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Pustertal bot einen mannschaftlich geschlossenen Auftritt. © Gintare Karpaviciute - EC Red Bull Salzburg

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Pustertal bot einen mannschaftlich geschlossenen Auftritt. © Gintare Karpaviciute - EC Red Bull Salzburg

Den Pusterer Toreros glückt der erste Playoff-Streich

Obwohl der HC Falkensteiner Pustertal den Grunddurchgang der ICE Hockey League (ICEHL) auf dem starken fünften Platz beendete, treffen die Wölfe im Viertelfinale auf den amtierenden Meister Red Bull Salzburg. Zum Playoff-Auftakt erstarrten die Wölfe angesichts des großen Namens des Gegners jedoch nicht in Ehrfurcht, sondern fügten diesem eine empfindliche Niederlage zu.

Die roten Bullen lehren der Konkurrenz der ICEHL seit vier Jahren ununterbrochen das Fürchten. Besonders in den Playoffs fand zuletzt kein Weg an Thomas Raffl & Co. vorbei. Mit drei Siegen aus vier Partien in der Regular Season hatten die Schwarz-Gelben jedoch bewiesen, dass sie über das richtige Rezept verfügen, um den scheinbar übermächtigen Gegner zu bezwingen. Den nächsten Beleg lieferte die Mannschaft von Jason Jaspers am Dienstag, als sie im ersten Spiel der Best-of-7-Serie den Salzburgern überlegen war – und mit 3:2 nach Verlängerung den ersten Sieg einfuhr.


Daniel Glira & Co. stellten sich den Hausherren in der mit knapp 3.000 Zusehern gefüllten Salzburger Eisarena wie ein furchtloser Stierkämpfer in den Weg. Und wie ein Torero, der im letzten Moment sein rotes Tuch vor dem anstürmenden Stier wegzieht, ließen die Südtiroler – vor allem ab dem zweiten Drittel – ihren Gegner ein ums andere Mal ins Leere laufen. Pustertal war das aktivere, zweikampfstärkere und klar bessere Team. Warum es dennoch in die Overtime ging? Einfach: Der HCP machte aus den zahlreichen Chancen schlicht zu wenig.

Pustertal macht's spannend

Beispiele gefällig? Tommy Purdeller – der auffälligste Spieler auf dem Eis – tanzte im dritten Abschnitt die ganze Salzburger Defensive aus, ehe er in Torhüter Atte Tolvanen seinen Meister fand. Auch gegen die komplett blank stehenden Mikael Frycklund und Henry Bowlby wuchs der Austro-Finne über sich hinaus. Der dreifache Playoff-MVP war hauptverantwortlich dafür, dass sich die Gastgeber in die Verlängerung retteten. Verdienterweise schnappten sich dort die spielbestimmenden Pusterer den Sieg. Erneut stand Purdeller im Mittelpunkt, Linienkollege Rok Ticar diente als Vollstrecker.

Die ganze Pusterer Bank war anschließend aus dem Häuschen, herzte den slowenischen Stürmer, verließ das Eis jedoch ohne große Feierlichkeiten in Richtung Kabine. Denn bei aller Euphorie sind sich die Südtiroler bewusst, dass eine Best-of-7-Serie lang ist – vor allem gegen Salzburg. Die Art und Weise, wie die Wölfe an diesem Abend auftraten, muss aber für eine noch breitere Brust bei Purdeller & Co. sorgen. Schon in 48 Stunden, wenn in der Intercable Arena um 19.15 Uhr das zweite Spiel steigt, soll das der Gegner zu spüren bekommen.

Die Höhepunkte

Fataler FehlerSieben Minuten sind gespielt, als Pustertal nach einem Scheibenverlust im Vorwärtsgang ausgehebelt wird: Huber spielt beim Konter zur Mitte, wo Stephens mit einem missratenen Schuss Pasquale bezwingt.
Klare SacheKurz nach Wiederbeginn brandet Jubel bei den mitgereisten Pusterern auf: Frycklunds Tor, der nach einem Gegenstoß genau das linke Eck trifft, wird wegen einer Abseitsstellung von Lobis jedoch aberkannt.
Da ist esPustertal dominiert den zweiten Abschnitt und erzielt den verdienten Ausgleich durch DiTomaso, der perfekt von Bardreau angespielt wird und den Puck mit einem satten Handgelenkschuss ins Kreuzeck knallt.
Turbulente MinuteBinnen 71 Sekunden fallen zwei Tore: Zuerst staubt Bowlby im Powerplay ins leere Tor ab, ehe Michael Raffl St-Denis in Szene setzt und dieser allein vor Pasquale eiskalt bleibt.
WowWas für eine herrliche Aktion: Über Purdeller lanciert der HCP einen Konter, den Ticar eiskalt abschließt. Nach dem Querpass des Youngsters unter Lewingtons Schläger hebt der Slowene den Puck unter die Latte.

Red Bull Salzburg – HC Pustertal 2:3 n.V.

RBS: Tolvanen (Kickert); Stephens-Corcoran, Nienhuis-Krygier, Robertson-Lewington, Rebernig; Thomas Raffl-Nissner-Schneider, Michael Raffl-St. Denis-Huber, Thaler-Baltram-Bourke, Kraus-Wukovits-Schreier, Auer.
Coach: Viveiros

HCP: Pasquale (Rabanser); Lauridsen-DiTomaso, Blum-Almquist, Glira-Osmanski, Zanatta; Bowlby-Ticar-Purdeller, Saracino-Bardreau-Rueschhoff, Lobis-Frycklund-Lipon, Mantinger-Andergassen-Deluca.
Trainer: Jaspers

Tore: 1:0 Stephens (6.56), 1:1 DiTomaso (28.11), 1:2 Bowlby (36.38), 2:2 St-Denis (37.49), 2:3 Ticar (65.50)

Zuschauer: 2945

Stand in der Serie: 0:1

ICE Hockey League, Playoffs:

HC Bozen – Olimpija Ljubljana 2:3 n.V.
Tore: 1:0 Di Giacinto (21.44), 2:0 Pollock (26.16), 2:1 McNeil (37.21), 2:2 Mahkovec (59.24), 2:3 Petan (60.55)
Zuschauer: 2802
Stand in der Serie: 0:1

Graz 99ers – Villacher SV 2:1 n.V.
Tore: 0:1 Helewka (20.41), 1:1 Collins (36.59), 2:1 Currie (74.12)
Zuschauer: 4126
Stand in der Serie: 1:0

Klagenfurter AC – Fehervar 1:0 (Spiel abgebrochen)
Tore: 1:0 Waschnig (4.54)

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