
Innsbruck-Torhüter Sam Harvey bot eine grandiose Leistung. © I. Foppa / HCP
Ex-Bozner wird zum Spielverderber: Pustertals bittere Pleite
Die Intercable Arena war in der frühen Saisonphase das Ass im Ärmel des HC Falkensteiner Pustertal. Am Freitagabend verließen die Wölfe das Eis in den eigenen vier Wänden jedoch erstmals als Verlierer. Entscheidenden Anteil daran hatte ein Spieler des HC Innsbruck, der im Vorjahr noch für den Erzrivalen Bozen auflief.
16. Oktober 2026
Aus der Intercable Arena
Von:
Leo Holzknecht
Nach einem gebrauchten letzten Wochenende mit zwei Niederlagen in Serie kehrten Tommy Purdeller & Co. am Freitag in den Wölfebau zurück. Dieser erwies sich in den bisherigen vier Heimspielen als entscheidender Faktor – und sollte den Schwarz-Gelben auch an diesem Abend Glück verleihen. Trotz einer über weite Strecken überzeugenden Vorstellung standen sie am Ende aber mit nur einem Punkt da. Angeführt vom überragenden Sam Harvey im Tor setzte sich Innsbruck mit 3:2 nach Verlängerung durch.
Trainer Jason Jaspers war am Freitag zu einem wahren Liniendomino gezwungen, da mit Austin Rueschhoff und Henry Bowlby zwei Leistungsträger im Sturm ausfielen. Trotz ihrer Absenz kontrollierten und dominierten die Hausherren das Spielgeschehen – besonders ab dem zweiten Drittel. Der Strick um den Hals der Haie wurde von Minute zu Minute enger gezogen, bis die Wölfe den Nordtiroler Abwehrriegel knacken und in Person von Austin Osmanski das 2:1 erzielten.
Innsbruck, das sich bis zu diesem Zeitpunkt in seinem Drittel einigelte und sich auf das Können von Harvey verließ, war nun gezwungen, proaktiv nach vorne zu spielen. Aus ihren begrenzten Mitteln ernteten die Haie, die zuletzt mit zwei Siegen in Serie aufgezeigt hatten, den maximalen Ertrag. Und so gelang den Österreichern kurz vor dem Ende des zweiten Drittels der 2:2-Ausgleich, der in keiner Weise den Spielverlauf widerspiegelte.
Harvey, der Teufelskerl
Dank Harvey, der seine Vorderleute ein ums andere Mal aus der Patsche half (und des Pfostens), retteten sich die Haie tatsächlich in die Verlängerung. In dieser vertändelten die Hausherren leichtfertig den Puck und mussten mitansehen, wie die Innsbrucker Minimalisten den Sieg aus dem Pustertal regelrecht „stahlen“.Die Höhepunkte
| Turbulenter Start | 87 Sekunden sind erst gespielt – und schon jubelt der HCP: Ein DiTomaso-Weitschuss wird vor dem Tor geblockt, Lobis reagiert am schnellsten und staubt ab. 45 Sekunden später kombinieren sich Mayer, Scherbak und Witting sehenswert zum Ausgleich. |
| Harvey überragt | Die Schlussminute des ersten Drittels läuft, als Harvey über sich hinaus wächst. Nachdem Ierullo einen flachen Pass an den Pfosten lenkt, hält der Kanadier den Nachschuss durch einen unglaublichen Spagat. |
| Der Druck wächst | Pustertal spielt den Gegner im zweiten Drittel schwindelig. Die Belohnung folgt in der 32. Minute, als Osmanski Harvey aus kurzer Distanz zwischen den Beinen erwischt. Ein Owre-Ablenker zwölf Sekunden vor Drittelende stellt alles wieder auf null. |
| Was für ein Pech | Bardreau liefert sich im Schlussabschnitt ein Privatduell mit Harvey. Bei einem Solo bleibt er an dessen Beinschoner hängen, einmal fehlen nur Zentimeter, ehe kurz vor Schluss bei einem Weitschuss der Pfosten klirrt. |
| Kurze Overtime | Farrance spielt nach 50 Sekunden in der offensiven Zone einen haarsträubenden Fehlpass, Owre bedankt sich, sieht den mitgelaufenen Benker, der den Puck unter die Latte knallt. |
Die ohnehin dezimierten Wölfe haben nun weniger als 48 Stunden, um sich von diesen Strapazen zu erholen. Denn am Sonntag beginnt das Auswärtsspiel beim Villacher SV schon um 13.30 Uhr. Parallel verlor auch der HC Bozen bei Olimpija Ljubljana.
