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Daniel Frank als Bad Boy: Er versucht, die nötige Leidenschaft vorzuleben.

Daniel Frank: „Einer musste ja ein Zeichen setzen“

Der HC Bozen ging im Achtelfinalhinspiel der Champions Hockey League gegen den überragenden HC Pilsen sang- und klanglos unter. Nach dem herben 1:6 steht bei den Foxes erstmal Wundenlecken an – auch bei Daniel Frank, der im SportNews-Interview durchaus harte Töne einschlägt.

Daniel Frank, der HC Pilsen zelebrierte in der Eiswelle modernes Eishockey à la Perfektion. Erinnern Sie sich an einen vergleichsweise starken Gegner?

Daniel Frank: „Pilsen hat eine enorme Leistung geboten, war uns technisch und eisläuferisch klar überlegen. Man muss aber auch mal die Kirche im Dorf lassen und ganz klar sagen: Wir haben beim Gegner auch vieles gut aussehen lassen.“


Wie meinen Sie das?

„Wir haben Pilsen sofort zu seinem gefürchteten Spiel finden lassen, haben keine Checks zu Ende gefahren und den nötigen Ehrgeiz vermissen lassen. In der Gruppenphase mussten wir gegen vermeintlich bessere Teams alles in die Waagschale werfen, jeden Zweikampf annehmen, jeden Schuss blocken – das hat der ein oder andere wohl vergessen.“

„Kai hat ein wichtiges Zeichen gesetzt“
Sie spielen vermutlich auf die erste Sturmlinie an, die bei gleich vier Gegentoren am Eis stand.

„Mir steht es nicht zu, diese Spieler zu kritisieren, weil sie wirkliche Ausnahmekönner sind und bereits mehrere Spiele zu unseren Gunsten entschieden haben. Ich denke, Kai hat in der zweiten Drittelpause aber ein wichtiges Signal gesendet (Trainer Kai Suikkanen nahm 1.-Linie-Center Brett Findlay vom Eis, Anm.d.Red.)“


Ein Signal ging auch von Ihnen aus, als Sie im Schlussdrittel Conor Allen zum Boxkampf baten. Das war nicht nur Frustabbau, oder?

„Solche Dinge gehören für mich im Eishockey einfach dazu, das muss man nicht überbewerten. Jemand musste in diesem Fall ein Zeichen setzen und den Fans jenes Herz zeigen, das wir an diesem Abend in unserem Spiel vermissen lassen haben, und gleichzeitig den ein oder anderen wachrütteln. Immerhin gibt es noch ein Rückspiel in dem wir unseren Mann stehen wollen.“
„Wir müssen in jedem Spiel Eier zeigen“
Apropos Rückspiel: Glauben Sie ernsthaft noch an ein Weiterkommen?

„Wenn jemand Wunder vollbringen kann, dann sind wir das mit unserem Kämpferherz. Das hat die letzte Saison gezeigt. Allerdings ist das Viertelfinale nach dieser Niederlage jetzt kein Thema. In erster Linie gilt es, unsere wahren Tugenden an den Tag zu legen und Pilsen endlich Paroli zu bieten.“


Sie prangern den fehlenden Ehrgeiz an, dabei liegt der HC Bozen als Tabellenzweiter der EBEL doch voll im Soll. Ist das Jammern auf hohem Niveau?

„Nein, es gilt einfach, die Dinge klar anzusprechen, die noch nicht richtig klappen. Das heißt nicht, dass wir irgendwas schlechtreden müssen. Die Qualität im Kader ist sicher nochmal höher als jene in der Meistersaison. Wir treten mittlerweile wie eine Spitzenmannschaft auf, gewinnen auch Spiele, in denen wir kein gutes Eishockey bieten. Auch der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft ist für so eine frühe Phase der Saison bereits bemerkenswert. Nur – und da wiederhole ich mich – müssen wir in jedem Spiel Eier zeigen, wie es in der Sportsprache so schön heißt. Ich bin mir sicher, diese harte Niederlage wird uns eine Lehre sein.“


Fragen: Alexander Foppa


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Autor: fop

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