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Während der HC Gröden enorm von seinen starken Kanadiern profitiert, sind die jungen Linzer in der AlpsHL überfordert.

Overtime | Ladinischer Ahornsirup, bittere Linzer Torte

Die ICE hat ihren Spielbetrieb wieder aufgenommen, die IHL ihren eingestellt. Jener der Alps Hockey League wurde dagegen nicht unterbrochen. Nach einer weiteren Eishockey-Woche ist es also wieder an der Zeit, die Auf- und Absteiger zu küren.

Die Aufsteiger
Brad McGowan, Matt Wilkins, Jake Smith (HC Gherdëina | AlpsHL)

Trotz der herben 5:10-Pleite gegen Cortina: Was wäre der HC Gherdëina ohne seine Legionäre? Brad McGowan, Matt Wilkins und Jake Smith gehören auf ihren Positionen mit zu den besten Gastarbeitern der gesamten Liga. Ein Geheimnis, das längst keines mehr ist. So abhängig wie in diesem Jahr waren die Furie von ihren Ausländern aber lange nicht mehr. Woran das liegt? Hauptsächlich an der unglaublichen Verletzungsmisere: Weil seit Wochen 7 Spieler fehlen, müssen Smith, McGowan und Wilkins über sich hinaus wachsen.

Jake Smith ist die Leitfigur beim HCG. © Andreas Senoner Photography


So kommt es, dass auf Ex-HCB-Goalie Smith pro Spiel im Schnitt 44 (!) Schüsse zufliegen. Insgesamt hat der Italo-Kanadier in 9 Spielen schon 391 Schüsse pariert – und damit 128 Schüsse mehr, als Feldkirch-Goalie Alex Caffi, der in dieser Rangliste den 2. Platz innehält. Am letzten Samstag entschärfte der 25-Jährige gegen Fassa 48 von 49 Schüssen und verhalf seiner Mannschaft so zum 4:1-Auswärtssieg. Es kommt also nicht von ungefähr, dass Smith angesichts dieser Zahlen in den Fokus von Nationaltrainer Greg Ireland gerückt ist.

Während der 25-Jährige hinten dicht macht, sind McGowan, Wilkins (und auch Michael Sullmann) eine Garantie. Die beiden Kanadier erzielen über die Hälfte aller HCG-Tore und rangieren in der Scorerwertung mit 22 und 20 Punkten auf Rang 1 bzw. 3. Sullmann folgt mit 15 Zählern als bester Südtiroler auf Platz 5. In Fassa traf McGowan doppelt, Wilkins schlug einmal zu. Viel wichtiger aus ihrer Sicht ist jedoch die Tabellensituation. Dort findet sich der HCG trotz aller Widrigkeiten auf Rang 3 wieder – punktgleich mit dem großen HC Pustertal. Dauerhaft werden diese Leistungen kaum zu halten sein, dennoch sind sie ein Beleg, welch großen Unterschied ausgezeichnete Legionäre in der Alps Hockey League ausmachen können.
Der Absteiger
Steel Wings Linz (AlpsHL)

Die Red Bull Juniors aus Salzburg bereichern seit Jahren mit dem schnellen und technischen Eishockey die Alps Hockey League. Gleiches kann man von den Steel Wings Linz nicht behaupten, im Gegenteil: Das Projekt, das im letzten Sommer zur Förderung der jungen Spieler gestartet wurde, ist – obwohl es hart klingt – krachend gescheitert.

Ein einziger Sieg ist den Linzer in der abgelaufenen Saison gelungen. In dieser Spielzeit sieht deren Bilanz noch düsterer aus. Nach 8 Partien, 44 Gegentoren und nur 7 Treffern ist Linz mit 0 Punkten der Träger der roten Laterne. Dauernde Klatschen schaden dem Image der Meisterschaft, die dadurch zur zweitklassigen Ausbildungsliga verkommt. Vielmehr ist es jedoch für die jungen Spieler nicht förderlich, wenn sie auf einem zu hohem Niveau spielen und Partie für Partie mit einer heftigen Klatsche abserviert werden. Dem Beispiel der Zweitvertretung der Vienna Capitals zu folgen, die nach der verkorksten abgelaufenen Saison die Reißleine gezogen hat, wäre womöglich der richtige Schritt. Ganz nach dem Motto: Ein Schritt zurück, zwei nach vorne.

Autor: leo

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