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Zwei Ex-Teamkollegen unter sich: Matthias Mantinger und Alex Petan © Domen Jancic

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Zwei Ex-Teamkollegen unter sich: Matthias Mantinger und Alex Petan © Domen Jancic

236 Strafminuten: Pustertal ist wieder nicht zu schlagen

Im Hexenkessel der Hala Tivoli stellte Olimpija Ljubljana den HC Falkensteiner Pustertal am Dienstag aus mehreren Gründen vor eine Reifeprüfung. Die Wölfe bestanden diese bravourös, wodurch sie dem Finale in der ICE Hockey League (ICEHL) ein großes Stück nähergekommen sind.

Playoff-Eishockey ist seit jeher der Inbegriff von Emotionen. Wenn diese jedoch Überhand gewinnen, entsteht daraus eine Partie wie am Dienstagabend. 236 (!) Strafminuten wurden in dieser von den Unparteiischen Christian Ofner und Patrick Fichtner, die zu keinem Zeitpunkt Herr der Lage waren, ausgesprochen. Die Slowenen griffen nämlich von Beginn an zu unfairen Mitteln und provozierten, was das Zeug hält. Der HC Pustertal wehrte sich zwar, ließ sich auf das Spiel der grünen Drachen aber nicht ein und feierte einen verdienten 3:0-Sieg.


Von den Slowenen durfte nach der Auftaktniederlage eine Reaktion erwartet werden – auf spielerischer, taktischer und emotionaler Ebene. Angetrieben vom frenetischen Publikum schossen Jan Drozg & Co. aber immer wieder übers Ziel hinaus. Und so entwickelte sich ab dem ersten Drittel eine Partie, in der es Rangeleien fast schon im Minutentakt gab. Auslöser dafür war eine feige Attacke von Robert Sabolic gegen den schutzlosen Raphael Andergassen, die mit einer Matchstrafe geahndet wurde. Eine weitere geschmacklose Aktion von Alex Petan, die wohl noch ein Nachspiel haben wird, folgte im dritten Abschnitt.

Pustertal zieht sein Ding durch

Manch einer dürfte sich wohl gewundert haben, ob er hier einem Boxkampf oder einem Eishockeyspiel beiwohnt. In den letzten Spielminuten führte dies dazu, dass gleich sieben (!) Slowenen gleichzeitig auf der Strafbank saßen.

In all diesem Chaos blieb eine Konstante bestehen: Pustertals Goalie Eddie Pasquale, der den Slowenen mit Glanztaten den Nerv zog. Und eine HCP-Defensive, die geschlossen, kompakt und praktisch fehlerlos auftrat. Ja, Ljubljana hatte mit dem aberkannten 1:1 von TJ Brennan etwas Pech. Ja, Ljubljana wurde zwischendurch gefährlich. Letztendlich hatte die Jaspers-Truppe aber stets alles unter Kontrolle.

Mit dem sechsten Playoff-Sieg in Serie haben sich die Wölfe nun in eine exzellente Position gebracht, um das erste ICEHL-Finale in der Vereinsgeschichte zu fixieren. Den nächsten Schritt in Richtung dieses Ziels wollen Raphael Andergassen & Co. schon am Donnerstag machen, wenn in der Intercable Arena das dritte Spiel der Serie über die Bühne geht (19.45 Uhr).

Die Höhepunkte

Pusterer TraumstartKeine drei Minuten sind gespielt – da verstummt die Hala Tivoli. Rueschhoff dringt auf der rechten Seite in die Zone ein und lässt Tokarski mit einem Schuss ins kurze Eck keine Chance.
StrafenfestivalDie Unparteiischen haben alle Hände voll zu tun und sprechen allein im ersten Drittel 41 Strafminuten aus. Ein ums andere Mal kochen die Emotionen bei Rangeleien hoch. Tore fallen in den Powerplays jedoch nicht.
StangenschussPustertal übersteht zum Start des zweiten Drittels ein weiteres Unterzahlspiel – und erhöht wenig später beinahe auf 2:0: Andergassen spielt Ticar frei, der den Puck an die Stange lenkt. Auf der anderen Seite scheitert der auffällige Drozg an Pasquale.
Wieder TicarWie schon in Bruneck erzielt Ticar in Überzahl das 2:0. Dessen Direktschuss touchiert Tokarski mit dem Knieschoner, von dort springt das Hartgummi aber ins Tor.
Strafen über StrafenNachdem Petan Bowlby von hinten eine Faust gegen den Kopf verpasst, erhöht der entwischte Bardreau mit einem flachen Schuss auf 3:0. Zahlreiche Kämpfe finden danach statt – am Pusterer Sieg gibt’s jedoch nichts mehr zu rütteln.

Olimpija Ljubljana – HC Pustertal 0:3

HKO: Tokarski (Kolin); McNeill-Brennan, Halbert-Kirichenko, MacWilliam-Gregorc, Cosic-Mehle; Meyer-Boychuk-Drozg, Sabolic-Petan-Mahkovec, Simsic-Quince-Kapel, Pance-Bericic-Bukovec
Coach: Cooper

HCP: Pasquale (Rabanser); Almquist-Blum, Lauridsen-DiTomaso, Zanatta-Osmanski, Glira; Bowlby-Ticar-Purdeller, Saracino-Bardreau-Rueschhoff, Lobis-Frycklund-Lipon, Mantinger-Andergassen-Deluca, Ierullo
Coach: Jaspers

Tore: 0:1 Rueschhoff (2.48), 0:2 Ticar (40.26), 0:3 Bardreau (55.29)

Zuschauer: 4292

Stand in der Serie: 0:2

ICE Hockey League:

AV Fehervar – Graz 99ers 1:5
Tore: 0:1 Ganahl (00.11), 0:2 Conley (31.18), 0:3 Haudum (40.38), 0:4 Conley (41.28), 1:4 Cheek (43.18), 1:5 Swaney (56.49)
Zuschauer: 4592
Stand in der Serie: 0:2

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