 18 Punkte zu Buche stehen haben.


Pustertals Defensive

Kein ausländischer Verteidiger in den eigenen Reihen? Kein Problem. Der HC Pustertal ist wie bereits im Vorjahr das Abwehrbollwerk der Liga. In 14 Partien haben die Wölfe nur 23 (!) Treffer zugelassen, das sind weniger als zwei pro Spiel - ein Spitzenwert. Zum einen ist das der ungemeinen Tiefe des Kaders zu verdanken, zum anderen aber auch Petri Mattila, der für sein geordnetes Spielsystem bekannt ist. Eine maßgebliche Rolle spielt hierbei auch Colin Furlong, der eine Traumquote von 93,5% aufweist.


Jake Smith

Der Leistungsträger schlechthin in Gröden: Jake Smith © ©studioKOSTNER | www.kostner.info

Jake Smith spielt immer - zumindest zu Saisonbeginn. Der Gröden-Goalie hat bisher keine einzige Minute verpasst und seinem Team schon den einen oder anderen Sieg quasi im Alleingang beschert. Im Schnitt fliegen 39 Pucks pro Spiel auf ihn zu, 93,1% davon kann er entschärfen. Wenn er in diesem Stile weiter hält, dann ist Smith ein heißer Kandidat für die Weltmeisterschaft in der Schweiz. Da Ersatztorwart Leo Kostner nun wieder fit ist, wird aber auch er die ein oder andere Verschnaufpause bekommen.


Cortina

Wer hätte das vor der Saison gedacht? Cortina hat bis jetzt - abgesehen von einem Spiel - immer gepunktet. Das kommt überraschend, denn im Vergleich zum Vorjahr, als die Ampezzaner den Grunddurchgang auf Rang 11 beendeten, hat sich der Stamm der Mannschaft kaum verändert. Klublegende und jetziger Trainer Giorgio De Bettin hat es geschafft, ein Team ohne einen großen Star zu einer Einheit zu formen, die es mit jeder Mannschaft aufnehmen kann.
FLOPS
Brandon McNally

Letztes Jahr bei den Broncos noch absoluter Top-Crack, heuer bei Asiago nur Ergänzungsspieler. Der Transfer von Sterzing ins Veneto hat sich für Brandon McNally (noch) nicht gelohnt. In 9 Partien hatte der US-Amerikaner bei lediglich 5 von 54 Asiago-Treffern seine Finger im Spiel. Zudem hat er schon 30 Strafminuten kassiert. Zeit seine Punkteausbeute zu verbessern, gibt es noch genügend, doch ein vielversprechender Beginn sieht anders aus.


Wipptals Hintermannschaft

Vor dem Wildpferde-Tor brennte es immer wieder lichterloh. © Oskar Brunner

So treffsicher die Offensive der Wildpferde auch ist, so wackelig ist ihre Defensive. 45 Gegentreffer sind gleichbedeutend mit dem 14. Rang in dieser Wertung. Nur die Steel Wings Linz, der EC Bregenzerwald, die VEU Feldkirch und der KAC II haben mehr Treffer kassiert. Wollen die Broncos um die Playoff-Plätze kämpfen, muss Trainer Dustin Whitecotton hier Hand anlegen.


Teams aus Österreich

Wenn man sich die ersten 6 Tabellenpositionen vor Augen führt, dann sucht man vergeblich nach einer Mannschaft aus Österreich. Das beste Team, die VEU Feldkirch, ist zwar mit Ritten und Sterzing gleichauf, doch die Ambitionen für einen Verein, der in die EBEL drängen will, sind wohl andere. Auch Lustenau kann mit der aktuellen Tabellensituation nicht zufrieden sein: 21 Punkte bedeuten nur Rang 10. Übrigens: Die letzten 6 Positionen werden allesamt von österreichischen Vereinen eingenommen.


Asiago und die Fairness

Die Stellati waren noch nie für das faire Spiel bekannt. In dieser Saison wollen Bösewicht Phil Pietroniro & Co. aber besonders gerne in die Kühlbox. Schon 219 Strafminuten hat die Truppe von Barry Smith kassiert. Keine andere Mannschaft kommt diesem unrühmlichen Rekord auch nur in die Nähe - eigentlich schade, denn mit unnötigen, aber vor allem gefährlichen Aktionen bringt sich das technisch hochversierte Team vom Hochplateau oft selbst um den Lohn. Und das Image als Rüpel-Mannschaft wird es somit auch nicht los.


Zuschauerzahlen

Zwar war in den letzten Partien ein leichter Aufwärtstrend erkennbar, doch die Zuschauerzahlen in Italien und Südtirol sind - in Anbetracht des attraktiven Eishockeys, das geboten wird - sehr dürftig. Sterzing, Gröden, Fassa und Asiago haben durchschnittlich rund 500 Fans im Rücken, Cortina sogar nur 430. Auch in Klobenstein werden an Spieltagen selten 600 Tickets an den Mann gebracht. Die einzige heimische Klub, der in diesem Ranking weit oben angesiedelt ist, ist der HCP mit rund 900 Fans pro Spiel. Den Brunecker Kassier, der in Vergangenheit schon höhere Zahlen verzeichnen konnte, reißt dies aber auch nicht vom Hocker.

Autor: leo

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