
Pustertal wurde deklassiert. © I. Foppa / HC Pustertal
Grazer Rumpftruppe macht mit Pustertal, was sie will
Der Auftritt des HC Falkensteiner Pustertal gegen die Graz 99ers konnte am Mittwochabend mit einem Wort kurz und knapp zusammengefasst werden: blutleer. Tabellarisch schmerzte die Niederlage zwar nicht, aufs Gemüt der anwesenden Fans drückte sie aber trotzdem.
28. Januar 2026
Aus der Intercable Arena
Von:
Leo Holzknecht
Aus drei Gründen durfte der HC Pustertal zuversichtlich ins Spiel starten. Nummer 1: Die Intercable Arena erwies sich zuletzt mit vier Siegen in Serie als uneinnehmbare Festung. Nummer 2: Mit dem rundum überzeugenden 3:0-Sieg in Fehervar vom letzten Samstag wurde der Aufwärtstrend fortgesetzt. Nummer 3: Den Grazern fehlten gleich sieben Stammspieler. Trotz dieser Vorzeichen kassierten die Wölfe eine kaum erklärbare 1:7-Klatsche.
Die Ursachen für diese Niederlage sind in der Einstellung der Wölfe zu finden. Ab der ersten Minute fehlten der Biss, die Leidenschaft, der Einsatz – eigentlich alles. Es hatte fast schon den Eindruck, als ob Pustertal den stark ersatzgeschwächten Gegner unterschätzt habe. Vorne kamen kaum zwei Pässe in Serie an, hinten wurde kein Druck auf den Gegner erzeugt. Große Freiräume, die die 99ers konsequent bespielten, waren die Konsequenz. Hinzu kam: Pustertals Fels in der Brandung, Torhüter Eddie Pasquale, erwischte einen rabenschwarzen Tag und wurde nach fünf Gegentoren ausgewechselt. Eine Fangquote von 71 Prozent sprach Bände.
Hilflose Wölfe
Zur Wahrheit gehört jedoch auch, dass den Hausherren an diesem Abend das nötige Glück fehlte: Beim Stand von 1:3 trafen sowohl Tommy Purdeller als auch Greg Di Tomaso jeweils den Pfosten. Wäre einer dieser Schüsse im Tor gelandet, hätte die Partie womöglich einen anderen Verlauf genommen. Vom Konjunktiv können sich Raphael Andergassen & Co. jedoch nichts kaufen – das wissen die Wölfe selbst.Spätestens als die Steirer in der 26. Minute das 5:1 erzielten, hiss der HCP die weiße Fahne. Das Spiel plätscherte nur noch vor sich hin, weil Graz nicht wollte und Pustertal nicht konnte. Den Schwarz-Gelben bleibt nun nichts anderes übrig, als Fehleranalyse zu betreiben, das Spiel schnellstmöglich aus den Köpfen zu bekommen und in 48 Stunden gegen den Villacher SV (19.45 Uhr) neu anzugreifen. Parallel hatte auch der HC Bozen in Linz nicht den Hauch einer Chance.
