
Rolly Benvenuti, Hubi Gasser, Bob Oberrauch und Martin Pavlu wurden geehrt. © DLife
Große Emotionen schon vor dem Spiel: Bozen feiert seine Helden
Der erste Meisterschafts-Sonntag in der neuen Saison, sollte ein ganz besonderer sein für den HC Bozen. Am Ende wurde es gar ein geschichtsträchtiger. Mit einer großen Zeremonie zog der Verein die Rückennummern von gleich vier Klub-Ikonen ein.
20. September 2026

Von:
Alexander Foppa
Die Spieler des HC Bozen und von Red Bull Salzburg waren gerade erst in der Arena eingetroffen, da hallten bereits Sprechchöre durchs Rund. Die Tribünen waren bereits gut besucht. Und das nicht wegen des anstehenden Top-Spiels der ICE ( hier geht's zum Live-Ergebnis), sondern zu Ehren von vier Legenden der Foxes.
Bereits anderthalb Stunden vor Spielbeginn begann die Zeremonie. Im Mittelpunkt: Rolly Benvenuti, Hubert Gasser, Robert Oberrauch, und Martin Pavlu. Die früheren Kapitäne gewannen mit Bozen von den 1960er-Jahren bis rund um die Jahrtausendwende alles, was es zu gewinnen gab.
Künftig werden die Rückennummern von Benvenuti (8), Hubert Gasser (16, Brad McClure darf sie aktuell noch tragen), Oberrauch (4) und Pavlu (25) nicht mehr vergeben. Sie wurden unter tosendem Applaus der HCB-Fans unters Hallendach gezogen – dort, wo bereits die legendäre Nummer 33 von Gino Pasqualotto hängt.
Rolly Benvenuti
- Rolly Benvenuti begann als siebenjähriger Junge auf den Eisflächen des Bozner Bodens mit dem Eislaufen und schaffte bereits mit 17 Jahren den Sprung in die erste Mannschaft des HCB. Von 1967 bis 1981 trug er 14 Saisonen lang das weiß-rote Trikot, die letzten sechs davon als Kapitän, und gewann vier Meistertitel. Besonders unvergessen bleibt das entscheidende Meisterschaftsspiel am 9. März 1973 gegen Cortina: Nach einem 1:4-Rückstand startete Bozen eine spektakuläre Aufholjagd, ehe Benvenuti beim Stand von 4:4 den entscheidenden Führungstreffer erzielte. Auch mit der italienischen Nationalmannschaft nahm er an acht Weltmeisterschaften teil. Nach seiner aktiven Karriere blieb er dem Eishockey eng verbunden und wurde über viele Jahre als Expertenstimme bei den Rai-Übertragungen bekannt. Vom jungen Eisläufer aus dem Bozner Boden bis zum Kapitän und Meistermacher – Benvenuti wurde zu einer festen Größe in der Geschichte des HCB.
Hubert Gasser
- Hubert Gasser entstammt einer echten HCB-Familie und schaffte 1970/71 den Sprung in die erste Mannschaft, nachdem bereits seine Brüder Georg und Norbert für die Weiß-Roten gespielt hatten. 15 Spielzeiten lang blieb der treffsichere Stürmer dem Club verbunden, davon die letzten vier Jahre als Kapitän, und gewann insgesamt acht Meistertitel. Unvergessen bleibt insbesondere das Meisterschaftsfinale vom 9. März 1973 gegen Cortina: Nach einem 1:4-Rückstand leitete Gasser mit seinem Treffer die spektakuläre Aufholjagd ein, die innerhalb weniger Minuten zum 5:4-Sieg und zum zweiten Meistertitel der Vereinsgeschichte führte. Auch für die italienische Nationalmannschaft war Gasser erfolgreich und nahm an sieben Weltmeisterschaften teil. Bei der C-WM 1977 erzielte er in nur sechs Spielen neun Tore und vier Assists und hatte damit maßgeblichen Anteil am Aufstieg Italiens in die B-Gruppe. 15 Saisons, acht Meistertitel und vier Jahre als Kapitän machten Hubert Gasser zu einem prägenden Teil der weiß-roten Geschichte.
Robert Oberrauch
- Robert Oberrauch begann seine Eishockeygeschichte als Kind, als ihn Gino Pasqualotto mit in die Eishalle in der Romstraße nahm. 1981/82 debütierte er in der ersten Mannschaft des HCB und entwickelte sich in 16 Jahren im weiß-roten Trikot zu einem der prägenden Kapitäne des Clubs. Er gewann acht Meistertitel, eine Sechs-Nationen-Trophäe und eine Alpenliga und trug sieben Jahre lang das Kapitäns-C. Auch mit der italienischen Nationalmannschaft feierte der Verteidiger große Erfolge: Oberrauch nahm an drei Olympischen Spielen und zehn Weltmeisterschaften teil und wurde bereits mit 26 Jahren zum Kapitän der Azzurri gewählt. 1994 führte er die Nationalmannschaft zudem bei der Heim-WM in Bozen an. Seine Bedeutung für das italienische Eishockey wurde 2020 gewürdigt, als ihn die IIHF in die historische Idealformation der italienischen Nationalmannschaft aufnahm. Nach einem weiteren Meistertitel beendete er 1998 im Alter von nur 32 Jahren seine Karriere – auf dem Höhepunkt.
Martin Pavlu
- Martin Pavlu wurde 1962 in Pilsen (Tschechien) geboren und kam als Kind mit seiner Familie nach Bozen, wo er bereits mit 13 Jahren für die erste Mannschaft des HCB auflief. Ab 1978 gehörte er endgültig zum Kader und blieb dem Club unglaubliche 25 Spielzeiten in Folge bis 2003 treu – ein bis heute unerreichter Rekord. In dieser Zeit gewann er zwölf Meistertitel, ein Sechs-Nationen-Turnier und eine Alpenliga und führte die Mannschaft sechs Jahre als Kapitän an. Gemeinsam mit seinem Vater Jaroslav, der später hinter die Bande wechselte, stand er mehrere Jahre auf dem Eis. Auch international prägte Pavlu das italienische Eishockey und nahm an drei Olympischen Spielen teil, wobei er 1984 in Sarajevo gegen Polen einen Hattrick erzielte. Seine besondere Verbindung zur Zahl 25 begleitet ihn bis heute – ebenso wie sein historischer Treffer im letzten Spiel der alten Halle in der Romstraße im Jahr 1993.
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