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Olimpija bejubelt im vierten Spiel den ersten Torerfolg und zugleich den ersten Sieg. © Domen Jancic

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Olimpija bejubelt im vierten Spiel den ersten Torerfolg und zugleich den ersten Sieg. © Domen Jancic

Im 80-Minuten-Thriller: Pustertal verliert erstmals

Es war so eng! Der HC Pustertal stand mit einem Bein schon im Finale der ICE Hockey League, doch dann platzte der Traum. Vorerst zumindest. Olimpija Ljubljana hat die Wölfe erstmals besiegt und somit ein weiteres Spiel in Bruneck erzwungen.

Das war an diesem Ostersonntag Unterhaltung allererster Güte. Ein Spektakel, ein Krimi über 80 Minuten. Einer, ohne Happy End. Der HC Falkensteiner Pustertal musste sich erstmals in den laufenden Playoffs geschlagen geben. Olimpija Ljubljana gewann in der heimischen Hala Tivoli mit 5:4 nach Verlängerung. Damit übersiedelt die Serie am Dienstag wieder nach Bruneck.


Der HCP muss seine erstmalige Teilnahme an einem Meisterschaftsfinale seit 2019 aufschieben. Die Grünen Drachen aus der slowenischen Hauptstadt erwachten, angepeitscht von 4.300 Fans, plötzlich zum Leben. Sie fauchten ganz laut – und sie bissen gleich mehrfach zu. Allerdings hielten die Wölfe dagegen, sie schlugen zurück und führten eine Minute vor Schluss sogar mit 4:3. Ljubljana glich aber noch aus und schoss sich in der letzten Minute der ersten Verlängerung zum ersten Halbfinalsieg.


Es war ein Spiel, in dem vieles anders lief, als in den drei Duellen zuvor: Dieses Mal duellierten sich zwei Teams mit offenem Visier. Die Folge? Torchancen, Spektakel, Emotionen – und das alles in Hülle und Fülle. Der Rekord von HCP-Goalie Eddie Pasquale endete nach 279 unbezwungenen Minuten. Die Slowenen erzielten dabei nicht nur ihr erstes Halbfinaltor, sie bezwangen im Powerplay auch erstmals die Pusterer „Unterzahl-Monster“. So wurde es ein Spiel, das eigentlich zwei Sieger verdient gehabt hätte.

Die Emotionen im Schnelldurchlauf

279-Minuten-RekordDie Serie von Eddie Pasquale ist nach 279 Minuten zu Ende. Nach einem perfekten Pass von Pance schließt Kapel einen Konter erfolgreich ab und bejubelt Ljubljanas ersten Halbfinaltreffer (12.). Pasquale muss erstmals seit dem 17. März wieder hinter sich greifen, der Ligarekord bleibt ihm aber.
Pusterer SchlitzohreVor Kapels Tor zum 1:1 hatte Bowlby den HCP in Führung gebracht. Er luchste Cosic den Puck ab und verlud Goalie Tokarski mit einer Finte (9.). Dann gleich das nächste Kuriosum: Frycklund wird bei einem Konter gefoult, der Puck rutscht zur Seite ab, die Ljubljana-Spieler warten versteinert auf den Schiedsrichterpfiff. Derweil setzt Almquist den herrenlosen Puck ins Kreuzeck (16.).
Doppeltes NovumNachdem Sabolic mit einem Schlagschuss durch Pasquales Beinschoner hindurch auf 2:2 stellt (29.), gibt es gleich ein doppeltes Novum: Brennan bringt Olimpija erstmals in dieser Serie in Führung, obendrein erzielt er auch noch das erste Powerplaytor seines Teams im laufenden Duell (39.).
Deluca, der TeufelskerlDeluca tankt sich auf der rechten Seite mit all seiner Physis durch, spielt Andergassen an, der aber an Tokarski hängen bleibt, dann versucht sich Mantinger. Im folgenden Gestochere reißt Deluca plötzlich die Arme hoch – es steht 3:3 (46.)
Finale furiosoZunächst lässt Zanatta die mitgereisten HCP-Fans vom Finale träumen (58.), ehe ein Blum-Patzer nur 40 Sekunden später zum erneuten Ausgleich führt. Der an sich neuerlich blasse Boychuk erzielt im Sechs-gegen-Fünf das 4:4 (59.). Damit nicht genug, denn wenige Sekunden vor Schluss fehlen Frycklund nur Zentimeter zum 5:4.
K.o.-SchlagIn einer rasanten Overtime gehen beide Teams ans körperliche Limit – und darüber hinaus. Zunächst vergibt der beste Pusterer, Bowlby, gleich doppelt, im Gegenzug dreht sich Simsic vor dem Brunecker Tor und trifft zum 5:4 (80.). Aus. Vorbei. Und weiter geht's in Bruneck.

Durch den Laibacher Overtime-Win wird die Halbfinalserie mindestens um ein fünftes Spiel verlängert. Dieses steigt am Dienstagabend in der Brunecker Intercable Arena. Gewinnt der HC Pustertal dort mit den eigenen Fans im Rücken, folgt er den Graz 99ers ins Endspiel. Diese machten am Ostersonntag ihre erstmalige Finalteilnahme mit einem Sweep gegen Fehérvár perfekt.


HK Olimpija Ljubljana – HC Falkensteiner Pustertal 5:4 n.V.

Olimpija: Tokarski (Kolin); Cosic-Brennan, Halbert-Kirichenko, MacWilliam-Gregorc, Crnovic; Meyer-Boychuk-Mahkovec, Drozg-Quince-Sabolic, Mehle-Simsic-Pance, Sodja-Bericic-Kapel
Coach: Cooper

HCP: Pasquale (Rabanser); Almquist-Blum, Lauridsen-DiTomaso, Zanatta-Osmanski, Glira; Saracino-Bardreau-Rueschhoff, Bowlby-Ticar-Purdeller, Lobis-Frycklund-Lipon, Mantinger-Andergassen-Deluca, Ierullo
Coach: Jaspers

Tore: 0:1 Bowlby (8.50), 1:1 Kapel (11.08), 1:2 Almquist (16.18), 2:2 Sabolic (28.04), 3:2 Brennan (38.47), 3:3 Deluca (45.38), 3:4 Zanatta (58.16), 4:4 Boychuk (58.56), 5:4 Simsic (79.00)

Zuschauer: 4.301

Best-of-7-Serie: 1:3


Das 2. Halbfinale der ICE Hockey League:

Fehérvár AV – Graz 99ers 1:5 (hier der Bericht)
Tore: 0:1 Kotkansalo (23.34), 0:2 Haudum (25.11), 0:3 Huber (30.28), 1:3 Kuralt (47.18), 1:4 Schiechl (49.41), 1:5 Schiechl (58.12)
Zuschauer: 4.907
Endstand in der Serie: 0:4

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