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Wie geht es beim HC Meran weiter? © BK Photo

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Wie geht es beim HC Meran weiter? © BK Photo

Merans AlpsHL-Ausstieg: „Ich werte es als offiziell“

Zehn Tage sind vergangen, seit die Alps Hockey League (AlpsHL) bekannt gegeben hat, dass der HC Meran den Rückzug aus der länderübergreifenden Meisterschaft plant. Marcello Cobelli, Italiens Vertreter im Board of Governors (BOG), nimmt diesen Schritt für bare Münze, wie er im Interview mit SportNews erklärt.

Übersteht der HC Meran ab kommenden Dienstag die Pre-Playoffs gegen den EC Bregenzerwald, ist der Einzug in die fünfte Jahreszeit zum dritten Jahr in Serie Tatsache. Gleichzeitig könnte es der letzte Auftritt der Adler in den Playoffs sein. Die Einschreibefrist für die Saison 2026/27 in der AlpsHL ließ der Verein nämlich verstreichen. Über die genauen Gründe kann nur spekuliert werden, da der HCM bisher noch keine offizielle Stellungnahme abgegeben hat. Präsident Stefan Kobler sagte gegenüber SportNews bloß: „Es muss sich etwas ändern – entweder in der Liga oder bei uns im Verein.“


Marcello Cobelli ist von diesem Schritt nicht überrascht. „Der Verein hat uns schon vor einem Monat einen Brief zukommen lassen, in dem er seine Absichten erklärt hat. Zehn Tage vor dem Ende der Frist habe ich noch ein Gespräch mit Kobler und dem Vorstand geführt. Dabei kam zum Ausdruck, dass sie den Aufwand nicht mehr stemmen können, das Risiko nicht mehr eingehen wollen“, sagt der 55-Jährige, der hinzufügt: „Es ist nicht eine Entscheidung gegen die Liga.“ Die Schwierigkeit, die erforderlichen finanziellen Mittel aufzutreiben, sei der zentrale Punkt.

Ist eine Hintertür offen?

Konkrete Ideen vonseiten des Vereins, was sich in der Liga ändern müsse, seien nicht auf den Tisch gekommen. „Ja, es ging etwa um die Höhe der Einschreibung, die jedoch nur einen Bruchteil des Budgets ausmacht. Die immer größer werdende Professionalisierung ist ein weiteres Thema. In unseren Gesprächen haben wir ihnen die Möglichkeit angeboten, sich provisorisch einzuschreiben, um zu einem späteren Zeitpunkt eine endgültige Entscheidung zu treffen. Ich habe aber das Gefühl, dass der Verein – nicht zuletzt, weil die großen Erfolge ausbleiben – müde ist. Darum erachte ich den Rückzug als offiziell“, betont Cobelli.

Marcello Cobelli im Interview.

Marcello Cobelli im Interview.


Dass es in der AlpsHL trotz der erwähnten Fristen viel Spielraum gibt, ist aber eine Tatsache. So machten die Unterland Cavaliers in der abgelaufenen Saison unter einem neuen Vorstand eine Rolle rückwärts, nachdem die alte Führung das AlpsHL-Aus schon besiegelt hatte. Die Wiederaufnahme erfolgte dabei erst im April. Zeit, um die Entscheidung zu widerrufen, haben Kobler & Co. also noch genug.

Die AlpsHL bleibt bestehen

Fakt ist hingegen: Nach dieser Saison läuft der Liga-Vertrag, der jeweils fünf Jahre dauert, aus. Eine provisorische Einigung mit den Vereinen sei schon erzielt worden, erklärt Cobelli. „Auch der neue Vertrag erstreckt sich wieder über fünf Jahre, wobei den Mannschaften schon die Möglichkeit geboten wird, aus der Liga auszusteigen, sollten gewisse Bedingungen nicht mehr gegeben sein.“

Der HC Meran hat sich aus der AlpsHL verabschiedet. © BK Photo

Der HC Meran hat sich aus der AlpsHL verabschiedet. © BK Photo


Stand jetzt stehe die AlpsHL auf einem gewissen Fundament – obwohl die Teilnehmerzahl in den letzten Jahren von 17 auf 12 gesunken ist. „Dies ist ein natürlicher Wandel. Ich würde sogar sagen, dass es zuvor zu viele Teams gab“, betont Cobelli. Neue Vereine aus Mailand und Slowenien hätten zwar ihr Interesse an einer AlpsHL-Teilnahme angemeldet, schlussendlich wurde daraus aber (noch) nichts.
„Als eine Serie A zur Debatte stand, hielt nur Varese die Hand hoch.“ Marcello Cobelli

Eine Serie A, wovon noch immer zahlreiche Beteiligte träumen, sei unterdessen seiner Meinung nach zurzeit nicht realisierbar. „Vor anderthalb Jahren haben wir uns mit allen italienischen AlpsHL-Teams und mit jenen der Italian Hockey League (IHL) getroffen. Als eine Serie A zur Debatte stand, hielt nur Varese die Hand hoch. Zehn Teams sind aber mindestens vonnöten – und das für fünf Jahre. Sonst muss man – wie vor einigen Jahren – Mannschaften im August regelrecht anflehen, teilzunehmen. Genau das ist der Vorteil der AlpsHL: Die Planungssicherheit“, betont Cobelli abschließend.

Die heimischen Eishockey-Nostalgiker müssen sich also noch gedulden, während die Rittner Buam, die Wipptal Broncos, der HC Gherdëina, die Unterland Cavaliers (und auch der HC Meran?) schon bald mit den Planungen für die neue AlpsHL-Saison beginnen werden.

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