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Andreas Bernard war zuletzt in der DEL bei Mannheim aktiv. © adler-mannheim.de

Bernard und der geplatzte HCB-Deal: „Wäre gerne gekommen“

Italiens bester Torhüter befindet sich seit Monaten auf der Suche nach einem neuen Arbeitgeber. Am vergangenen Wochenende schien es, als hätte die Zeit des Wartens für Andreas Bernard ein Ende. Doch dann kam alles anders.

Unendlich oft wird von der Schnelllebigkeit des Profisports berichtet. Der heute gefeierte Held sitzt vielleicht schon morgen im Schatten. Einer, der davon ein Lied singen kann, ist der Kalterer Eishockeytorhüter Andy Bernard. Nach einem knappen Jahrzehnt in der höchsten finnischen Liga wechselte er im Frühjahr zu den Adlern Mannheim, mit denen er sich prompt den Meistertitel in der DEL schnappte. Damals noch Statist, avancierte er nur wenige Tage später bei der Weltmeisterschaft zum großen Hauptdarsteller, in dem er das Blue Team zum sensationellen Klassenerhalt führte.

Als Hexer bei der WM: Andy Bernard bewährte Italien vor dem Abstieg. © AFP / PATRIK STOLLARZ


Dem vertragslosen 29-Jährigen schienen nach diesem Halbjahr alle Türen offen. „Doch irgendwie blieb mein Telefon still“, erzählt Bernard, der nun die Kehrseite der Medaille erfährt. Seit Monaten bemüht er sich in Absprache mit seinem Berater um eine neue Anstellung in Europas Top-Ligen. Er berichtet: „Es gab verschiedene Gespräche, doch Konkretes oder auch für mich Interessantes war nicht dabei“. Bis zur vergangenen Woche, als am anderen Ende der Leitung plötzlich HCB-Geschäftsführer Dieter Knoll saß. Er wollte den verlorenen Sohn heimholen, der in der Saison 2008/09 − nach seiner Jugendzeit in Neumarkt und Auer − in Bozen aufgelaufen ist.
„Ich hätte binnen Stunden Ja oder Nein sagen müssen“
Andreas Bernard
„Da die Foxes noch auf der Suche nach einem Backup waren und sich Leland Irving zudem verletzt hat, kam der Anruf nicht ganz überraschend. Und ganz ehrlich: Irgendwie hatte ich auf ein Angebot des HCB gehofft“, verrät Bernard, der als Irving-Ersatz zunächst für wenige Monate in seine alte Heimat wechseln sollte.

Obwohl beide Seiten prompt starkes Interesse zeigten, platzte der Deal. „Ich hätte binnen weniger Stunden Ja oder Nein sagen müssen. So schnell war allerdings weder mein Berater erreichbar, noch ein Flug nach Bozen planbar“, schildert der mehrfache Familienvater, der sich zurzeit nahe Lappeenranta im Südosten Finnlands auf eigene Faust fit hält. Ihm ist die Enttäuschung über die fehlende Einigung anzumerken, hätte er doch „gerne wiedermal vor Familie, Freunden und Bekannten gespielt.“ Am Montag präsentierte der HCB Justin Fazio als neuen Goalie. Doch aufgeschoben ist für Bernard nicht aufgehoben: „Ich bin mir sicher, dass es irgendwann klappen wird und ich nochmal für den HC Bozen auflaufen werde.“
Bernard setzt sich eine Frist
Nun gilt es für den Kalterer Schlussmann allerdings zunächst erstmal wieder den Markt zu sondieren. Er hofft auf ein Engagement in den höchsten Ligen Finnlands, Schwedens oder Deutschlands, wenngleich dies aufgrund des nahenden Saisonstarts mit einer längeren Wartezeit verbunden sein könnte. Der Name Andreas Bernard wird auf der Agenda der Klubverantwortlichen wohl erst wieder aufscheinen, wenn diese auf Verletzungen oder enttäuschende Leistungen ihrer Goalies reagieren wollen. „Im November stehen die nächsten Termine mit dem Nationalteam an. Wenn ich bis dahin noch immer nicht fündig geworden bin, muss ich mich wohl nach niederklassigeren Alternativen umsehen.“ Doch daran will Bernard noch nicht denken.


Autor: fop

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