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Eddie Pasquale war Pustertals Fels in der Brandung. © EC Red Bull Salzburg / Manuel Mackinger - EC Red Bull Salzburg

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Eddie Pasquale war Pustertals Fels in der Brandung. © EC Red Bull Salzburg / Manuel Mackinger - EC Red Bull Salzburg

Der Meister wankt: Pustertal ist nicht zu bremsen

1804 Tage sind verstrichen, seit Red Bull Salzburg in der ICE Hockey League (ICEHL) letztmals eine Playoff-Serie verloren hat. Nach dem dritten Viertelfinal-Sieg eines fantastischen HC Falkensteiner Pustertal droht diese Strähne, ein Ende zu finden.

Wer hätte darauf gewettet, dass der HC Pustertal nach drei Playoff-Partien gegen den vierfachen amtierenden Meister mit 3:0 führen und am Dienstag die Chance auf einen sogenannten Sweep haben würde? Wohl nur die kühnsten Optimisten. Nun ist dieses im Vorfeld undenkbare Szenario aber Realität. Am Freitag feierte die Mannschaft von Jason Jaspers einen hochverdienten 4:3-Auswärtssieg, womit sie sich vier Matchpucks erarbeitete.


So überraschend der Serienstand auf den ersten Blick erscheinen mag, ist er die logische Folge des Geschehens auf dem Eis. Denn Pustertal war dem Favoriten auch am Samstag nicht nur ebenbürtig, sondern über weite Strecken erneut überlegen: Spielerisch, taktisch, eisläuferisch. Und vor allem ist es die mannschaftliche Geschlossenheit, die den entscheidenden Unterschied ausmacht. Während die Bullen wie eine Horde vieler Einzelspieler auftreten, ist der HCP ein eingeschworener Haufen.

Nerven wie Drahtseile

Ins Scheinwerferlicht spielten sich in der Salzburger Eisarena nicht nur die Spieler, sondern pfiffen sich auch die Schiedsrichter. Nachdem Andreas Huber gegen seinen eigenen Bruder Mario eine Matchstrafe aussprach, ereignete sich beim Stand von 2:1 aus Pusterer Sicht eine höchst strittige Szene. Ein Rueschhoff-Tor wurde wegen eines hohen Stocks nicht gegeben, obwohl der US-Amerikaner den Puck in der Luft nicht berührte. Was die Unparteiischen wohl zur Aberkennung verleiten ließ, war der Kontakt mit Tolvanens Bretthandschuh. Diese Entscheidung hatte weitreichende Folgen, da es kurz darauf 2:2 statt 1:3 hieß.

Die Tatsache, dass sich die Wölfe von dieser Situation nicht beirren ließen, ist der Beleg ihrer Charakterstärke. Sie besannen sich auch fortan auf die eigenen Stärken, bestraften die Defizite der schwach verteidigenden Bullen und schafften es auf beeindruckende Art und Weise, das gegnerische Powerplay zu neutralisieren. Salzburg wartet nach drei Partien immer noch auf seinen ersten Treffer in Überzahl – und das, obwohl Thomas Raffl & Co. schon neun Powerplays hatten. Dieses Element ist einer der Hauptgründe, warum die Wölfe kurz vor dem Halbfinaleinzug stehen.

Diesen könnten Daniel Glira & Co. schon am kommenden Dienstag festmachen, wenn in der Intercable Arena das vierte Spiel der Serie stattfindet (19.45 Uhr). Neben dem HCP stehen auch die Graz 99ers nach dem dritten Erfolg gegen den Villacher SV kurz vor dem Einzug in die Vorschlussrunde.

Die Höhepunkte

SchockstartWie Feuerwehrmänner, die zu einem Brand eilen, starten die Bullen ins Spiel. Das 1:0 von Bourke, der im Slot sehenswert von Michael Raffl in Szene gesetzt wird, ist folgerichtig.
Die perfekte AntwortTrotz des Rückstands ist Pustertal nicht beeindruckt – im Gegenteil. Lobis spielt in der 14. Minute einen Zuckerpass vors Tor auf Bardreau, der sich nicht zweimal bitten lässt.
Ein GeniestreichMit viel Elan kommen die Wölfe aus der ersten Drittelpause. Frycklund gewinnt hinter dem Tor einen Zweikampf gegen St-Denis und düpiert Tolvanen mit einem Bauerntrick.
Wie bitterZuerst ein aberkanntes Tor, dann mehrere vergebene Hochkaräter und schließlich das 2:2 durch Nienhuis' Weitschuss: Plötzlich läuft alles gegen den HCP. Ein Lauridsen-Kracher per Schlagschuss bringt die Wölfe nichtsdestotrotz wieder in Front.
Was ist denn hier los?Zum Ende des Mitteldrittels fallen binnen 18 Sekunden zwei Tore: Zuerst fälscht Auer einen Krygier-Schuss unhaltbar ab, bevor Blum nach einem Bowlby-Zuspiel einfach mal draufhält und so den Konter abschließt.
Pasquale hält dichtAuf den überragenden Pasquale können sich die Wölfe immer verlassen. Der Kanadier ist im Schlussdrittel mit etlichen Glanzparaden zur Stelle – und hat auch das nötige Glück, als Nissner nur den Pfosten trifft.

Red Bull Salzburg – HC Pustertal 3:4

RBS: Tolvanen (Kickert); Stephens-Corcoran, Nienhuis-Krygier, Robertson-Lewington, Rebernig; Thomas Raffl-Nissner-Schneider, Michael Raffl-St. Denis-Bourke, Coe-Thaler-Huber, Kraus-Baltram-Schreier, Auer.
Coach: Viveiros

HCP: Pasquale (Rabanser); Blum-Almquist, Lauridsen-DiTomaso, Glira-Osmanski, Zanatta; Saracino-Bardreau-Rueschhoff, Bowlby-Ticar-Purdeller, Lobis-Frycklund-Lipon, Mantinger-Andergassen-Deluca.
Trainer: Jaspers

Tore: 1:0 Bourke (2.50), 1:1 Bardreau (13.33), 1:2 Frycklund (21.40), 2:2 Nienhuis (27.29), 2:3 Lauridsen (35.24), 3:3 Auer (37.33), 3:4 Blum (37.51)

Zuschauer: 3400

Stand in der Serie: 0:3

ICE Hockey League:

Graz 99ers – Villacher SV 3:1
Tore: 1:0 Swaney (10.18), 2:0 Huber (13.30), 2:1 Wall (26.52), 3:1 Kotkansalo (35.04)
Zuschauer: 4126
Stand in der Serie: 3:0

HC Bozen – Olimpija Ljubljana 2:3
Tore: 1:0 Bradley (2.52), 2:0 Bradley (27.24), 2:1 Mahkovec (47.01), 2:2 MacWilliam (47.15), 2:3 Meyer (47.39)
Zuschauer: 3920
Stand in der Serie: 1:2

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