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Martino Valle Da Rin & Co. hatten in Mailand mit erschwerenden Umständen zu kämpfen. © IWAN FOPPA

Von Chaosklub bis Spielplanmacher: Die Verlierer der AlpsHL

Die Saison 2018/19 der Alps Hockey League ist mit dem Laibacher Titelgewinn am Sonntag zu Ende gegangen. Wir haben die Liga und ihre Protagonisten nochmal unter die Lupe genommen und in einer zweiteiligen „Top & Flop“-Serie ausgewertet. Das sind unsere 6 Negativ-Erscheinungen der abgelaufenen Spielzeit.

Hockey Milano: Der ganz große Verlierer ist der Liganeuling, der die glorreiche Eishockeytradition in Mailand mit Füßen tritt. Das an sich vielversprechende Engagement in der AlpsHL endete in einem Fiasko. Zunächst mussten Partien kurzfristig abgesagt werden, weil das Agorà-Stadion nicht spieltauglich war, dann wurden Transferkartenspieler einfach vor die Tür gesetzt und Coach Drew Omicioli gefeuert, um letzteren nur eine Woche später wieder ins Amt zu heben. Zuletzt haben sich auch die treuesten Fans vom Verein abgewendet. In Mailand gehen im Sommer wohl die Lichter aus – was nur folgerichtig ist.

Brunecker Finaltrauma: Der HC Pustertal hat in der Endspielserie gegen Olimpija eine 3:1-Führung hergegeben und einer fantastischen, denkwürdigen Saison enttäuschend enden lassen. Sieben Mal standen die Wölfe in einem Finale, sieben Mal gingen sie leer aus. Die diesjährigen Finalspiele 5 und 7, als in den Schlussminuten der Titel aus der Hand gegeben wurde, zeigen gnadenlos auf: Der HCP hat kein Siegergen.

Grödens und Sterzings Offensiv-Imports: Die Ladiner und die Broncos schafften es zwar ins Pre-Playoff, doch dort war schnell Endstation – was auch an den ausländischen Stürmern lag. Bei Gröden war die Saison für den verletzungsanfälligen Linus Lundström früh zu Ende, Colin Long enttäuschte auf ganzer Linie. Bei Sterzing begann Kyle Just stark, entpuppte sich dann aber rasch als Fehleinkauf und suchte vorzeitig das Weite. Auch sein Ersatz Mitch Nardi konnte nicht wirklich überzeugen.

Colin Long konnte in Gröden die Erwartungen nicht erfüllen. © A. Senoner


Devin DiDiomete: Der Italo-Kanadier hat sich in den vergangenen Jahren einen Ruf als brandgefährlicher Stürmer erarbeitet – und nebenbei fleißig an seinem Bad-Boy-Image gefeilt. In dieser Saison hat er aber eindeutig über die Stränge geschlagen: Er saß 129 Minuten auf der Strafbank und durchbrach somit als einziger Crack die 100-Minuten-Schallmauer. Bei Cortina fiel der Nationalspieler mehr durch Fouls und Unsportlichkeiten auf, denn durch Tore und Assists.

Österreichische Teams: Seit drei Jahren fungiert die Alps Hockey League als zweithöchste Spielklasse Österreichs und noch nie hat es ein rot-weiß-roter Klub ins Finale geschafft. Dass sie mit kleineren Budget zurecht kommen müssen, entspricht vielenorts längst nicht mehr der Wahrheit. Lustenau mit seinen vielen Verstärkungen, die ambitionierten Feldkircher und die talentierten Salzburger mussten vorzeitig die Segel streichen, ebenso wie Kitzbühel, Zell am See und Bregenzerwald.

Max Wilfan und Lustenau flogen als letzter österreichischer Vertreter im Halbfinale raus. © I. Foppa/Optic Rapid


Spielplan: Halb-professionelle Teams durch einen Grunddurchgang mit 40 Spielen zu jagen, ist nicht nur für die Spieler eine Zumutung, sondern auch noch ein Überangebot für die Fans. Die HCP-Cracks absolvierten im April in 21 Tagen 12 Playoffspiele. Die Brunecker und Laibacher Spieler standen noch am Eis, als etwa in der Schweiz längst alle Vollprofis im Urlaub die Füße hochlegen konnten. Hier bedarf es bei den Liga-Verantwortlichen dringend Einsicht und Verbesserungswillen.


Hier geht es zu unseren 6 Gewinnern der AlpsHL-Saison.

Autor: alexander foppa

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Kommentare (1)

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Rampelotto Felix [melden]

Kurzes Statement zu Sterzings Offensivimport:
Kylie Just war m.E. kein Fehleinkauf. Im Gegenteil. Der Kanadier begann stark, jedoch eine starke Bronchitis beeinträchtigte seine Leistung im Januar. Er suchte nicht das Weite, wollte sogar ein weiteres Jahr in der Fuggerstadt bleiben.
Er wurde vom Verein praktisch vor die Tür gesetzt. In der DEL 2 kam er 4mal zum Einsatz, doch in Finland zeigte Kylie nochmals sein Können und wurde ausgezeichnet.

27.04.2019 09:45

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