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Volle Ränge beim Spitzenspiel EV Bruneck gegen HC Bozen im Rienzstadion 1981/82. Links der rot-weiße NHL-Star Ron Chipperfield, dann Brunecks Mike Busniuk, Reinhard Oberjakober, Franz Pramstaller, Martin Crepaz, Nori Prünster und Rick Bragnalo.

Das Derby ist zurück: Endlich wieder Füchse gegen Wölfe

Wenn der HCB Südtirol Alperia auf den HC Pustertal trifft, prallen viele Gemeinsamkeiten aber auch zahlreiche Gegensätze aufeinander: Landeshauptstadt gegen Provinz, groß gegen klein, 19 Scudetti gegen eine Coppa Italia, die „Kathedrale“ Eiswelle gegen die ehemalige „Baracke“ Rienzstadion, sind häufig die gängigen Assoziationen.

Die Partie ist enorm geschichtsträchtig, hat viele Anekdoten zu bieten und lässt keinen Eishockeyfan im Land kalt, schließlich geht es seit dem Eintritt des HC Pustertal in die Ice Hockey League um nichts Geringeres als die Vorherrschaft im Südtiroler Eishockey. Im sportlichen Bereich und auch auf den Rängen.


Der Grundstein der Rivalität liegt darin, dass sich HC Bozen und der HC Pustertal von 1972 bis 2013 bis auf zwei Saisonen ständig begegneten, wobei Bozen 128-mal das Eis als Sieger verlassen konnte, Pustertal bis dato 20-mal. Bei der ersten Finalteilnahme 1981/1982 musste sich der HCP, der jahrzehntelang der deutlich kleinere Verein war, ausgerechnet dem großen HC Bozen geschlagen geben und auch 2012 setzte sich der Club aus der Landeshauptstadt nach denkwürdigen Final-Schlachten durch. Gerade in den Kreisen der organisierten Fanszenen ist die Rivalität jahrzehntelang gefestigt und vor allem in den „wilden“ Neunzigern ging es auf den Rängen und abseits davon hoch her. Die vielen Begebenheiten sind heute noch Gesprächsthema.

Um die sportliche Stärke des 1933 gegründeten Rekordmeisters HC Bozen zu verdeutlichen, genügt ein Blick in den Trophäenschrank: Neben den 19 Italien-Meisterschaften stechen die zwei EBEL-Titel und jener in der Alpenliga hervor. Im Pustertal hält nach dem 2011 errungenen Italienpokal und zahlreichen Vizemeister-Titeln der Meister-Fluch an.

Die 2000er-Jahre
Vor dem Herbst 2013, als der HC Bozen in die damalige EBEL eintrat, war der Verein in der Krise, denn, obwohl sportlich gut aufgestellt, mangelte es an Interesse und attraktiven Matches, die Zuschauerzahlen waren speziell in der Regular Season niedrig und so etwas wie Stimmung kaum vorhanden. Ganz anders im Pustertal, wo man seit Jahren eine große Fanbasis hatte und bei den Heimspielen Festtagsstimmung herrschte. In der Landeshauptstadt tröstete man sich in diesen Jahren mit den sportlichen Erfolgen, während der Eisschrank Rienzstadion Pilgerstädte für diejenigen Eishockeybegeisterten war, die vor allem gute Stimmung suchten.

Dürfen bei keinem Derby fehlen: Härteeinlagen und Boxkämpfe wie hier bei einem Derby in der Saison 2012/13.


Ab 2013 veränderte sich Südtirols Eishockeywelt nachhaltig: Durch den sportlichen Aufstieg in die damalige EBEL war nun Bozen der klare Eishockey-Mittelpunkt des Landes. Unter der Führung einiger „alter Bekannter“, welche ins Stadion zurückkehrten, erreichte die Bozner Fankurve ein Stimmungslevel wie zu Hochzeiten. Ligaweit ist es längst kein Geheimnis mehr, dass so manchem Gegenspieler ein kalter Schauder über den Rücken läuft, wenn er sich dem Stimmungskern nähert. In Bruneck flachte die Euphorie in den letzten Jahren gleichzeitig etwas ab. Dies soll und wird sich ab nun ändern, denn nicht nur in Sachen Flair und Stimmung will man den Erzrivalen überbieten, auch sportlich möchte man ihm ein Bein stellen.

Um Südtirols Eishockeywelt auf dieses Highlight einzustimmen, hat SportNews mit vier Persönlichkeiten gesprochen, die das Derby hervorragend kennen. Diese werden ab Mittwoch, pünktlich ab 12 Uhr, zu Wort kommen und einige spannende Sichtweisen und Derby-Anekdoten erzählen, die klarmachen, dass es sich bei diesem Duell um mehr als nur ein gewöhnliches Eishockeyspiel handelt.


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