
Alan Lobis hat gut lachen: Der Pustertal-Crack spielt derzeit stark auf. © Iwan Foppa / HC Pustertal
Der Opa als spezieller Fan: Ein junger Pusterer blüht auf
Ein Sieg trennt den HC Pustertal von der großen Sensation: Am Dienstag (ab 19.45 Uhr) können die Wölfe den amtierenden Serienmeister Salzburg aus den Playoffs kegeln und ins Halbfinale einziehen. Für Furore will da auch die Pusterer Entdeckung der Saison sorgen.
17. März 2026

Von:
Thomas Debelyak
Seit fünf Jahren ist der HC Pustertal schon Teil der ICE Hockey League. Nun stehen die Wölfe kurz davor, die größte Sensation in ihrer Liga-Historie zu vollbringen. In der Viertelfinalserie gegen den vierfachen Serienmeister Red Bull Salzburg liegen die Pusterer mit 3:0 in Führung. Noch ein Sieg fehlt, dann sind die Bullen raus – und die Wölfe im Halbfinale. Bereits am Dienstag kann es im Heimspiel (ab 19.45 Uhr) soweit sein.
Einer, der diese Erfolgsgeschichte mitschreibt, ist Alan Lobis. Der 21-Jährige aus Kaltern kann getrost als eine der großen Entdeckungen der bisherigen Pusterer Saison angesehen werden. Nach zwei starken Wintern bei den Rittner Buam in der Alps Hockey League wurde der Stürmer im vergangenen Sommer fix von den Pusterern unter Vertrag genommen. Als 13. (und letzter) Angreifer gestartet, spielte sich Lobis im Mannschaftsgefüge immer weiter nach oben und hat sich mittlerweile einen Platz in der dritten Linie neben Mikael Frycklund und JC Lipon erkämpft. Von den Südtiroler Stürmern beim HCP sammelt derzeit nur Tommy Purdeller mehr Time on Ice.
Alan Lobis spielt derzeit stark auf. © Iwan Foppa / HC Pustertal
Lobis zahlt das Vertrauen voll zurück, vor allem in Viertelfinale 3 am Samstag. Beim 4:3-Triumph in Salzburg glänzte der Kalterer mit zwei sehenswerten Assists. „Es ist eine brutal geile Serie, es macht richtig viel Spaß“, schwärmt Lobis im Gespräch mit SportNews, der aber auch weiß: „Der letzte Sieg ist immer der schwierigste. Ein Team, das vor dem Aus steht, wird alles und noch mehr reinhauen. Wir müssen versuchen, weiter unser Spiel zu spielen, so wie in den bisherigen drei Partien.“
Der Opa ist eine Legende beim HC Bozen
Wenn Lobis am Dienstag mit seinem HCP um das Halbfinale kämpft, dann wird einer ganz besonders die Daumen drücken: Opa Herbert Strohmaier. Bei nicht wenigen Südtirolern dürfte es nun klingeln, denn Opa Strohmaier ist in der hiesigen Eishockeyszene ein bekannter Mann. 16 Jahre lang spielte der heute 72-Jährige für den HC Bozen, feierte mit Italiens Rekordmeister acht Scudetti und war einige Zeit sogar Kapitän.„Ich habe Opa gefragt, ob er Bozen oder uns die Daumen drückt. Er sagte, er sei ein Fan von mir.“ Alan Lobis
Der Opa eine Legende beim HC Bozen, der Enkel ein aufstrebendes Talent beim großen Rivalen Pustertal – fällt da manchmal auch der eine oder andere Spruch? „Nein“, lacht Alan Lobis und schiebt hinterher: „Opa ist einfach nur brutal stolz, und er hat große Freude, mich spielen zu sehen. Er ist bei den Heimspielen in Bruneck auch oft im Stadion.“ Mit einem Schmunzler fügt Lobis an: „Ich habe ihn mal gefragt, wem er die Daumen drückt – uns oder den Boznern. Er sagte, er sei ein Fan von mir!“
Herbert Strohmaier, HCB-Legende und Opa von Alan Lobis. © kp
Lobis läuft in Bruneck mit der Nummer 16 auf, die sein Opa ein Leben lang getragen hat. „Das macht mich schon stolz“, so der 21-Jährige, der aus einer waschechten Hockeyfamilie stammt. Neben Opa Herbert (er ist der Vater von Alans Mama Miriam) ist auch Papa Mathias Lobis ein ehemaliger Eishockey-Crack, der ebenfalls für den HC Bozen, vor allem aber für den SV Kaltern gespielt hat. Schwester Laura Lobis zählt zu den besten Eishockeyspielerinnen Italiens und nahm erst kürzlich an den Olympischen Spielen teil.
Nun steht also das vierte Viertelfinale gegen Salzburg an. „Unser Ziel war es von Beginn an, um den Pokal mitzuspielen. Das wird immer realistischer. Zunächst müssen wir aber die Serie zumachen!“, so Lobis, der seinen Vertrag in Bruneck übrigens bis Sommer 2029 verlängert hat.
Zeigt der HC Bozen eine Reaktion?
Während der HC Pustertal vom Halbfinale träumt, sinnt der HC Bozen auf Wiedergutmachung. Die Foxes haben am Samstag eine der bittersten Niederlagen der letzten Jahre kassiert: In Viertelfinale 3 lagen die Weißroten gegen Olimpija Ljubljana mit 2:0 in Führung, ehe die Slowenen das Match innerhalb von 38 Sekunden (!) drehten. Der HCB ist bereits am Montagmittag in Vollbesetzung nach Ljubljana aufgebrochen, Coach Doug Shedden will erst heute entscheiden, welche Spieler auf die Tribüne müssen.ICE-Viertelfinale, Spiel 4 (Best-of-7)
Villacher SV – Graz99ers (19.15 Uhr)Stand in der Serie: 0:3
Olimpija Ljubljana – HC Bozen (19.15 Uhr)
Stand in der Serie: 2:1
HC Pustertal – Red Bull Salzburg (19.45 Uhr)
Stand in der Serie: 3:0
Viertelfinale, Spiel 2
Fehervar AV19 – Klagenfurter AC (19.15 Uhr)Stand in der Serie: 0:1
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