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Jon Blum & Co. verloren auch das zweite Finalspiel. © HC Pustertal / I. Foppa

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Jon Blum & Co. verloren auch das zweite Finalspiel. © HC Pustertal / I. Foppa

Glück- und chancenlos: Graz überrumpelt Pustertal

„Wir werden am Freitag zurückschlagen“, hatte der Trainer des HC Falkensteiner Pustertal, Jason Jaspers, im Vorfeld des zweiten Finalspiels gegen die Graz 99ers verlauten lassen. Auf die Worte ließen die Wölfe jedoch keine Taten folgen, denn auch am Freitag waren die Steirer eine Nummer zu groß.

Aus der Intercable Arena

Von:
Leo Holzknecht

Dass die Graz 99ers noch am Titelgewinn in der ICE Hockey League (ICEHL) gehindert werden können, ist nach zwei Finalspielen nur schwer denkbar: Die Mannschaft von Dan Lacroix feierte im zehnten Playoff-Spiel den zehnten Sieg – 5:1 hieß es in Bruneck nach dem Ertönen der Schlusssirene. Es war die nächste Machtdemonstration einer Grazer Mannschaft, die den ausverkauften Brunecker Hexenkessel mit unglaublich effektivem Eishockey in Schockstarre versetzte.


Und die Wölfe? Sie stehen nach zwei Finalspielen nun mit leeren Händen und vielen Fragen da. Auf diese muss Jaspers schnellstmöglich eine Antwort finden, zumal sich die 99ers schon am Sonntag in den eigenen vier Wänden drei Matchpucks erarbeiten könnten. Spielbeginn im Merkur Eisstadion ist dann bereits um 16.30 Uhr.

Graz ist abgebrühter

Pustertals deutliche 1:5-Niederlage vor 48 Stunden war fast zur Gänze auf zwei Faktoren zurückzuführen. Einerseits ließ die Chancenverwertung zu wünschen übrig, andererseits erwies sich die Disziplin als großes Manko. An der ersten Stellschraube drehte der HCP, da er im ganzen Spiel nur drei Strafzeiten verbüßen musste. Die Kaltschnäuzigkeit avancierte hingegen auch an diesem Abend zum großen Problem. Pustertal kombinierte, kreierte und erspielte sich knapp ein Dutzend guter Torchancen. Doch wie viele davon gingen rein? Nur eine.

Ja, bei gleich vier (!) Stangentreffern war viel Pech im Spiel. Ja, Graz-Backup Nicolas Wieser absolvierte erneut eine grundsolide Partie. Ein ums andere Mal schossen die Wölfe den 28-Jährigen aber regelrecht an. Der Satz „viel Aufwand, wenig Ertrag“ passte an diesem Abend wie die Faust aufs Auge. Auch aus den vier Powerplays, die die Wölfe zur Verfügung hatten, schlugen sie kein Kapital. Eine Bilanz, die für ein Playoff-Finale nicht gut genug ist.

Dass die Wölfe lange spielerisch ebenbürtig waren, war letztendlich hinfällig und zugleich für die Jaspers-Truppe ein schwacher Trost. Denn bekanntlich zählen im Eishockey nicht Schönheitsnoten, sondern nur die Ziffern auf dem Videowürfel. Und diese sprachen wie schon in Graz eine klare Sprache.

Die Höhepunkte

Ein Stich ins HerzPustertal startet wie die Feuerwehr – und doch führt Graz nach drei Minuten. Kasper Kotkansalo geht im Slot verloren, nimmt Maß und setzt den Puck ins Kreuzeck.
Gibt es das?Dreimal haben die HCP-Fans den Jubelschrei auf den Lippen, die Torhymne läuft jedoch nicht, weil die Stange jeweils im Weg steht. Rueschhoff, Purdeller und vor allem Bardreau können es kaum fassen.
Wie verhextBowlby hat bei einem schnellen Konter über Purdeller die große Chance auf den Anschlusstreffer, stattdessen fällt aber das 0:2, als Hora im Powerplay mit einem Direktschuss erfolgreich ist.
Das war’s wohlPustertal stürmt, Graz trifft. Nick Bailen fackelt nach einem gewonnenen Bully nicht lange und bezwingt Pasquale über der Schulter. 13 Sekunden vor Drittelende lässt Koch – mit einem weiteren Schuss unter die Latte – die Intercable Arena verstummen.
Immerhin ein TorEs sieht bereits danach aus, als ob Wieser ein Shutout feiern könnte. Almquist verhindert dies aber nach schöner Rueschhoff-Vorbereitung. Zuvor hatte Swaney mit der Rückhand das 5:0 besorgt.

HC Pustertal – Graz 99ers 1:5

HCP: Pasquale (Rabanser); Lauridsen-DiTomaso, Almquist-Blum, Zanatta-Osmanski, Glira; Ierullo-Frycklund-Lipon, Saracino-Bardreau-Rueschhoff, Bowlby-Ticar-Purdeller, Mantinger-Andergassen-Deluca, Zandegiacomo.
Coach: Jaspers

G99: Wieser (Grascher); Kotkansalo-Holzer, Brunner-Bailen, Koch-Hora, Stapelfeldt; Roy-Vela-Currie, Huber-Haudum-Swaney, Ganahl-Schiechl-Conley, Moosbrugger-Harnisch-Feldner, Lippitsch.
Coach: Lacroix

Tore: 0:1 Kotkansalo (2.57), 0:2 Hora (29.19), 0:3 Bailen (33.19), 0:4 Koch (39.47), 0:5 Swaney (51.23), 1:5 Almquist (55.29)

Zuschauer: 3104

Stand in der Serie: 0:2

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