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Andreas Bernard & Co. stehen in den Playoffs. © BK Photo

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Andreas Bernard & Co. stehen in den Playoffs. © BK Photo

Ekstase in Meran und Gröden – Rittens Glanz verblasst

Der HC Meran ist am Dienstagabend dank des zweiten Sieges binnen 48 Stunden gegen den EC Bregenzerwald in die Playoffs der Alps Hockey League (AlpsHL) eingezogen – und das zum dritten Jahr in Serie. Große Freude herrscht auch beim HC Gherdëina, der sich ebenfalls in die fünfte Jahreszeit spielte.

Die Zukunft des HC Meran ist nach dem geplanten Rückzug aus der AlpsHL unklarer denn je. Die Gegenwart zaubert den Adlern hingegen ein Lächeln ins Gesicht. In den Pre-Playoffs ließen Daniel Gellon & Co. am Dienstag auf den 4:2-Heimsieg einen klaren 6:2-Auswärtserfolg beim EC Bregenzerwald folgen. Die Best-of-3-Serie wurde so mit 2:0 gewonnen.


Der Spielverlauf vor über 1.200 Fans ähnelte jenem von vor zwei Tagen: Meran lag im letzten Drittel noch mit 1:2 zurück, erhöhte dann aber die Schlagzahl und stellte die Partie auf den Kopf. Als spielentscheidend erwiesen sich zwei Tore in der 43. Minute, die binnen elf (!) Sekunden fielen. Zunächst war es David Trivellato, der den Ausgleich erzielte, ehe Jakob Fuchs den Adlern die 3:2-Führung bescherte. Von diesem Doppelschlag erholten sich die Vorarlberger nicht mehr, stattdessen wurden sie in den letzten Minuten von den Südtirolern regelrecht vorgeführt. Filip Cruseman und Nick Rein trieben das Ergebnis bis auf 6:2 in die Höhe.

Eine kuriose Szene

Ohne Pascal Brunner, aber mit Unterland-Neuzugang Alex Egger, hatte die Borgatello-Truppe in der 19. Minute vorgelegt. Rasmus Nousiainen schoss die Scheibe vom Bullykreis an Goalie Lorenz Widhalm vorbei ins kurze Kreuzeck. Nico Kramer und Bernhard Posch hatten den Hausherren im Mitteldrittel Hoffnung eingehaucht. Zwischendrin erzielte Meran das vermeintliche 2:1, das aber zu Recht aberkannt wurde: Widhalm hatte den Puck in seiner Fanghand, gleichzeitig kullerte aber ein zweites Hartgummi ins Tor. Nach dem Videostudium erkannten die Unparteiischen, dass der zweite Puck unter dem Torbalken „versteckt“ war und genau in dem Moment hinunterfiel, als Giovanni Mandruzzato geschossen hatte.

Einen Ausnahmezustand gibt es hingegen in Gröden: Die Furie stießen durch den 4:3-Overtime-Sieg beim EC Kitzbühel erstmals seit 2022 die Playoff-Tür auf. Dabei begann das Spiel katastrophal: Zwei kapitale HCG-Aussetzer binnen 19 Sekunden führten nämlich zur Kitzbüheler 2:0-Führung. Zuerst löste sich Niklas Bretschneider hinter dem Tor von Julian Senoner, assistierte den im Slot freistehenden Jacob Pfeffer, der ins Kreuzeck traf. Kurz darauf bestrafte Zdenek Sedlak einen Buono-Bock, ehe er den Alleingang trocken verwertete. Die Furie erhöhten anschließend die Drehzahl und erzielten den Anschlusstreffer: Davide Schiavone spielte Sacha Guimond mit einem Querpass frei, dieser fackelte nicht lange und knallte den Puck per Schlagschuss ins Kreuzeck.

Für die Gäste kam es zum Start des Mitteldrittels noch besser: Nachdem Endre mirakulös im Eins-gegen-eins das 1:3 verhinderte, gelang dem HCG durch eine Einzelaktion von Carmine Buono der Ausgleich. Bei dessen Backhandschuss gab Adler-Goalie Thomas McCollum keine gute Figur ab. Kurz darauf musste dieser erneut hinter sich greifen, als Dmitri Vozovik nach Nicolò Espositos Zuspiel direkt abschloss. Stephan Deluca und Simon Pitschieler hätten anschließend in einem der zahlreichen Powerplays auf 4:2 erhöhen müssen, allerdings blieb die Skokan-Truppe im Abschluss vieles schuldig.

