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Der HC Pustertal gewann auch das zweite Spiel gegen Salzburg. © HC Pustertal / I. Foppa

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Der HC Pustertal gewann auch das zweite Spiel gegen Salzburg. © HC Pustertal / I. Foppa

Außer Rand und Band: Pustertal rauscht zum nächsten Sieg

Ein ganzes Tal träumt davon, das Unmögliche möglich zu machen: Nach dem zweiten fulminanten Sieg im Viertelfinale der ICE Hockey League (ICEHL) träumt der HC Falkensteiner Pustertal gegen den Serienmeister Red Bull Salzburg plötzlich ganz groß.

Aus der Intercable Arena

Von:
Leo Holzknecht

„Kurssetzung Finale“: Diese kurze, aber prägnante Botschaft stand auf einem Choreo-Banner der Rienzkurve anlässlich des ersten Playoff-Heimspiels in dieser Saison. Dass es sich nicht um lose Worte, sondern um eine feste Überzeugung handelte, wurde in den folgenden 60 Minuten deutlich. Pustertal lieferte den nächsten Glanzauftritt, schlug den Favoriten mit 2:1 und enteilte in der Best-of-7-Serie so auf 2:0.


Eines vorneweg: Beeindruckten die Wölfe vor 48 Stunden in der Mozartstadt noch durch den spielerischen Part, so waren an diesem Abend ganz andere Tugenden gefordert: Leidensfähigkeit, Aufopferungsbereitschaft und Kampfwille. Grund dafür war der Gegner, der im Vergleich zum ersten Duell ein anderes Gesicht zeigte und sein ganzes Potenzial ausschöpfte. Ein ums andere Mal gelang es den Bullen, sich in der offensiven Zone festzusetzen. Die dicht gestaffelte HCP-Defensive stand jedoch ihren Mann, machte den Österreichern das Leben ungemein schwer und konnte sich erneut auf einen überragenden Eddie Pasquale verlassen.


Der kanadische Schlussmann stand im Dauereinsatz, behielt durch den dichten Verkehr stets den Durchblick und zeigte keine einzige Unsicherheit. Wie er die Nachschüsse kontrollierte, war Weltklasse.

Glira mit heroischer Leistung

Ein Sonderlob gebührte jedoch auch Daniel Glira. Vor dem Spiel noch zum siebten Verteidiger „degradiert“, avancierte das Eigengewächs zum Matchwinner. Das Tor zum 2:1, als er ohne zu zögern einfach mal draufhielt, stand sinnbildlich für seinen konsequenten Auftritt. Auch in Unterzahl fühlte Glira dem Gegner auf den Zahn, störte diesen und hinderte ihn am Abschluss.

Die Choreografie des HC Pustertal.

Die Choreografie des HC Pustertal.


Was man den Wölfen hingegen erneut ankreiden muss, ist die mangelnde Chancenauswertung. Wie schon in Salzburg hätten Cole Bardreau & Co. früher das Spiel entscheiden können. Aus einem halben Dutzend Hochkaräter, darunter mehrere Alleingänge, wurde kein Kapital geschlagen. Sollte die Jaspers-Truppe in den nächsten Spielen auch an dieser Stellschraube drehen, stünde dem Halbfinaleinzug wirklich nichts mehr im Wege. Denn das Rezept, um den Meister zu schlagen, besitzen die Wölfe. Schon in 48 Stunden, wenn in Salzburg um 19.15 Uhr das dritte Spiel der Serie steigt, soll das erneut unter Beweis gestellt werden.

Die Höhepunkte

Immer wieder BowlbyDer US-amerikanische Wirbelwind ist nicht zu bremsen und findet zu Spielbeginn drei Top-Chancen vor, wobei er einmal den Pfosten trifft. Glück für die Bullen.
Viel los in BruneckSalzburg wird nach einem vorsichtigen Start besser und geht durch St-Denis' Nachschuss in Führung. Pustertal antwortet durch wen wohl? Richtig: Bowlby, der in Unterzahl von Bardreau in Szene gesetzt wird und allein vor Tolvanen trocken abschließt.
Ausgerechnet GliraPustertal gibt auch im zweiten Drittel Gas und kommt mit der vierten Reihe zum Torerfolg. Mantingers Schläger bricht beim Schussversuch, der Puck kullert daraufhin auf Gliras Kelle, der nicht lange fackelt und Tolvanen zwischen den Schonern erwischt.
Der muss reinEin Raunen geht durch das Oval, als Lewington nur die Stange trifft. Pustertal übersteht im Verlauf des Mitteldrittels weitere Druckphasen, ehe Saracino zum Start des dritten Abschnittes gleich zwei Hochkaräter kläglich liegenlässt.
Was für ein KampfSalzburg versucht alles, aber wirklich alles, um das Spiel geradezubiegen. Das Pusterer Abwehrbollwerk macht jedoch nicht – und gibt den umjubelten Sieg nicht mehr aus der Hand.

HC Pustertal – Red Bull Salzburg 2:1

HCP: Pasquale (Rabanser); Blum-Almquist, Lauridsen-DiTomaso, Zanatta-Osmanski, Glira; Saracino-Bardreau-Rueschhoff, Bowlby-Ticar-Purdeller, Lobis-Frycklund-Lipon, Mantinger-Andergassen-Deluca.
Trainer: Jaspers

RBS: Tolvanen (Kickert); Stephens-Corcoran, Nienhuis-Krygier, Robertson-Lewington, Rebernig; Thomas Raffl-Nissner-Schneider, Michael Raffl-St. Denis-Bourke, Thaler-Baltram-Huber, Kraus-Wukovits-Schreier, Auer.
Coach: Viveiros

Tore: 0:1 St-Denis (11.02), 1:1 Bowlby (13.43), 2:1 Glira (22.55)

Zuschauer: 3104

Stand in der Serie: 2:0

ICE Hockey League:

Olimpija Ljubljana – HC Bozen 1:2
Tore: 1:0 Boychuk (13.40), 1:1 McClure (23.54), 1:2 Gildon (53.32)
Zuschauer: 3765
Stand in der Serie: 1:1

Villacher SV – Graz 99ers 1:5
Tore: 0:1 Huber (41.01), 0:2 Harnisch (42.13), 0:3 Currie (54.15), 1:3 Rebernig (56.24), 1:4 Currie (58.34), 1:5 Lippitsch (59.39)
Zuschauer: 3107
Stand in der Serie: 0:2

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