
Sie könnten getrennte Wege gehen: Pascal Brunner, Matt Bradley und Cristiano DiGiacinto (v.l.) © HCB
HC Bozen im Umbruch: Wer bleibt, wer geht?
Die Foxes sind vor fast anderthalb Monaten sang- und klanglos aus den Playoffs geflogen. Seitdem drängt sich die Frage auf: Was wird von diesem HC Bozen übrig bleiben? Die ersten Personalentscheidungen sind getroffen.
28. April 2026
Von: fop
In der abgelaufenen Saison hatte der HCB Südtirol Alperia die älteste und die mit den meisten Legionären bestückte Mannschaft der ICE Hockey League. Da diese mit dem Viertelfinal-Aus auch noch klar hinter den Erwartungen blieb, ist ein Umbruch im Bozner Süden unumgänglich. Mehr junge Spieler, mehr Italiener sollen her.
Allerdings gibt es einen Störfaktor, der die Bozner Kaderrevolution stocken lässt: Mailands geplanter Einstieg in die Liga. Der traditions- und finanzstarke Eishockey-Standort sucht händeringend mögliches Personal fürs neue Abenteuer. Obwohl der ICE-Einstieg erst im Mai konkrete Formen annehmen könnte, werden bereits jetzt einzelne HCB-Cracks mit Mailand in Verbindung gebracht.
Beim Personal der Foxes wird aussortiert. © HCB
Deshalb ist Eile geboten in der Bozner Galvani-Straße – beginnend bei den Prunkstücken. Die Offensivstars Brad McClure, Cole Schneider und Matt Bradley haben ihre Verträge bereits verlängert bzw. stehen kurz vor einem Abschluss. Die Nationalspieler Luca Frigo, Daniel Mantenuto, Bryce Misley, Cristiano DiGiacinto und Dustin Gazley sollen bleiben. Letzterer will nochmal ein Jahr dranhängen, es gilt aber noch Details zu klären. So ist es auch bei Backup Gianluca Vallini und Kapitän Daniel Frank, die noch auf die Bestätigung von Vereinsseite warten. Enrico Larcher soll ebenfalls verlängern und künftig vermehrt in Bozen, anstatt in Meran zum Einsatz kommen.
Ähnlich wie bei Larcher plant der HC Bozen auch in der Personalie Pascal Brunner. Für ihn ist ein fester Kaderplatz vorgesehen, jedoch zögert der 23-Jährige noch. Angeblich soll es einen Interessenten aus der Schweiz geben. Gut möglich, dass er aber am Ende doch in Bozen bleibt – genauso wie Dylan DiPerna. Vertragsgespräche mit ihm haben gerade keine Priorität. Völlig offen ist die Zukunft des in der abgelaufenen Saison gefrusteten Michele Marchetti und jene von Scott Valentine. Beim bald 35-jährigen Abwehrchef ist unklar, ob und wo er seine Laufbahn fortsetzt.
Und nun zur langen Liste an Spielern ohne Zukunft in Bozen. Sie reicht von Mark Barberio (zu teuer) über Brett Pollock, Shane Gersich, Matteo Gennaro und Matt Cairns bis Philip Samuelsson (alle enttäuschend). Max Gildon konnte zwar überzeugen, wird aber schwer zu halten sein. Bei Stammgoalie Sam Harvey stehen die Zeichen nach seinem schlechtesten von insgesamt vier HCB-Jahren auf Trennung. Enrico Miglioranzi hat seine Karriere beendet, Jason Seed plant ebenfalls den Eishockey-Ruhestand.
Die Übersichten zeigen: Der Führungsriege um Klubboss Dieter Knoll steht noch viel Arbeit bevor. Dabei gilt es, nicht nur die Abgänge zu ersetzen und den Kader umzukrempeln, sondern in erster Linie auch einen Nachfolger für Doug Shedden zu finden. Der ist in Bozen längst Geschichte. Ein neuer Trainer soll's richten. Er muss den Umbau dann auf dem Eis konkretisieren – am besten noch, bevor Mailand mit dicken Ködern im HCB-Becken fischt.
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