h EBEL

Dan Catenacci und Co. blicken auf einen turbulenten Saisonstart.

Volltreffer oder Fehlgriff? Die Bilanz der HCB-Neuzugänge

Die CHL-Spielzeit ist für den HCB Südtirol Alperia beendet, die Hälfte der Regular Season der EBEL längst vorbei – Zeit also die 14 Neuen im Kader des zuletzt kriselnden Meisters genauer unter die Lupe zu nehmen. Mit wem landeten die Foxes eine Verstärkung, bei welchem Spieler griffen sie daneben? Eine Zwischenbilanz.

Leland Irving (30 Jahre, Torhüter): Der ehemalige NHL-Goalie ist für den HCB ein Gewinn. Er erwies sich bereits mehrfach als Sieggarant. Das belegen die Statistiken: Mit einer Fangquote von 92,2 % weist er den drittbesten Wert der Liga auf. Allerdings fehlt Irving noch die Konstanz, was auch damit zusammenhängt, dass er letzthin immer wieder von seinen Vordermännern im Stich gelassen wurde – speziell bei den Rebounds.

Leland Irving zeigte bereits wahre Glanzleistungen, muss aber konstanter werden.


Tim Campbell (27 Jahre, Verteidiger):
Der Kanadier mit dem markanten Schnurrbart kam als No-Name aus der französischen Liga, entpuppte sich aber rasch als echte Verstärkung. Sein elegantes Spiel und sein Offensivdrang erinnern im Fernen an den in Bozen unvergessenen Sébastien Piché.

Paul Geiger (26 Jahre, Verteidiger): Beim 1,90-Meter-Hünen besteht noch viel Luft nach oben. Er ist zwar ein guter Schlittschuhläufer und versucht das Spiel aus der Verteidigung heraus anzukurbeln, allerdings agiert er bisweilen noch zu fehleranfällig. Trotz seiner bulligen Statur ist das körperbetonte Spiel noch nicht seines.

Markus Nordlund (33 Jahre, Verteidiger): Der erfahrene Finne ist der Führungsspieler im neuformierten Defensivverbund der Foxes. Er hat sowohl auf, als auch abseits des Eises eine Leaderrolle inne. Sein Puck-Handling und seine Spielübersicht sind hervorragend. In den jüngsten Krisenzeiten unterliefen allerdings auch dem Routinier viel zu viele Fehler.

Matt MacKenzie (27 Jahre, Verteidiger): Trat bisher nur selten richtig in Erscheinung – was für einen Defensivspieler kein Negativmerkmal ist. In der Tat pflegt er als klassischer Stay-at-Home-Verteidiger eine unauffällige Spielweise. Nach einer ersten Eingewöhnungszeit kann MacKenzie bei seiner ersten Europa-Station mittlerweile mit soliden Auftritten überzeugen.

Tobias Brighenti (22 Jahre, Verteidiger): Der Jungspund aus Margreid ist den Nachweis seiner EBEL-Tauglichkeit noch schuldig. Nach einem schwierigen Saisonstart mit wenig Eiszeit wurde er an Kooperationspartner Ritten abgegeben. Dort soll er Spielpraxis sammeln. Eine zweite Chance hat sich der Nationalspieler allerdings allemal verdient.

Marco Insam (29 Jahre, Flügelstürmer): Der „verlorene Sohn“ wurde mit enorm hohen Erwartungen in der Eiswelle empfangen. Nach der ersten Saisonphase scheint es so, als wäre er nie weg gewesen. Seine Vielseitigkeit und sein hammerharter Schuss sind für den HCB eine echte Waffe. Außerdem ist er als Führungspersönlichkeit mannschaftsintern enorm angesehen.

Matti Kuparinen (34 Jahre, Center): Nach einem Stotterstart, der ihm auf Anhieb viel Kritik eingebracht hat, legte der Skandinavien-Import eine beachtliche Entwicklung hin. Er ist für Trainer Kai Suikkanen längst unverzichtbar geworden. Dabei ist der Finne kein Mann der großen Töne, er geht vielmehr mit seiner aufopferungsvollen und körperbetonten Spielweise voran.

Ivan Deluca bringt alle Voraussetzungen mit, um sich in der EBEL zu behaupten.

Ivan Deluca (21 Jahre, Flügelstürmer): Der Sterzinger wurde als Perspektivspieler verpflichtet und muss dementsprechend bewertet werden. Kaum ein Südtiroler konnte in der EBEL so schnell Fuß fassen wie Deluca, bis zum definitiven Durchbruch muss er sich aber wohl noch gedulden. Nach einem guten Beginn kam er zuletzt immer seltener zum Zuge, diesen Trend muss er mit guten Trainingsleistungen kippen.

Massimo Carozza (22 Jahre, Flügelstürmer): Einen Spieler, der in der unteren Gehaltsklasse angesiedelt ist und obendrein auch das Punktekonto nicht belastet, als Fehleinkauf abzustempeln, fällt schwer. Deshalb überlassen wir das den Statistiken: 17 (Kurz)einsätze, 1 Assist, 0 Tore.

Ein Bild mit Seltenheitswert: Andrew Crescenzi bejubelt einen Torerfolg.

Brett Findlay (26 Jahre, Center): Mit 26 Torvorlagen ist der Kanadier längst zum „Assist-Gott“ der Liga aufgestiegen. Seine Spritzigkeit, sein elegantes Spiel, vor allem aber sein Auge für den freien Mann sind beeindruckend. Nur in den wichtigen Spielen zeigte er diese Qualitäten bislang noch zu selten. Von den vielen Neuzugängen ist Findlay nichtsdestotrotz der überzeugendste.

Mike Blunden (32 Jahre, Flügelstürmer): Mit Toren, Härteeinlagen und kleinen Kabinettstückchen hat er zu Saisonbeginn eindrucksvoll unter Beweis gestellt, warum er über Jahre hinweg seine Brötchen in der besten Liga der Welt verdient hat. Der HCB hat ihn in erster Linie aber wegen seiner Leaderpersönlichkeit unter Vertrag genommen und diese hat er bislang noch nicht gezeigt. In schwierigen Zeiten wie diesen muss vom ehemaligen Montreal-Stürmer mehr kommen.

Dan Catenacci (25 Jahre, Center/Flügelstürmer): Ähnlich wie seine Linienpartner Findlay und Blunden hat Catenacci bereits mehrfach seine Qualitäten angedeutet. Er weist den besten +/--Wert aller Foxes auf (+10). Allerdings ist auch er jetzt gefordert: Bozen ist auf konstant gute Leistungen seines Paradeblocks angewiesen, um in der Tabelle wieder nach oben zu klettern.

Andrew Crescenzi (26 Jahre, Flügelstürmer): Waren bei Carozza die Erwartungen im Vorhinein gedämpft, so gilt für Crescenzi genau das Gegenteil: Der langjährige AHL-Stürmer mit NHL-Erfahrung ist bis dato die größte Enttäuschung beim HCB. Er ist viel zu behäbig in seinen Bewegungen, viel zu harmlos im gegnerischen Drittel. Wenn sich das nicht ändert, ist er der erste Streichkandidat, sollte die Klubführung für Kaderveränderungen optieren.

Autor: alexander foppa

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