HC Falkensteiner Pustertal – HC Innsbruck 2:3 n.V.
HCP: Furlong (Crepaz); Lauridsen-Di Tomaso, Farrance-Osmanski, Glira-Zanatta; Moncada-Fitzgerald-Lipon, Lobis-Bardreau-Ierullo, Zandegiacomo-Fontaine-Purdeller, Deluca-Mantinger.Trainer: Jaspers
HCI: Harvey (Brandner); Messner-Lindner, Mayer-Wichers, Frimmel-Kernberger, Stöffler; Benker-Owre-Macierzinsky, Scherbak-Richards-Witting, Bär-Davis-Rappold, Kerber-Bretschneider-Klingler.
Coach: Kinasewich
Tore: 1:0 Lobis (1.27), 1:1 Scherbak (2.12), 2:1 Osmanski (32.19), 2:2 Owre (39.48), 2:3 Benker (60.56)
Zuschauer: 2.744
ICE Hockey League:
Ferencvaros Budapest – Pioneers Vorarlberg 4:3Tore: 1:0 Silye (4.10), 2:0 Mihalik (10.26), 2:1 Lam (33.18), 2:2 Murray (38.25), 3:2 Dobos (48.54), 3:3 Skrastins (56.22), 4:3 Savoie (57.17)
Zuschauer: 1.289
Villacher SV – Graz 99ers 2:4
Tore: 1:0 Hancock (13.17), 1:1 Dobnig (39.21), 2:1 Hancock (40.59), 2:2 Roy (49.46), 2:3 Collins (50.53), 2:4 Ganahl (58.01)
Zuschauer: 3.018
Klagenfurter AC – Vienna Capitals 2:3
Tore: 0:1 Peeters (3.10), 1:1 St-Denis (15.04), 1:2 Gersich (38.03), 1:3 Gersich (42.43), 2:3 Hundertpfund (45.17)
Zuschauer: 3.815
Red Bull Salzburg – Black Wings Linz 0:6
Tore: 0:1 Bliss (19.48), 0:2 Knott (21.20), 0:3 Knott (37.40), 0:4 Maier (37.40), 0:5 Grüllenberger (52.00), 0:6 Shaw (53.16)
Zuschauer: 3.106
Olimpija Ljubljana – HC Bozen 5:4
Tore: 1:0 Halbert (00.52), 1:1 Gazley (16.02), 2:1 Lawrence (28.55), 3:1 Pance (30.33), 3:2 Ratcliffe (35.34), 4:2 Bericic (47.28), 4:3 Bradley (48.41), 5:3 Mahkovec (53.39), 5:4 Mantenuto (54.09)
Zuschauer: 3.421
| SP | G | U | V | TV | P | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. Linz | 11 | 8 | 0 | 3 | 45:28 | 24 |
| 2. HCB Südtirol | 10 | 7 | 0 | 3 | 39:28 | 21 |
| 3. Olimpija Ljubljana | 10 | 7 | 0 | 3 | 47:30 | 20 |
| 4. EC Klagenfurt | 11 | 7 | 0 | 4 | 44:33 | 20 |
| 5. Vienna Capitals | 10 | 6 | 0 | 4 | 30:28 | 17 |
| 6. Graz99ers | 11 | 6 | 0 | 5 | 30:31 | 17 |
| 7. HC Mailand | 10 | 5 | 0 | 5 | 30:32 | 16 |
| 8. HC Pustertal | 9 | 5 | 0 | 4 | 28:25 | 15 |
| 9. HC Innsbruck | 11 | 6 | 0 | 5 | 28:30 | 15 |
| 10. Ferencvarosi | 9 | 4 | 0 | 5 | 28:32 | 13 |
| 11. EC Villacher SV | 10 | 4 | 0 | 6 | 27:32 | 13 |
| 12. EC Salzburg | 11 | 4 | 0 | 7 | 33:42 | 13 |
| 13. Fehervar | 10 | 3 | 0 | 7 | 19:33 | 11 |
| 14. Vorarlberg | 11 | 0 | 0 | 11 | 24:48 | 1 |
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