S+
Gianluca Vallini äußert sich zu seiner Zeit beim HC Bozen. © HC Bozen / Fredrik Sundvall / FotoINorr

h AlpsHL

Gianluca Vallini äußert sich zu seiner Zeit beim HC Bozen. © HC Bozen / Fredrik Sundvall / FotoINorr

„Liebe zum Eishockey litt“: Vallini erklärt seinen Wechsel

Gianluca Vallini verwirklichte in den letzten drei Saisonen einen Kindheitstraum, als er das Tor seines Heimatvereins, des HC Bozen, hütete. Diese intensiven Jahre gingen am 32-Jährigen jedoch nicht spurlos vorbei, wie er im SportNews-Interview verrät. Besonders die letzte Spielzeit nagte an seiner Leidenschaft für den Sport.

Von:
Leo Holzknecht

Gianluca Vallini kann – auf das heimische Eishockey bezogen – durchaus als Wandervogel bezeichnet werden. Begann er seine Karriere beim EV Bozen, so zog es ihn anschließend über Fassa, Eppan, Gröden und Sterzing nach Asiago, wo er seine größten Erfolge feierte und die Chance, sich in der ICE Hockey League (ICEHL) zu bewähren, beim Schopf packte. Der HC Bozen wurde auf ihn aufmerksam und nahm den verlorenen Sohn 2023 unter Vertrag. Vallini wird die Zeit bei den Füchsen für immer in bester Erinnerung behalten, obwohl er bei den Weiß-Roten auch sehr schwere Zeiten durchmachte.


„Als Bozner für den HCB spielen zu dürfen, ist natürlich eine große Ehre“, erzählt Vallini, der in dieser Saison als dritter Torhüter auch an den Olympischen Spielen in Mailand teilnahm. „Ich erinnere mich noch an mein erstes Spiel zu Hause gegen die Vienna Capitals im Oktober 2023. Das war einer der wichtigsten und schönsten Momente in meiner Laufbahn.“

Vallini oft zum Zuschauen verdammt

Kam er in jener Saison noch auf 14 Einsätze im HCB-Dress, so bestritt er im letzten Jahr nur noch acht Partien – sechs von Anfang an. Leistungsbedingt war Vertrauensverlust vonseiten der Trainer nicht, denn Bozen gewann in den drei Saisonen 25 von 29 Partien, wenn Vallini den Kasten hütete. Fangquoten von weit über 90 Prozent reichten nicht, um auch nur ein einziges Playoff-Spiel zu absolvieren. „Eines vorneweg: Ich habe nie erwartet, in Bozen die Nummer eins zu sein. Aber wenn man mich fragt, ob ich mir mehr Einsätze gewünscht hätte, antworte ich mit einem Ja – zumal ich ja auch Spiele gewonnen habe. Außerdem geht es darum, den Einsergoalie zu entlasten, damit er sich nicht auslaugt und optimal auf die wichtigste Phase der Saison vorbereitet ist.“

Der Publikumsliebling: Gianluca Vallini © Vanna Antonello / HCB

Der Publikumsliebling: Gianluca Vallini © Vanna Antonello / HCB


Vallini gesteht, dass diese Zeit an ihm gezehrt habe. „Ich habe mir oft gefragt: 'Warum spiele ich nie, obwohl ich gute Leistungen abliefere?' So wie in der letzten Saison, als ich plötzlich überhaupt nicht mehr zum Zug gekommen bin. Ich weiß nicht, was da passiert ist“, erzählt der Südtiroler. „Egal, ob ich gut oder schlecht gespielt habe, es änderte nichts.“ Unter diesen Umständen litt Vallinis Liebe zum Eishockey. Die Lust und die Freude waren weg. „Noch so eine Saison wollte ich nicht machen“, betont er.

Während seiner Zeit in Bozen erreichte der Verein zwei Halbfinals und ein Viertelfinale. Mit etwas Abstand erklärt der 32-Jährige, was zum ganz großen Coup fehlte. „Ich denke, dass wir 2024 auf dem Papier nicht so stark waren, wie in den letzten zwei Saisonen. Die Gruppe war aber so eingeschweißt, dass wir erst im siebten Spiel in der Verlängerung gegen den späteren Meister Salzburg verloren haben. Die letzte Saison mit Kurt Kleinendorst begann sehr gut. Er war vielleicht kein Taktikfuchs, läuferisch und athletisch befanden wir uns aber auf sehr gutem Niveau. Als Doug Shedden kam, lief es für zwei Wochen gut, weil sich alle nach einem Trainerwechsel natürlich voll reinhängen. Im Endeffekt war aber alles dasselbe“, betont Vallini.

Ein Neustart auf dem Ritten

Ob es dem HCB schade, einen solch geringen Anteil an einheimischen Spielern zu haben, wisse Vallini nicht. „Eishockey ist ein schwieriger Sport. Jeder will spielen und hat eine andere Meinung. Wenn nur vier Italiener in der Kabine sind, die Leader sein sollen und erklären, was es bedeutet, für den HCB zu spielen, ist es nicht leicht. Ja, man wird respektiert, ob das eigene Wort Gewicht hat, ist jedoch eine andere Frage. Ich kann nur sagen, dass der Teamgeist und der Zusammenhalt in der letzten Saison gestimmt haben“, stellt Vallini klar.

Gianluca Vallini verlässt Bozen. © VANNA ANTONELLO

Gianluca Vallini verlässt Bozen. © VANNA ANTONELLO


Für ihn persönlich beginnt nun ein brandneues Kapitel, auf das sich Vallini schon sehr freut. „Ich hatte Angebote einiger Mannschaften und bin sehr froh, dass es letztendlich die Rittner Buam geworden sind. Jetzt kann ich wieder mehr Verantwortung übernehmen und die Freude und Leidenschaft für den Sport neu aufleben lassen.“

Auf dem Hochplateau kenne er schon zahlreiche Mitspieler und Verantwortliche, was die Entscheidung schlussendlich vereinfacht habe. „Es ist ein toller Verein, der gut organisiert ist. Ich bin richtig happy, dass es geklappt hat.“

Kommentare (0)

Bestätigen Sie den Aktivierungslink in unserer E-Mail, um Ihr Konto zu verifizieren und Kommentare zu schreiben. Aktivierungslink erneut senden
Vervollständigen sie Ihre Profil-Angaben, um Kommentare zu schreiben.
Profil bearbeiten

Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen.

© 2026 First Avenue GmbH