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Dieter Knoll während seiner Rede beim Media Day in der Sparkasse Arena. © Vanna Antonello

Dieter Knoll erklärt den „neuen“ HC Bozen

Die alljährliche Teampräsentation des HCB Südtirol Alperia hat eine Eigenheit: Über weite Strecken ist sie ein Alleinunterhaltungsprogramm von Geschäftsführer und Sportdirektor Dieter Knoll. Dass der Macher beim HCB aber durchaus Interessantes, Wissenswertes und Skurriles zu berichten hat, offenbarte sich an diesem Dienstag zum erneuten Mal.

Im Rahmen des Media Day in der Eiswelle, die ab dieser Saison den Namen Sparkasse Arena trägt, begrüßte Knoll den kompletten Mannschaftskader, den Trainerstab, das Ärzte-Team, Vereinsmitarbeiter, Bozens Vize-Bürgermeister Luis Walcher und zahlreiche Medienvertreter. Der HCB-Boss nutzte die Gelegenheit, um zu folgenden Themen klar Stellung zu beziehen.


Die Neuzugänge: „Uns wurden allein auf der Center-Position rund 100 Spieler angeboten, der Markt war mit Stürmern überfüllt. Wir haben uns aber keine Spieler aufreden lassen, sondern haben diese präzise ausgewählt und erst dann deren Berater kontaktiert. Schwierigkeiten hatten wir einzig auf der Torhüterposition. Es hat lange gedauert, bis wir zusätzlich zu Andy Bernard mit Samuel Harvey einen zweiten Goalie verpflichten konnten. Wir haben ihn in unzähligen Videos ganz genau studiert und schließlich für gut befunden.“

Star-Einkauf Christian Thomas: „Wir konnten den Deal erst vor 2, 3 Tagen eintüten, weil wir bis dahin wirklich viel Überzeugungsarbeit leisten mussten. Der Mann hat die vergangenen Jahre in der KHL und in der Schweiz hunderttausende Euro kassiert. So einer kommt nicht einfach nach Bozen. Wir mussten ihm all die Vorzüge aufzeigen, die ihm diese Stadt, die Region, der Verein und dessen Umfeld bieten. Vielversprechend ist bei ihm auch die Aussicht, einmal die italienische Staatsbürgerschaft annehmen zu dürfen.“

Die Einheimischen: „Mit Hannes Kasslatter, Leonardo Felicetti und Enrico Miglioranzi konnten wir drei gute Spieler aus Italien unter Vertrag nehmen. Darüber hinaus sind wir Kooperationen mit den Alps-Vereinen Meran, Unterland, Gröden und Fassa eingegangen. Dies sehe ich als ideale Lösung, um den Jungen Spielpraxis zu ermöglichen. Wir müssen diese gezielt einsetzen, denn Zeit auf der Ersatzbank ist für sie verlorene Zeit.“

Glen Hanlon spielte und trainierte lange in der NHL, nun soll er den HCB in die Playoffs führen. © Vanna Antonello


Trainer Glen Hanlon: „Er hat in den besten Ligen der Welt gearbeitet, seine Fachkenntnisse sind unglaublich. Die Verantwortlichen in Znojmo (Hanlons letzte Station, Anm.d.Red.) haben ihn als besten Trainer ihrer Klubgeschichte beschrieben. Wir haben auch bei seinen ehemaligen Spielern nachgefragt und durch die Bank positive Rückmeldungen erhalten. Ich sehen ihn als Mittelweg seiner Vorgänger: er ist nicht der Kumpel-Typ wie es Doug Mason war, zugleich hat er aber auch nicht eine so harte Gangart wie Greg Ireland. Übrigens: Alle Spielerverpflichtungen wurden in Abstimmung mit Hanlon getätigt. Ohne sein Okay haben wir keinen Ausländer engagiert.“

Der neue Kapitän: „Alexander Egger hatte seinen eigenen Stil, die Mannschaft zu führen. Ebenso Anton Bernard. Mit Daniel Frank wird wieder ein neuer frischer Wind Einzug halten. Ich denke, er wird besonders das Teambuilding außerhalb der Eisfläche forcieren und bei den gemeinsamen Freizeitbeschäftigungen der Spieler einiges bewegen.“

Daniel Frank wird den HC Bozen in dieser Saison erstmals als Kapitän aufs Eis führen. © Vanna Antonello



Haustiere der Spieler: „Wir achten bei der Spielerwahl ganz besonders aufs Umfeld, die Familie, ihre Vorlieben und Interessen. Das muss alles passen. Nehmen wir ein Beispiel: Vor Jahren hatten wir 7 oder 8 Spieler mit Haustieren im Kader. Das führte immer wieder zu Problemen mit den Wohnungsvermietern. Wer will auch schon jedes Jahr das Sofa oder andere Einrichtungsgegenstände ersetzen müssen. Dieses Jahr haben wir nur einen mit Hund in unserer Mannschaft – das passt also!“

ICE-Neuling Asiago: „Es ist beachtlich und zugleich für alle Beteiligten auch nicht einfach, wenn eine so kleine Eishockey-Region wie die unsere drei Teilnehmer der ICE stellt. Allerdings wird sowohl in Asiago als auch beim zweiten Neuling in Feldkirch gut gearbeitet, die Klubs haben Tradition und sportliche Qualität. Wir brauchen ein breites Teilnehmerfeld in der Liga. Kommende Saison wird dieses voraussichtlich erweitert.“

Finanzielle Schwierigkeiten: „Dornbirn und Znojmo wurde diese Hürden zum Verhängnis. Schwierigkeiten hatten wir während der Coronazeit auch. Glücklicherweise stehen uns die wichtigsten Sponsoren aber treu zur Seite. Ein anderer Aspekt sind die Zuschauer. Wir generieren 40 Prozent unserer Einnahmen aus dem Ticketverkauf, wir brauchen also unsere Fans. Ich hoffe, die Corona-Situation ermöglicht über die gesamte Saison freien Zugang ins Stadion.“

Bozens Vize-Bürgermeister Luis Walcher (links) will die Umbauarbeiten in der Sparkasse Arena in die Wege leiten. © Vanna Antonello


Die Sparkasse Arena: „Sie soll diese Saison wieder eine richtige Festung werden. Ich bin mir sicher, dass unsere Fans für eine einmalige Stimmung sorgen werden. Gleichzeitig sind wir in regem Austausch mit der Stadtverwaltung was anstehende Umbauarbeiten betrifft. Neben der Errichtung einer zweiten Eisfläche soll auch unsere Heimspielstätte stetig modernisiert werden.“

Die Saisonvorbereitung: „Ich habe in all den bisherigen Spielen gute Ansätze gesehen. Das Testmatch am Mittwoch in Gröden und das Südtirol Summer Classic am Wochenende in unserer Arena werden neue Erkenntnisse bringen. Besonders auf das Turnier hier in Bozen mit Ambrì, Düsseldorf und Pilsen freue ich mich. Es wird ein tolles Wiedersehen mit unseren Fans.“

Das Saisonziel: „Bozen muss in der ICE vorne dabei sein, zumindest in den Playoffs mitmischen. Dies ist uns in der vergangenen Saison erstmals seit der Ligazugehörigkeit nicht gelungen. Ich bin überzeugt, dass wir die Weichen gelegt haben, um diese Saison wieder in die K.o.-Phase einzuziehen.“






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