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Quo vadis, Mailand? © Facebook

Die Alps Hockey League schrumpft: Mailand sagt Ciao

Die AlpsHL verliert einen Zuschauermagneten, einen traditionsreichen Standort, ihre größte Stadt – aber zugleich auch ein leidiges Problemkind: Mailand hat sich mit diesem Donnerstag aus der länderübergreifenden Liga verabschiedet.

Hockey Milano Rossoblu entstand vor einigen Jahren aus den Milano Vipers und sollte deren glorreiche Vergangenheit auffrischen. Anfangs war von russischen Millionen-Beträgen und dem Wechsel in die KHL die Rede, im Sommer 2018 wurde es schließlich die um Welten kleinere Alps Hockey League. Doch es sollte ein kurzes Intermezzo sein. Denn nach nur 12 Monaten, während denen klubintern pures Chaos herrschte, ziehen sich die Lombarden zurück und stellen die mehr als 100-jährige Eishockeytradition in der Modemetropole neuerlich mächtig auf die Probe.

Erst vor wenigen Wochen hatte Milano Rossoblu seine sportlichen Rechte in der AlpsHL an die Milano Bears abgetreten. Deren Verantwortliche hofften auf einen positiven Ausgang der Olympia-Kandidatur Mailands und neuen Rückenwind für ihre Infrastrukturprojekte. Mittlerweile erhielt die Großstadt im Norden Italiens sehrwohl den Zuschlag für die Winterspiele 2026, doch von Aufbruchstimmung im Eishockey ist keine Spur – im Gegenteil.

Über die Serie C wieder nach oben?
Das Unterfangen AlpsHL wurde offenbar bereits seit längerem ad acta gelegt, doch auch für eine Teilnahme an der höchsten rein italienischen Liga hat es nicht gereicht. „Aufgrund der schleppenden Neustrukturierung im Verein konnten wir die Einschreibefrist für die IHL nicht einhalten. Wir werden somit im West-Kreis der Serie C antreten“, heißt es auf der Facebook-Seite von Hockey Milano Rossoblu. Am 25. Juli wollen die Verantwortlichen den Klubnamen, das Organigramm bekanntgeben und ihre Zukunftsvisionen präsentieren.

Ein Bild aus alten Zeiten: Verein, Spieler und Fans bilden in Mailand längst keine Einheit mehr. © Facebook

Welche Personen sich hinter dem Posting verbergen, ist aber immer noch unklar. Fakt ist, dass Pompeo Guarnieri, der mit provokanten Aussagen und undurchsichtigen Machenschaften einen Großteil der Anhängerschaft vergrault hat, nicht mehr als Präsident fungiert und sich offenbar vom Eishockey abgewendet hat. Aus Fankreisen ist zu vernehmen, dass die potenziellen Nachfolger den Kontakt zur Mailänder Bevölkerung suchen und mit ihr ein gemeinsames Projekt auf die Beine stellen. Offenbar stehen sie bereits im regen Austausch mit der eigenen Fankurve, die die abgelaufene Saison den Großteil der Heimspiele boykottiert hat.

Ob daraus ein seriöses Konzept entsteht, ob man als Rossoblu oder Bears in die Serie-C-Saison startet und ob die Eishockey-Stadt Mailand endlich zur Ruhe findet – hinter allem steht noch ein großes Fragezeichen. Fest steht nur: Die Alps Hockey League wird künftig 18 anstatt 19 Teams umfassen.

Teilnehmer Alps Hockey League 2019/20:
HC Pustertal
Rittner Buam
HC Gröden
Wipptal Broncos
Asiago Hockey
Fassa Falcons
SG Cortina
EHC Lustenau
VEU Feldkirch
Vienna Capitals Silver
EK Zell am See
EHC Bregenzerwald
EC KAC II
EC Kitzbühel
Steel Wings Linz
Red Bull Juniors
HK SZ Olimpija
HDD Jesenice

Autor: fop

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