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Der HC Bozen jubelt ausgelassen über den Derbysieg. © I. Foppa / HC Pustertal

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Der HC Bozen jubelt ausgelassen über den Derbysieg. © I. Foppa / HC Pustertal

Herzschlag-Derby: Bozen ist Südtirols Eishockey-Macht

Mehr Spektakel geht nicht! An einem Abend der großen Emotionen spielten sich der HC Pustertal und der HC Bozen in der brodelnden Brunecker Arena die Vorherrschaft im heimischen Eishockey aus. Am Ende gab es eine wilde Gäste-Party und tief trauernde Hausherren.

Aus der Intercable Arena in Bruneck

Alexander Foppa

Von:
Alexander Foppa

Das war allerfeinste Werbung für den Eishockey-Sport, die die beiden Südtiroler Großmächte auf den rutschigen Untergrund der Intercable Arena zauberten. Tempo, Härte, Tore und eine seit Wochen ausverkaufte Halle, in der beide Fanlager für Gänsehautstimmung sorgten. Am Ende bejubelten rund 350 Anhänger aus der Landeshauptstadt einen 5:3-Erfolg ihrer Lieblinge, die Mehrzahl an Brunecker Stadionbesuchern schaute konsterniert zu.


Dabei war der HC Pustertal dem großen Erzrivalen über 60 Minuten mindestens ebenbürtig. Das war kein Vergleich zum bitteren 1:9 Ende Oktober in Bozen. Angetrieben vom überragenden Doppeltorschützen Tommy Purdeller, der nun schon bei 15 Saisontreffern hält, wichen die Brunecker den gewohnt hart agierenden Boznern keinen Zentimeter vom Leib. Es entwickelte sich ein wildes Beißen zwischen Wölfen und Füchsen, in dem zugleich Spielzüge der Extraklasse geboten wurden. Das hatte was von Playoff-Hockey!

Ein Detail macht den Unterschied

Am Ende des packenden Fights machten Nuancen den Unterschied. Bei Bozen patzte Verteidiger Philip Samuelsson vor beiden Purdeller-Toren, dafür hielt HCB-Goalie Sam Harvey einen Hauch besser als sein Gegenüber Eddie Pasquale. Eindeutig war dagegen die Powerplay-Ausbeute: Bozen traf in seinen beiden Überzahlspielen, Pustertal ließ seine zwei Powerplays erfolglos verstreichen.

Auch deshalb war Bozens siebter Sieg aus den jüngsten acht Spielen, der fünfte in Folge, keinesfalls unverdient. In der Tabelle liegt Weiß-Rot auf Tabellenplatz vier mittlerweile bereits sechs Zähler vor Schwarz-Gelb, das als Sechster aktuell auf dem letzten fixen Playoff-Platz steht.

Die Highlights

Bozen trifft – Pustertal auchNach einem packenden Startdrittel brechen die Gäste den Bann: DiGiacintos Schuss aus der Drehung findet den Weg ins Tor und lässt die weißroten Fans ausflippen (24.). Es dauert nur Sekunden, dann jubelt aber die Kurve gegenüber, nämlich als Purdeller, der die Scheibe nach einem Samuelsson-Patzer erhält, einen Haken schwingt und zum 1:1 trifft (26.)
Was ist denn hier los?Erneut geht Bozen in Führung, erneut patzt Samuelsson, erneut gleicht Purdeller aus. Nach einer kleinen Unsicherheit von Pasquale staubt Bradley zum 2:1 ab (29.), nur zwölf Sekunden später nutzt Purdeller einen Scheibenverlust von Samuelsson und schnürt seinen Doppelpack – 2:2!
Harvey gegen BowlbyZwei Mal läuft Pustertals Bowlby ganz alleine auf den Bozner Kasten zu – einmal im Startdrittel, nochmal im Mittelabschnitt – zwei Mal hält Goalie Harvey glänzend. Es hätte der Gamechanger sein können.
Nächster DoppelschlagIn der 45. Minute geht Bozen zum dritten Mal in Führung: Der Puck prallt von Pasquales Schoner ab, Frigo ist zur Stelle und trifft im dritten Spiel in Folge. Gleich danach kommt schon wieder die Brunecker Reaktion, Osmanskis Schuss klatscht aber an den Innenpfosten (46.). Im Gegenzug lenkt Pollock einen Gildon-Schuss zum 2:4 in die Maschen.
Noch lange nicht genugDiese Wölfe geben nicht auf, soviel ist fix! Frycklund bringt die Hausherren mit einem toll herausgespielten Treffer wieder auf 3:4 heran (51.) – und sorgt damit so lange für Hochspannung, bis Gersich in der letzten Minute ins leere Tor trifft. Es ist der 3:5-Endstand.

