h AlpsHL

Pustertal und Ritten zählen auch in dieser AlpsHL-Saison zur absoluten Elite. © M. Pattis

Halbzeit in der AlpsHL: Der große SportNews-Check

Momentan liegen alle Südtiroler Mannschaften in der Alps Hockey League auf einem Playoff-Platz. Doch wie haben sich Pustertal, Ritten, Sterzing und Gröden bisher geschlagen? Teil 1 der SportNews-Analyse schaut auf das Geschehene zurück und wirft gleichzeitig einen Blick voraus.

HC Pustertal

gander © Vanna Antonello

Vor der Saison war klar, dass der HCP vorne mitspielen würde. Doch wohl keiner hätte darauf gewettet, dass die Wölfe nach 21 Spielen mit nur einer Niederlage dastehen würden. Der Hauptgrund, weshalb die Mannschaft von Petri Mattila derart die Liga dominiert, obwohl Leistungsträger wie Cody Corbett und Teemu Virtala verletzungsbedingt nur rund die Hälfte der Partien bestritten haben, liegt auf der Hand: Keine Mannschaft hat auch nur im Ansatz die Kaderbreite der Wölfe. Sei es im Sturm als auch in der Verteidigung können Ausfälle ohne drastischen Qualitätsverlust kompensiert werden.

Der HCP spielt kein Hurra-Eishockey, alles hat einen Plan und ist gut durchdacht. Im Spiel nach vorne werden die Chancen eiskalt ausgenutzt (12,92% der abgefeuerten Schüsse landen im Netz des Gegners - Liga-Bestwert). Defensiv lassen Helfer & Co. wenig bis gar nichts zu. Dass die Wölfe um Längen die beste Verteidigung der Liga haben, überrascht demnach nicht. Hierbei spielt neben dem funktionierenden System auch Torwart Colin Furlong eine große Rolle. Der Kanadier konnte unglaubliche 96% der Schüsse, die auf sein Tor kamen entschärfen. Wenn der HCP mit dieser Konstanz und Abgebrühtheit weiter spielt, wird ihnen der erste Meistertitel der Vereinsgeschichte nur schwer zu nehmen sein.

Rittner Buam

fink © Max Pattis

Nach der letzten Saison hatte der Vize-Meister viele Abgänge zu verkraften. Neben Leistungsträgern wie Christian Borgatello, Roland Hofer oder Tommaso Traversa verließen auch alle vier Imports das Hochplateau. Unter diesen Voraussetzungen hatte die Mannschaft am Anfang der Saison Probleme in den Tritt zu kommen, weil zum einen Thomas Tragust nicht wunschgemäß hielt und zum anderen die neu formierte Mannschaft sich erst finden musste.

Riku-Petteri Lehtonens Männer steigerten sich aber von Spiel zu Spiel und blieben im ganzen November ohne Punktverlust. Vor allem Tragust, der zu Beginn der Saison nicht überzeugte, präsentierte sich in den letzten Spielen wie ausgewechselt obwohl seine Fangquote noch immer bei nur 90,1% liegt. Die Verletzung von Verteidiger Kai Lehtinen trübte dann anfangs November ein wenig die Stimmung. Jedoch nur für kurze Zeit, denn mit Aleksandrs Jerofejevs ist den Rittnern ein echter Glücksgriff gelungen. In seinem ersten Spiel gegen den bis dahin ungeschlagenen HC Pustertal, stellte er sofort seine Klasse unter Beweis. Das zweite Ass im Ärmel der Buam ist Alexander Frei. Der gebürtige Kalterer hat in 19 Spielen, 30 Punkte gesammelt und ist damit bester einheimischer Scorer. Ob es für die Rittner Buam heuer zum Titel reicht, ist bei der starken Konkurrenz dennoch fraglich.

WSV Wipptal Broncos

just © Oskar Brunner

Der Sommer des Traditionsvereins aus dem Wipptal war von vielen Ungewissheiten geprägt. Unklar war, ob und wie es weitergehen würde. Mit einem neuen Namen und neuen Gesichtern entschieden sich die Verantwortlichen dann doch dazu, an der AlpsHL teilzunehmen: bisher mit großem Erfolg, obwohl die Wipptal Broncos mit nur drei Legionären spielen.

Eine der tragenden Säulen bei den Blau-Weißen ist wie im Vorjahr Torhüter Gianluca Vallini. Der Bozner, der in der Vergangenheit oft als unkonstant abgestempelt wurde, ist heuer mit einer Fangquote von 92,2% der viertbeste Schlussmann der Liga. In der Verteidigung hingegen können die Sterzinger, auf viel Erfahrung und Qualität zählen. Was bei den Broncos jedoch am meisten herausragt sind die zwei Neuzugänge aus Nordamerika. Kyle Just ist mit 19 Toren zweitbester Torschütze der Liga, Brandon McNally mit 24 Vorlagen zweitbester Vorlagengeber. Einziges Manco könnte im weiteren Verlauf der Saison, die im Vergleich zu den Top-Teams nicht allzu große Kadertiefe werden, ansonsten können die Broncos ohne Frage als Geheimfavorit auf den Titel angesehen werden.

HC Gherdëina

Pustertals Torgarant: Markus Gander © Andreas Senoner Photography

Nach der mäßigen Saison 2017/2018, wollte man in Gröden in dieser Spielzeit erstmals in die AlpsHL-Playoffs. Dazu wurden im Sommer die Legionäre David Roupec, Linus Lundström und Colin Long bestätigt und neben Michael Sullmann und Christian Willeit, Torhüter Misa Pietilä geholt. Der Finne sollte, die seit dem Abgang von Gianluca Vallini entstandenen Torhüterprobleme, lösen. Auf dem ersten Blick wirken die exakt 90% Fangquote des 24-Jährigen nicht überragend. Bedenkt man jedoch, dass der HCG eine der Mannschaften ist, die am meisten Schüsse zulässt, dann bekommt diese Statistik ein anderes Gewicht.

Was den „Furie“ in dieser Saison jedoch Sorge bereitet ist die Offensive. Der Knackpunkt liegt hier bei den Legionären: Linus Lundström und Colin Long haben in der vergangenen Saison überzeugen können und daher war es verständlich, dass die Vereinsführung mit ihnen auch in dieser Saison plante. Heuer haben die beiden gemeinsam aber nur mickrige zehn Tore geschossen und damit zwei weniger als Michael Sullmann alleine. Der Umstand, dass wichtige Stürmer wie Gabriel und Andreas Vinatzer für lange Zeit ausfielen, verschärfte die Offensivprobleme zusätzlich. Sollte der HCG jedoch einen starken Ersatz für den verletzten Lundström finden, dann wären für die Mannschaft von Patrice Lefebvre nichtsdestotrotz die Playoffs drinnen.

Autor: leo

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