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Kapitän Raphael Andergassen (Mitte) steht die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. © Iwan Foppa / HCP

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Kapitän Raphael Andergassen (Mitte) steht die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. © Iwan Foppa / HCP

Heldenhafte Pusterer geschlagen: Graz ist Meister!

Der HC Falkensteiner HC Pustertal hat in den vergangenen Wochen einen Riesen-Hype im hiesigen Eishockey ausgelöst. Doch die große Krönung bleibt verwehrt: Am Mittwoch ist der Titeltraum geplatzt.

Aus der Intercable Arena

Thomas Debelyak

Von:
Thomas Debelyak

Es war schlicht beeindruckend, was der HC Pustertal in den vergangenen Wochen für eine Euphorie ausgelöst hat. In ganz Südtirol war der heldenhafte Einzug ins Finale der ICE Hockey League DAS sportliche Gesprächsthema, und Bruneck selbst wurde zum Epizentrum der Ekstase. Geschäfte, Bars, Tante-Emma-Läden – sie alle erstrahlten in diesen Tagen in schwarzgelb. Doch nun ist das Märchen zu Ende – und die finale Krönung, das Happy End, blieb aus.


Die schier übermächtigen Graz99ers entschieden am Mittwoch auch das vierte Finale und somit die Best-of-7-Serie für sich. 6:2 lautete der Endstand in der bis zum Bersten gefüllten Intercable Arena. Zwölf Playoff-Partien, zwölf Siege, dazu in den vier Finalspielen stets mindestens fünf Treffer erzielt – Graz ist ein hochverdienter Champion.

Graz feiert in der Intercable Arena: Die Steirer sind Meister. © APA / EXPA/ JOHANN GRODER

Graz feiert in der Intercable Arena: Die Steirer sind Meister. © APA / EXPA/ JOHANN GRODER


Ein Champion, der nun zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte die Karl-Nedwed-Trophäe in die Höhe stemmen darf. Die rund 200 mitgereisten Fans in Orange waren völlig aus dem Häuschen, während bei den Pusterer Anhängern die eine oder andere Träne geflossen sein dürfte. Der Traum vom ersten Titel der Vereinsgeschichte, er ist für den HCP geplatzt.

Auch ohne Titel eine historische Saison

Dennoch wird es nicht lange dauern, bis die Enttäuschung und die Trauer dem Stolz weichen werden. Underdog Pustertal hat im Viertelfinale für eine der größten Sensationen der Liga-Geschichte gesorgt und Seriensieger Salzburg mit einem Sweep rausgeworfen. Im Halbfinale fegten Tommy Purdeller & Co. über Olimpija Ljubljana hinweg und zogen erstmals ins Finale ein. Doch da war gegen Graz von Beginn an kein Gras gewachsen.

Das am Ende entscheidende Finale 4 in Bruneck war ein Spiegelbild dieser Finalserie. Pustertal war keinesfalls unterlegen, im Gegenteil: Die leidenschaftlich kämpfenden Wölfe ließen auf dem Eis ihr letztes Hemd, kämpften um jeden Zentimeter und waren auch spielerisch lange Zeit ebenbürtig.

Doch bei dem einen, entscheidenden Detail waren die Grazer eben besser, ja zynischer als der HCP: Dem Toreschießen. Während Pustertal zu viele – teils hochkarätige – Möglichkeiten ausließ, machten die Steirer auch aus ihren Halbchancen ihre Treffer. Das brach dem HCP, der bis zum Schlussdrittel das 2:2 hielt und im Spiel war, schlussendlich das Genick.

Die Dramaturgie des Finals

Der Star-GastBereits vor Spielbeginn wird klar: Das hier ist ein ganz besonderes Eishockeymatch. Auf der Tribüne findet sich kein Geringerer als Schlager-Star Andreas Gabalier ein: Der glühende Graz-Fan fiebert mit seinem Team mit. Den symbolischen Puckdrop nimmt Rodel-Olympiasieger Emanuel Rieder vor.
Au weh, AlmquistEin Bock von Pustertal-Verteidiger Almquist beschert Graz die Führung. Der HCP-Verteidiger verliert vor dem eigenen Tor leichtfertig den Puck, Roy sagt danke und trifft zum 1:0 (8.).
Pusterer FeuerDie 3.104 Fans in der Arena bekommen einen leidenschaftlichen, unermüdlichen, heldenhaften HCP zu sehen, der die Partie dreht! Erst bekommt Routinier Ticar zu viel Platz und vernascht Goalie Wieser (11.), dann steht Frycklund bei einem Rebound da, wo ein Stürmer stehen muss – und lässt die Arena mit dem 2:1 beben (15.).
Grazer MeisterstückWährend Pustertal zu fahrlässig mit seinen Chancen umgeht (unter anderem lassen Bowlby und Andergassen „Hundertprozentige“ aus), sind die Steirer einfach zynischer. Kochs Pass-Schuss wird ins Tor abgelenkt (31.), dann drückt Conley die Scheibe in einem Getümmel über die Linie (42.) – das 3:2!
Keine Chance mehrPustertal rennt zwar an, doch es will nicht sein. Und so schraubt Graz das Ergebnis in die Höhe.

HC Pustertal – Graz99ers 2:6

HCP: Pasquale (Rabanser); Zanatta-Osmanski, Almquist-Blum, Lauridsen-DiTomaso, Glira; Ierullo-Ticar-Purdeller, Bowlby-Bardreau-Rueschhoff, Saracino-Frycklund-Lipon, Mantinger-Andergassen-Deluca, Lobis
Coach: Jaspers

G99: Wieser (Grascher); Kotkansalo-Holzer, Brunner-Bailen, Koch-Hora, Stapelfeldt; Roy-Vela-Currie, Huber-Haudum-Swaney, Ganahl-Schiechl-Conley, Harnisch-Moosbrugger-Feldner, Lippitsch
Coach: Lacroix

Tore: 0:1 Kevin Roy (7.44), 1:1 Rok Ticar (10.20), 2:1 Mikael Frycklund (14.11), 2:2 Anders Koch (30.32), 2:3 Kevin Conley (41.45), 2:4 Josh Currie (48.12), 2:5 Lenz Moosbrugger (53.01), 2:6 Michael Schiechl (59.14)

Zuschauer: 3.104

Endstand in der Serie: 0:4

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