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Erich Falkensteiner weiß, wie er seine Pusterer Spieler motivieren kann. © Iwan Foppa

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Erich Falkensteiner weiß, wie er seine Pusterer Spieler motivieren kann. © Iwan Foppa

Falkensteiner an seine Wölfe: „Macht euch unsterblich“

Die Spannung steigt, die Vorfreude ist greifbar: In Bruneck beginnt jetzt – Anfang März – die heißeste Zeit des Jahres. Der HC Pustertal startet in die Playoffs! Klubchef Erich Falkensteiner schwört seine Wölfe auf denkwürdige Eishockeyabende ein, die über eine ganze Saison entscheiden.

Alexander Foppa

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Alexander Foppa

Wochenlang wurde gekämpft, geschwitzt und gerechnet. Jetzt ist er endlich da: der Moment, auf den alles hinausläuft. Wenn das Eis zur Bühne für alles oder nichts wird. Wenn es nicht mehr um Punkte, sondern um Ehre und Ruhm geht. Jetzt zählt jeder Wechsel doppelt. Jeder Schuss kann Geschichte schreiben, und jede Parade eine Saison retten. Jetzt steckt das ganze Pustertal im Playoff-Fieber.


Einen, den dieses Fieber längst gepackt hat, ist Erich Falkensteiner. Er ist der Präsident und mit seiner Hotelgruppe zugleich auch Namensgeber des HC Falkensteiner Pustertal. SportNews erreicht ihn telefonisch in der Unternehmenszentrale in Wien. „Heute ist noch Arbeit, kommende Woche dann dreht sich bei mir alles um Eishockey. Ich freue mich wie ein kleines Kind.“

„Jetzt kommt die Kirsche auf die Torte. Genießen wir es.“ HCP-Präsident Erich Falkensteiner

Falkensteiner ist seit knapp fünf Jahren der Präsident des Vereins, er hat die Wölfe in die ICE Hockey League geführt. Dort will er mit seinem Klub nun zum zweiten Mal ins Halbfinale. „Es wäre ein Traum“, so der 67-Jährige aus Ehrenburg, der dann gleich hinterherschiebt: „Das Ziel haben wir schon erreicht. Jetzt kommt die Kirsche auf die Torte. Genießen wir es einfach.“

Ticketverkauf läuft an

Das ausgerufene Ziel war eine Platzierung in den Top 6. „Dorthin muss der HC Pustertal, dort wollen wir uns etablieren“, so Falkensteiner, der um Bodenständigkeit bemüht ist. „Im Herbst, als wir von der Tabellenspitze grüßen durften, hat hier der ein oder andere schon angefangen zu träumen – ja, ich selbst auch ab und zu. Aber wir müssen Schritt für Schritt gehen.“ Der nächste dieser Schritte heißt Viertelfinale. Und er heißt womöglich HC Bozen.

In Bruneck träumt man von einem Viertelfinale gegen Bozen. © Iwan Foppa

In Bruneck träumt man von einem Viertelfinale gegen Bozen. © Iwan Foppa


Dieter Knoll, der Klubboss des Erzrivalen, sprach im SportNews-Interview von einem absoluten Wunschduell. Das sieht auch sein Brunecker Pendant so. „Es ist kaum vorstellbar, was das Derby für einen Hype auslösen würde“, so Falkensteiner. Ein Fakt untermauert seine These: Bis Freitagmorgen hat der HCP rund 1.000 Tickets für das erste Viertelfinal-Heimspiel am kommenden Donnerstag verkauft – ohne dass der Gegner überhaupt feststeht. Dieser wird unmittelbar nach dem letzten Pre-Playoff-Spiel am Freitag- oder Sonntagabend im Pick ermittelt.
„Die Rivalität zieht sich durch beide Vereine. Aber es ist eine gesunde Rivalität.“ HCP-Präsident Erich Falkensteiner

Es ist jedenfalls wahrscheinlich, dass Pustertal am Dienstag im Viertelfinale entweder auf Bozen oder Salzburg trifft. „Beides zwei unglaublich starke Gegner“, weiß Falkensteiner, der jedoch ein „elektrisierendes Duell“ mit dem zweifachen Meister aus der Landeshauptstadt bevorzugt. Während sich die Fanlager verhasst gegenüberstehen, stehen die beiden Klubs in konstruktivem Austausch, so der HCP-Präsident. „Natürlich zieht sich die Rivalität durch beide Vereine. Aber es ist eine gesunde Rivalität. Wenn es um Liga-Belange geht, ziehen Pustertal und Bozen an einem Strang.“

Präsident, Sponsor und Fan in Personalunion: Erich Falkensteiner. © Michael Ranalter

Präsident, Sponsor und Fan in Personalunion: Erich Falkensteiner. © Michael Ranalter


Egal, ob Bozen, Salzburg oder doch Klagenfurt oder Graz – wer ab jetzt für Pustertal auf dem Eis steht, spielt nicht nur gegen den Gegner, sondern auch gegen die eigenen Grenzen. Schmerzen werden ignoriert, Müdigkeit wird verdrängt. „Ich hoffe, das ist jedem klar“, so Falkensteiner, der selbst einen Appell an seine Spieler gerichtet hat: „Ich habe gesagt: 'Geht raus und macht euch unsterblich.' In den Playoffs haben sie die Chance, hier im Tal zu Legenden zu werden.“ Braucht es eine weitere Motivation für die Wölfe? Wohl kaum! Jetzt liegt es an den Spielern, Falkensteiners Worte in Taten zu verwandeln.

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