Deluca sorgt für Entscheidung

Das rächte sich, denn Kitzbühel schöpfte aus den überstandenen heiklen Situationen Mut – und erzielte in der 47. Minute den Ausgleich. Bei einem Fröwis-Ablenker war Endre machtlos. Dieser spielte sich anschließend in den Mittelpunkt: Obwohl die Nordtiroler ein horrendes Tempo ausübten, gelang es dem Schweden, einen Rückstand zu verhindern. So wie wenige Sekunden vor Schluss, als er bei einem Fröwis-Abschluss noch den Knieschoner hinhielt. Es ging in die Verlängerung, in der wieder Gröden den Ton angab. Nachdem Castlunger nur die Latte traf, war es Deluca, der die anwesenden HCG-Fans erlöste. Einen geblockten Schuss schob er ins verwaiste Kitzbüheler Tor.

Der Kontrast zu den Rittner Buam könnte größer kaum sein. Nach der 1:4-Niederlage in Pieve di Cadore gegen Cortina steht fest, dass der zweifache AlpsHL-Champion das Viertelfinale erstmals seit 2021 verpasst. Nach einem torlosen Startdrittel geriet die Halmo-Truppe aufgrund der Tore von Marco Sanna und Chad Pietroniro (im Powerplay) ins Hintertreffen. Zwar brachte Simon Kostner im Schlussdrittel Hoffnung zurück, das Comeback wollte aber nicht gelingen. Stattdessen machte Pietroniro mit zwei weiteren Treffern seinen Hattrick perfekt.

Sisak jubelt, Wipptal hadert. © Oskar Brunner

Sisak jubelt, Wipptal hadert. © Oskar Brunner


Unterdessen haben die Wipptal Broncos die Master Round auf dem letzten Platz beendet. Zum Abschluss kassierte die Sjöquist-Truppe trotz einer 2:0-Führung eine 3:4-Niederlage gegen Sisak. Franco Sproviero und Doppeltorschütze Bryson Cianfrone brachten in einem starken Startdrittel die Hausherren auf die Siegerstraße. Sisak antwortete jedoch mit drei Toren und behielt auch die Ruhe, als Cianfrone in der 52. Minute das 3:3 gelang. Der Siegtreffer ging aufs Konto von Karlo Marinkovic.

Alps Hockey League:

Pre-Playoffs

EC Kitzbühel – HC Gherdëina 3:4 n.V.
Tore: 1:0 Pfeffer (9.40), 2:0 Sedlak (9.59), 2:1 Guimond (15.16), 2:2 Buono (21.39), 2:3 Vozovik (27.07), 3:3 Fröwis (46.30), 3:4 Deluca (64.01)
Zuschauer: 815
Stand in der Serie: 0:2

EC Bregenzerwald – HC Meran 2:6
Tore: 0:1 Nousiainen (18.35), 1:1 Kramer (22.30), 2:1 Posch (30.12), 2:2 Trivellato (42.45), 2:3 Fuchs (42.56), 2:4 Gellon (47.53), 2:5 Cruseman (52.23), 2:6 Rein (56.41)
Zuschauer: 1234
Endstand in der Serie: 0:2

SG Cortina – Rittner Buam 3:1
Tore: 1:0 Sanna (25.02), 2:0 Chad Pietroniro (36.59), 2:1 Kostner (45.04), 3:1 Chad Pietroniro (51.57), 4:1 Chad Pietroniro (59.19)
Zuschauer: 210
Endstand in der Serie: 2:0

Master Round

Red Bull Juniors – HC Asiago 7:4
Tore: 0:1 Traversa (19.19), 0:2 Valentini (22.34), 1:2 Kogler (25.02), 1:3 Chiodo (32.01), 2:3 Kogler (41.53), 3:3 Maul (42.07), 4:3 Maul (44.43), 5:3 Schuster (47.06), 6:3 Juhola (48.28), 6:4 Garau (52.06), 7:4 Juhola (59.41)
Zuschauer: 57

Wipptal Broncos – KHL Sisak 3:4
Tore: 1:0 Cianfrone (9.04), 2:0 Sproviero (12.48), 2:1 Juric (24.09), 2:2 Zavrski (24.42), 2:3 Yeob (40.51), 3:3 Cianfrone (51.41), 3:4 Marinkovic (52.38)
Zuschauer: 302

SPGUVTVP
1. Zell am See770034:924
2. Salzburg II740319:1916
3. HC Asiago740323:2412
4. KHL Sisak720520:269
5. Wipptal Broncos810721:393

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