S+
Die Foxes kamen gegen Olimpija Ljubljana neuerlich unter die Räder. © Vanna Antonello

h ICEHL

Die Foxes kamen gegen Olimpija Ljubljana neuerlich unter die Räder. © Vanna Antonello

Das war's! Der HC Bozen fliegt raus

Der große HC Bozen muss eine der größten Demütigungen seiner jüngeren Vereinsgeschichte hinnehmen: Die Foxes treten nach nur fünf Playoff-Spielen den Urlaub an. Die Art und Weise des Scheiterns ist verheerend.

Aus der Sparkasse Arena in Bozen

Alexander Foppa

Von:
Alexander Foppa

Aus und vorbei! Der HCB Südtirol Alperia hat am Donnerstagabend in seiner eigenen Arena eine herbe 1:4-Niederlage kassiert und damit auch die Viertelfinalserie gegen Olimpija Ljubljana mit 1:4 verloren. Die 3.200 Fans in der Eiswelle waren entsetzt.


Dabei war die Botschaft der Anhänger vor Spielbeginn noch klar und deutlich. „Eier zeigen oder Game over“, so stand es sinngemäß auf einem großen Banner. Doch da hatte offenbar jemand den Schuss nicht gehört. Die Foxes verschliefen nämlich das Startdrittel komplett und wehrten sich erst langsam gegen das Aus. Dann zwar vehement, aber erfolglos.


Der wilde Sturmlauf der Bozner, die aufs selbe Lineup setzten wie zuletzt in Slowenien, wurde durch Cristiano DiGiacintos Tor gekrönt, das den zwischenzeitlichen 0:1-Rückstand ausglich. Er beendete eine 137-minütige Torsperre der Südtiroler. Diese drängten im Schlussdrittel zwar auf den Sieg, doch gerade da schlug Ljubljana eiskalt zu – und das gleich mehrfach.

So scheitern – das tut weh

Ein Ausscheiden im Viertelfinale ist keine Schande, auch nicht für den HC Bozen. Die Art und Weise des Scheiterns ist allerdings verheerend. War der HCB immer ein Team, das im Playoff über sich hinauswuchs, so war es dieses Mal alles anders: Mit Beginn der Post Season war jeglicher Killerinstinkt plötzlich dahin. Dazu kamen unzählige Defensivschnitzer und ein unerklärlicher Leichtsinn. Auch an diesem Donnerstag.

So lief Bozens letzter Auftritt

Gegentor mit AnsageLjubljana hat gleich die besseren Chancen. Zunächst scheitert Mahkovec am Pfosten, einen Alleingang von Meyer kann Harvey stoppen. Doch dann zappelt der Puck im Netz: Petan sieht Mahkovec, der aus dem Slot direkt abzieht und ins Eck trifft (13.). Danach scheitert Brennan auch noch doppelt am Aluminium.
Bozen, endlich!Die Foxes erwachen aus ihrer seit anderthalb Spielen währenden Lethargie. Plötzlich wirbeln sie wie von der Tarantel gestochen, erspielen sich Chance um Chance. Doch der Puck will einfach nicht rein. Gersich, Gazley, McClure, Gildon – sie alle scheitern am überragenden Torhüter Tokarski und am eigenen Unvermögen.
Da ist es, das TorZu Beginn des Schlussdrittels fällt der fällige, überfällige Ausgleich: Mantenuto leitet hinter dem Tor zu Frigo weiter, der den freistehenden DiGiacinto perfekt in Szene setzt. Den Puck knallt der Italo-Kanadier in die Maschen (45.). Kurz darauf schrammt Schneider sogar am 2:1 vorbei.
Samuelsson, mein GottWie gewonnen, so zerronnen. Da trifft Bozen endlich mal, dann scheppert es hinten schon wieder. Samuelsson läuft grundlos nach vorne, womit sich hinter ihm große Freiräume öffnen. Boychuk nutzt diese aus, indem er den Puck ins Kreuzeck schießt – 1:2 (52.).
Jetzt wird's bitterZwar versucht sich der HCB nochmal aufzubäumen, doch hier ist nichts mehr zu holen. Im Gegenteil, treiben Mahkovec (59.) und Boychuk (60.) das Ergebnis mit zwei Empty-Net-Toren doch noch weiter in die Höhe.

Nach dem Spiel hagelte es zunächst Pfiffe und Buhrufe, erst als die Fankurve wieder zu Gesängen ansetzte, gab es auch von den restlichen Tribünen einen verabschiedenden Applaus. Den größten Beifall erntete aber Olimpija-Stürmer Ziga Pance. Er hatte den HCB 2014 zum Meister gemacht. Ein Moment, der sich für jeden Bozner Fan an diesem Abend so weit weg anfühlen dürfte wie nie zuvor.



HCB Südtirol Alperia – HK Olimpija Ljubljana 1:4

HCB: Harvey (Vallini); Gildon-Seed, Samuelsson-Valentine, Miglioranzi-Barberio, Larcher; Schneider-Bradley-McClure, Pollock-Gersich-Gazley, DiGiacinto-Mantenuto-Frigo, Brunner-Misley-Frank, Gennaro.
Coach: Shedden

Olimpija: Tokarski (Kolin); Cosic-Brennan, McNeill-Halbert, MacWilliam-Gregorc, Crnovic; Meyer-Boychuk-Mehle, Sabolic-Petan-Mahkovec, Pance-Quince-Kapel, Bohinc-Bericic-Bukovec.
Coach: Cooper

Tore: 0:1 Marcel Mahkovec (12.04), 1:1 Cristiano DiGiacinto (44.44), 1:2 Zach Boychuk (51.11), 1:3 Marcel Mahkovec (58.58), 1:4 Zach Boychuk (59.42)

Zuschauer: 3.190

Endstand Best-of-7-Serie: 1:4


Die weiteren ICE-Viertelfinalduelle:

Klagenfurter AC – Fehérvár AV 8:3
Tore: 1:0 Mursak (0.19), 1:1 Cheek (2.57), 2:1 Schwinger (5.18), 2:2 Archibald (10.21), 3:2 Jensen Aabo (15.03), 3:3 Hari (18.50), 4:3 Nickl (20.24), 5:3 From (22.40), 6:3 Petersen (29.03), 7:3 Obersteiner (35.50), 8:3 Petersen (54.08)
Zuschauer: 4.400
Best-of-7-Serie: 2:1

EC Salzburg – HC Pustertal
Best-of-7-Serie: 0:4 – Pustertal im Halbfinale

Graz 99ers – Villacher SV
Best-of-7-Serie: 4:0 – Graz im Halbfinale

Kommentare (0)

Bestätigen Sie den Aktivierungslink in unserer E-Mail, um Ihr Konto zu verifizieren und Kommentare zu schreiben. Aktivierungslink erneut senden
Vervollständigen sie Ihre Profil-Angaben, um Kommentare zu schreiben.
Profil bearbeiten

Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen.

© 2026 First Avenue GmbH