Nach dieser packenden Derby-Nacht heißt es für beide Teams am Sonntag erstmal runterkommen und voller Fokus auf die nächsten Aufgaben – denn die haben es in sich. Pustertal gastiert am Montag bei Tabellenführer Klagenfurt (19.15 Uhr), Bozen empfängt Meister Salzburg (19.45 Uhr).


HC Falkensteiner Pustertal – HCB Südtirol Alperia 3:5

HCP: Pasquale (Rabanser); Zanatta-Blum, Lauridsen-DiTomaso, Osmanski-Glira; Rueschhoff-Ticar-Purdeller, Mantinger-Frycklund-Lobis, Ierullo-Bardreau-Lipon, Saracino-Andergassen-Bowlby, Deluca.
Coach: Jaspers

HCB: Harvey (Gibson); Samuelsson-Valentine, Gildon-Seed, Miglioranzi-DiPerna, Larcher; DiGiacinto-Gersich-Gazley, Schneider-Pollock-McClure, Frigo-Mantenuto-Bradley, Brunner-Misley-Frank, Marchetti.
Coach: Shedden

Tore: 0:1 Cristiano DiGiacinto (23.21), 1:1 Tommy Purdeller (26.03), 1:2 Bradley (28.30), 2:2 Purdeller (28.42), 2:3 Luca Frigo (44.44), 2:4 Brad Pollock (45.22), 3:4 Mikael Frycklund (50.05), 3:5 Shane Gersich (59.20)

Zuschauer: 3.104 (ausverkauft)


Die weiteren Ergebnisse vom Samstag:

Innsbruck – Klagenfurt 1:4
Tore: 0:1 Mursak (4.56), 1:1 Lajeunesse (8.39), 1:2 Simovic (22.49), 1:3 Hochegger (23.38), 1:4 From (54.12)
Zuschauer: 2.600

Ljubljana – Graz 0:2
0:1 Haudum (8.28), 0:2 Haudum (40.41)
Zuschauer: 2.742

Salzburg – Wien 6:1
Tore: 0:1 Mitch Hults (3.23), 1:1 Raffl (13.57), 2:1 St. Denis (14.50), 3:1 St. Denis (23.53), 4:1 Nissner (25.38), 5:1 Bourke (52.54), 6:1 Huber (57.41)
Zuschauer: 3.400

Linz – Villach 3:0
Tore: 1:0 Würschl (32.31), 2:0 Romig (56.19), 3:0 Knott (59.06)
Zuschauer: 4.295

Ferencvaros – Fehérvár 3:6
Tore: 1:0 Tammela (1.23), 1:1 Erdely (9.33), 1:2 Bartalis (16.33), 2:2 Shaw (20.12), 2:3 Gerlach (21.00), 2:4 Archibald (25.00), 3:4 Green (28.15), 3:4 Green (28.15), 3:5 Terbocs (42.56), 3:6 Gerlach (50.33)
Zuschauer: 2.400


SPGUVTVP
1. EC Klagenfurt3423011120:8171
2. Graz99ers3323010110:7070
3. EC Salzburg3422012113:7064
4. HCB Südtirol3221011118:7863
5. Olimpija Ljubljana3521014129:9959
6. HC Pustertal3319014116:9357
7. Fehérvár331501875:10545
8. Linz3416018110:11244
9. EC Villach321301999:10842
10. Vienna Capitals331401982:9942
11. Ferencvárosi331202186:11541
12. Vorarlberg32902372:13128
13. HC Innsbruck34802680:14922

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