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Pascal Brunner sorgte bei seinem HCB-Debüt für Furore. © Social Media

Eishockey im Blut: Ein HCB-Debütant mit großem Namen

Es war ein Debüt mit Ansage. Pascal Brunner hat am Dienstag sein erstes ICE-Match mit dem HC Bozen bestritten, auf Anhieb überzeugt und sich so für weitere Aufgaben empfohlen. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt: Überraschend kommt das keinesfalls – im Gegenteil.

Von:
Thomas Debelyak

Nanu, wer ist denn dieser Spieler? Eine robuste und stattliche Physis hat er. Flink, leidenschaftlich, erfrischend gleitet er übers Eis. Den Checks geht er nicht aus dem Weg, sondern wirft sich mutig hinein. Und obwohl es den Anschein hat, als würde dieser Crack schon seit jeher in dieser Mannschaft spielen, unterscheidet er sich im Vergleich zu seinen Mitspielern in einem Punkt doch wesentlich. Auf dem Rücken des Trikots ragt die schlichte Nummer 12, einen Namen sucht man vergebens. So ist das eben, wenn beim HC Bozen ein Leihspieler zum Einsatz kommt. In diesem Fall war das Pascal Brunner vom HC Meran, der am Dienstag gegen die Graz99ers sein ICE-Debüt gab, das wegen der überzeugenden Art sogar als „Traumeinstand“ bezeichnet wurde.

„Hier haben mich alle sehr gut aufgenommen.“ Pascal Brunner

„Es war sehr schön, hier zu spielen. Es ist natürlich ein anderes Niveau, aber ich habe probiert, mitzuspielen. Mit den Jungs ist es schon toll“, freute sich Brunner nach dem Spiel und ergänzt: „Ich trainierte schon seit Sonntag mit der Mannschaft, deshalb wusste ich auch, dass ich zum Einsatz kommen werde. Hier haben mich alle richtig gut aufgenommen.“ Zur Belohnung darf der 1,88 Meter große Angreifer auch am Freitag im Derby gegen Pustertal (19.45 Uhr in Bruneck) mitwirken.

Top-Ausbildung in der Schweiz

Zarte 20 Jahre ist Pascal Brunner alt, doch erlebt hat er schon einiges. Zuletzt spielte er sechs Jahre in der Schweiz, genoss in der Jugend von Davos und Bern eine gute Ausbildung, spielte auch für eine Saison in der zweithöchsten Liga, ehe es ihn zu Beginn der heurigen Spielzeit wieder in die Meraner Heimat verschlagen hat. Dort arbeitet er nicht nur im elterlichen Restaurant Saxifraga als „Barista“, wie er mit einem Grinsen verrät, sondern spielt auch richtig starkes Hockey.

Einer, der nicht zurücksteckt: Pascal Brunner (links) im Trikot des HC Meran. © Sarah Mitterer


In 23 Alps-Hockey-League-Spielen netzte Brunner bei seinem HC Meran zwölf Mal ein und lieferte zu zehn weiteren Toren die Vorarbeit. Das sind starke Zahlen, die den Stürmer nicht nur in den Kreis der Nationalmannschaften befördert haben, sondern nun auch zum großen HC Bozen, wo er in seinem Gastspiel nahtlos an die Leistungen anknüpfte.

Eine bewegende Familiengeschichte

Dass der Youngster mit reichlich Puck-Talent gesegnet ist, kommt nicht überraschend. Immerhin entstammt er aus der berühmtesten Eishockey-Dynastie Merans. Eine Geschichte, die bewegend ist. Brunners Vater Markus zählte in den 90er-Jahren zu den besten Spielern des Landes. Er war einer der ersten Südtiroler Cracks, die den Sprung nach Kanada, ins Mutterland des Eishockeys, gewagt haben. Er hat später beim HC Bozen gespielt und ist dort Italienmeister geworden, genauso wie wenig später mit Heimatverein Meran, den er 1999 als Kapitän zum bislang letzten Serie-A-Titel der Vereinshistorie führte.

„Matchi“ wurde jedoch auch von einem Schicksalsschlag heimgesucht: Im Februar 2005 traf ihn in einem Match der Schläger eines Gegners so unglücklich am linken Auge, dass er das Augenlicht verlor. Damals war von der schlimmsten Verletzung der hiesigen Eishockey-Geschichte die Rede. Brunner kehrte trotz dieses Handicaps aufs Eis zurück und absolvierte noch einige Spiele.

Pascal Brunner im roten Trikot des HC Bozen: Der Youngster machte ein starkes Debüt. © VANNA ANTONELLO


Aber nicht nur der Vater von Pascal, der von den sportlichen Charakteristiken her große Ähnlichkeiten mit dem Sohnemann hat, ist im Südtiroler Eishockey eine Berühmtheit. Auch Opa Hansjörg war eine Institution und hat das Meraner Eishockey so geprägt wie sonst kein anderer. In seinen 28 Jahren als Vereinspräsident führte Hansjörg den HCM nicht nur zu zwei Serie-A-Meistertiteln, sondern entfachte in der Passerstadt auch eine Euphorie, die es zuvor nie gegeben hatte und danach nie mehr geben sollte. Im September 2020 starb er im Alter von 73 Jahren.

Hansjörg Brunner wäre sicher stolz gewesen, hätte er am Dienstag seinen Enkel in der Sparkasse Arena spielen sehen. Genauso wie sein Vater Markus stolz sein dürfte, dass der Sohnemann erstmals ICE-Luft schnuppern durfte. Ob sich Pascal Brunner selbst vorstellen könnte, künftig fix für den HC Bozen aufzulaufen? „Ja“, antwortet der 20-Jährige kurz und bündig. Liefert er weiterhin so ab, dann wird für die Foxes an ihm im Sommer kein Weg vorbeiführen.

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