h ICEHL

Dylan Di Perna (rechts) ist einer von acht Italo-Kanadier in der Mannschaft des HC Bozen. © APA / EXPA/JOHANN GRODER

Die Krux mit den Doppelstaatsbürgern

Seit Monaten wird heftig über die Punkteregelung in der ICE Hockey League diskutiert. Es gibt Anzeichen für eine Beschränkung der Transferkarten für Doppelstaatsbürger.

Vor allem in Österreich war der Aufschrei in den letzten Monaten groß. Die ausländischen Vereine, allen voran der HC Bozen, hätten durch die bestehende Punkteregelung einen massiven Vorteil – weil viele kanadische Eishockey-Profis einen italienischen, aber nur wenige einen österreichischen Zweitpass besitzen.


Ein Blick auf den HCB-Kader zeigt, dass aktuell acht Italo-Kanadier (Fazio, Di Perna, Plastino, Alberga, Bardaro, Catenacci, Giliati, Miceli) im Bozner Kader stehen. In Italien geboren wurde keiner von ihnen. Zum Vergleich: Beim Klagenfurter AC scheinen fünf österreichische Doppelstaatsbürger, von denen zwei im Ausland geboren wurden, auf. Dieser Umstand ist einigen Vereinsvertretern ein Dorn im Auge, zumal mit dem HC Pustertal im Sommer ein weiterer Verein aus dem Italo-Kanadier-Pool fischen kann.

Angelo Miceli spielt zwar für die italienische Nationalmannschaft, ist aber in Kanada geboren und aufgewachsen. © APA/afp / VLADIMIR SIMICEK

Die Liga selbst ist geteilt. Unter den österreichischen Klubs gibt es sowohl Hardliner, als auch Vereine, die keine großen Beschneidungen wollen. Kurz bevor der HC Pustertal in die ICE aufgenommen wurde, konnte die Forderung aus einigen Klubhäusern, wonach nur noch ein Italo als Italiener zählen soll, im Verbund abgeschmettert werden.
Im Moment herrscht Ungewissheit
Doch was sind die Lösungsvorschläge? Eine der diskutierten Optionen ist, dass nur ein paar und nicht alle Doppelstaatsbürger als Italiener gewertet werden. Die verbleibenden Italos würden das Punktekontingent zwar nicht so stark wie ein US-Amerikaner oder Skandinavier belasten, aber trotzdem deutlich mehr Punkte kosten.

Diego Kostner gilt als sogenannter Lizenz-Schweizer. © Ambrì Piotta

Ein Blick in die Schweiz zeigt, dass eine „Ausländer-Reform“ rechtlich ein schwieriges Pflaster ist. So sollen in der NLA alle Lizenz-Schweizer (ausländische Spieler ohne Schweizer Pass, die mindestens fünf Jahre im Schweizer Nachwuchs-Eishockey gespielt haben) mit 23 Jahren diesen Status verlieren. Rechtlich bewegt man sich dabei auf dünnem Eis, denn der Klage eines betroffenen Spielers würde diese Regelung kaum standhalten. Mit Diego Kostner (Ambrì) hält auch ein Südtiroler den Status eines Lizenz-Schweizers.

Ganz so verzwickt, weil auch komplett anders, scheint die Situation in der ICE nicht. Stand jetzt gab es zwar Diskussionen und Beratungen, entschieden wurde aber (noch) nichts. Für die Vereine, allen voran für die drei Neueinsteiger, keine leichte Situation. Ob bereits für die kommende Saison einschneidende Änderungen zu erwarten sind, darf allerdings bezweifelt werden – ausgeschlossen ist aber nichts.

Schlagwörter: Eishockey

Empfehlungen

Kommentare (0)

Bestätigen Sie den Aktivierungslink in unserer E-Mail, um Ihr Konto zu verifizieren und Kommentare zu schreiben.

Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen.

© 2021 Sportnews - IT00853870210