Die Höhepunkte
| Pusterer Schlafmützen | Ohne Biss, ohne Schwung, ohne Leidenschaft starten die Wölfe. Die Quittung ist das 0:3: Zuerst trifft Roy aus kurzer Distanz, dann fälscht DiTomaso einen Zündel-Schuss ins eigene Tor ab, ehe Harnisch Pasquale mit einem Ablenker das Nachsehen gibt. |
| Ein Quäntchen Hoffnung | Noch bevor das Drittel zu Ende ist, gelingt den Wölfen das 1:3: Andergassen gewinnt ein Anspiel, Mantinger zieht ab und Deluca ist mit dem Nachschuss zur Stelle. |
| Auch das Glück fehlt | Pustertal drückt nach Wiederbeginn vehement auf den Anschlusstreffer, der aber nicht fallen will, weil Purdeller und DiTomaso nur die Stange treffen. Auf der anderen Seite staubt Huber zum 4:1 ab, bevor Reiner den unglücklichen Pasquale-Arbeitstag beendet. |
| Wieder Huber | Die Wölfe-Verteidigung gewährt den Grazern Geleitschutz und muss den nächsten Treffer hinnehmen. Haudum hat im Slot alle Zeit der Welt, legt zur Mitte, wo Huber ins leere Tor trifft. Das 7:1 besorgt dann der verloren gegangene Haudum. |
HC Pustertal – Graz99ers 1:7
HCP: Pasquale (Rabanser); Zanatta-Blum, Lauridsen-DiTomaso, Osmanski-Almquist, Glira; Bowlby-Bardreau-Lobis, Rueschhoff-Ticar-Purdeller, Ierullo-Frycklund-Saracino, Mantinger-Andergassen-Deluca.Trainer: Jaspers
G99: Lagace (Wieser); Kotkansalo-Reiner, Koch-Zündel, Stapelfeldt-Braun; Roy-Collins-Feldner, Huber-Haudum-Harnisch, Kainz-Schiechl-Ganahl, Lippitsch-Moosbrugger-Krainz.
Trainer: Lacroix
Tore: 0:1 Roy (10.06), 0:2 Zündel (11.26), 0:3 Harnisch (17.35), 1:3 Deluca (19.35), 1:4 Huber (23.28), 1:5 Reiner (25.49), 1:6 Huber (34.59), 1:7 Haudum (55.11)
Zuschauer: 2.114
ICE Hockey League:
Klagenfurter AC – Ferencvaros Budapest 5:2Tore: 1:0 Fraser (1.03), 2:0 Preiml (8.15), 2:1 Bengtsson (16.58), 3:1 From (23.29), 4:1 Dobrovolny (36.38), 4:2 Coulter (40.26), 5:2 Petersen (52.16)
Zuschauer: 3394
Red Bull Salzburg – Fehervar AV19 4:0
Tore: 1:0 Coe (1.50), 2:0 Bourke (6.51), 3:0 Stephens (30.13), 4:0 St. Denis (44.37)
Zuschauer: 3400
Villacher SV – Vienna Capitals 4:1
Tore: 1:0 van Nes (19.07), 2:0 Rebernig (33.05), 3:0 Budgell (49.26), 3:1 Franklin (53.59), 4:1 Helewka (58.01)
Zuschauer: 3081
Black Wings Linz – HC Bozen 6:0
Tore: 1:0 Pusnik (9.26), 2:0 Collins (11.25), 3:0 Barron (23.55), 4:0 Barron (37.52), 5:0 Barron (40.59), 6:0 Collins (52.04)
Zuschauer: 3880
Die Tabelle
| SP | G | U | V | TV | P | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. EC Klagenfurt | 42 | 29 | 0 | 13 | 149:103 | 88 |
| 2. EC Salzburg | 43 | 29 | 0 | 14 | 147:91 | 84 |
| 3. Graz99ers | 40 | 27 | 0 | 13 | 134:85 | 81 |
| 4. HCB Südtirol | 42 | 25 | 0 | 17 | 146:113 | 77 |
| 5. Olimpija Ljubljana | 41 | 26 | 0 | 15 | 152:114 | 74 |
| 6. HC Pustertal | 41 | 24 | 0 | 17 | 140:112 | 72 |
| 7. Vienna Capitals | 41 | 18 | 0 | 23 | 102:121 | 55 |
| 8. Linz | 42 | 20 | 0 | 22 | 134:135 | 55 |
| 9. Fehérvár | 42 | 17 | 0 | 25 | 96:133 | 54 |
| 10. EC Villach | 40 | 17 | 0 | 23 | 124:134 | 52 |
| 11. Ferencvárosi | 42 | 15 | 0 | 27 | 111:151 | 50 |
| 12. Vorarlberg | 40 | 13 | 0 | 27 | 99:157 | 39 |
| 13. HC Innsbruck | 42 | 9 | 0 | 33 | 100:185 | 26 |
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