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Die Buam sind raus. © Max Pattis

Herzschlagfinale: Auch Ritten muss in den Urlaub

Zuerst der HC Meran, dann die Wipptal Broncos sowie der HC Gherdëina und jetzt die Rittner Buam: Nachdem alle heimischen Vertreter aus dem Rennen sind, findet das Finale der Alps Hockey League (AlpsHL) ohne Südtiroler Teilnehmer statt.

Von:
Leo Holzknecht

Die Buam verloren am Samstag das vierte Spiel der Best-of-five-Serie gegen den HDD Jesenice auf dramatische Art und Weise mit 4:5 nach Verlängerung und müssen den Slowenen somit den Vortritt lassen. Die Mannen vom Hochplateau waren während der 76 Minuten beileibe nicht unterlegen, holten in den Schlussminuten sogar einen 1:4-Rückstand noch auf, mussten letzten Endes aber anerkennen, dass die komplettere, bessere Mannschaft die Serie gewonnen hat.


Trotz des ergiebigen Schneefalls fanden mehr als 700 Zuschauer in die Ritten Arena und wohnten dem womöglich letzten Heimspiel der Buam bei. Auch eine kleine, aber lautstarke Delegation aus Jesenice ließ sich das Spektakel nicht entgehen. Sie sah zu Beginn, wie ihr Team beinahe in Rückstand geraten wäre: Julian Kostners Treffer zum 1:0 wurde jedoch aberkannt, weil der Stürmer den Puck klar ersichtlich mit einer Kickbewegung über die Linie geschoben hatte. Insgesamt erspielten sich die Buam in der Startphase Feldvorteile, die sie aber nicht in Zählbares ummünzten. Jari Sailio vergab nach einem schnell vorgetragenen Konter frei stehend vor Jesenice-Goalie Oscar Fröberg. Da auch dessen genesener Pendant Jacob Smith (der Italo-Kanadier fehlte die letzten zwei Partien krankheitsbedingt) seinen Kasten rein hielt, blieb es beim 0:0 nach 20 Minuten.

Jesenice zieht davon
Der zweite Abschnitt begann wie der erste: Mit einer großen Buam-Chance. Markus Spinell fing in Unterzahl einen fahrlässigen Logar-Pass ab, tanzte einen Verteidiger aus, vergab jedoch vor Fröberg. Quasi im Gegenzug fiel das 0:1. Ritten verlor den Puck leichtsinnig hinter dem eigenen Tor, Patrik Rajsar sah den vor dem Gehäuse lauernden Jasa Jenko und jubelte, als dieser das Hartgummi direkt in den Winkel knallte. Die Hausherren waren nun plötzlich völlig von der Rolle – und kassierten prompt das 0:2. Lasse Uusivirta und Adam Giacomuzzi leisteten sich einen kapitalen Aussetzer, den Jesenice durch eine Traumkombination über Erik Svetina und Jure Sotlar bestrafte.

Nun ging es drunter und drüber: Zuerst halbierte MacGregor Sharp durch einen frei vor dem Tor springenden Puck, lediglich 67 Sekunden später stellte Luka Ulamec den alten Abstand wieder her: Ein Svetina-Versuch verfehlte zwar das Ziel, Ulamec schoss daraufhin aber Smith an und traf.
Unglaubliche Aufholjagd
Im Schlussdrittel hissten die Hausherren nicht die weiße Flagge. Selbst als Jesperi Viikila mit einem 2-auf-1-Konter auf 4:1 erhöhte. Der Finne gab Smith mit einem platzierten Schuss das Nachsehen. Als alles bereits verloren schien, bäumte sich die Heiskanen-Truppe noch einmal auf: Zach Osburn (Schlagschuss) und Sharp (Abstauber) hauchten der Heimmannschaft wieder Hoffnung ein. Und tatsächlich ging es in die Overtime, nachdem Ziga Urukalo einen Lutz-Versuch ins eigene Tor abfälschte. Die Ritten Arena verwandelte sich spätestens jetzt in ein Tollhaus.

Zach Osburn avancierte zum Pechvogel. © Max Pattis


Die Buam erspielten sich in der Extrazeit mehr Chancen als der Gegner, ein Powerplay ließen Simon Kostner & Co. aber ungenutzt. Ganz anders Jesenice, das mit einem Mann mehr rund fünf Minuten vor dem Ende der ersten Verlängerung zuschlug: Nach einem vermeidbaren Pechlaner-Foul kam der Puck zu Eeto Elo, der aus spitzem Winkel den Schläger des am Boden liegenden Osburn traf. Smith wurde vom diesem Ablenker überrascht, Elo und die mitgereisten Jesenice-Fans brachen daraufhin in Ekstase aus. Zumal die Slowenen noch nie zuvor im Finale der AlpsHL gestanden sind.
Alps Hockey League:
Rittner Buam – HDD Jesenice 4:5 n.V.
Tore: 0:1 Jenko (22.59), 0:2 Sotlar (31.36), 1:2 Sharp (32.59), 1:3 Ulamec (34.06), 1:4 Viikila (50.11), 2:4 Osburn (54.18), 3:4 Sharp (55.11), 4:4 Lutz (59.26), 4:5 Elo (75.35)
Zuschauer: 476
Endstand in der Serie: 1:3


EHC Lustenau – Asiago 2:3 n.v.
Tore: 0:1 Salinitri (25.58), 1:1 D’Alvise (37.01), 2:1 Wilfan (39.15), 2:2 Ginnetti (45.01), 2:3 Marchetti (64.43)
Zuschauer: 1971
Endstand in der Serie: 1:3

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