
Stürmer des HC Pustertal: Austin Rueschhoff. © I. Foppa / HC Pustertal
Kurioser Berufstraum & berühmte Freunde: Der Pustertal-Riese
Nach der kurzen Weihnachtspause geht es für den HC Pustertal am Stephanstag mit dem Auswärtsmatch bei Innsbruck weiter. Zuvor haben wir uns einen Spieler genauer angesehen, der nicht nur einen kuriosen Berufstraum, sondern auch berühmte Kindheitsfreunde hat.
25. Dezember 2025

Von:
Thomas Debelyak
In Interviews mit den hiesigen Eishockeystars ist es eine Frage, die das Gegenüber oft ins Grübeln, und mindestens gleich oft zum Schmunzeln bringt: „Wenn du nicht Eishockeyspieler wärst, was wärst du heute?“ Auch als wir Austin Rueschhoff, seines Zeichens Stürmer des HC Pustertal, damit konfrontieren, breitet sich ein Lächeln auf seinem Gesicht aus. Als er uns jedoch die Antwort liefert, da kommen wir selbst ins Staunen. „Ich wollte immer Pilot werden“, sagt der 28-jährige US-Boy.
Pilot? „Ja! Ich habe einst am College Luftraummanagement studiert, mein Ziel war die Ausbildung zum Piloten. Zwei Jahre lang absolvierte ich das Studium und hätte im dritten Jahr die ersten Flugstunden sammeln sollen. Doch dann habe ich mich für den Weg des Eishockeyprofis entschieden“, erklärt Rueschhoff. Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben, denn der 2-Meter-Mann kann sich gut vorstellen, diesen Traum nach der sportlichen Karriere weiterzuverfolgen.
Rueschhoff wird von seinen Pusterer Kollegen gefeiert. © I. Foppa / HC Pustertal
Doch auch wenn Rueschhoff noch keine Flugstunden absolviert hat – wie sich ein Höhenflug anfühlt, das weiß der Pusterer Stürmer spätestens seit dieser Saison bestens. Mit seinen Wölfen rockt der US-Boy nämlich die ICE Hockey League. Derzeit steht der HCP auf Platz 4. „Es ist beeindruckend, was für eine eingeschworene Truppe wir sind. Seit dem ersten Tag, seit der ersten Stunde kämpft hier jeder für jeden. Das ist ein tolles Gefühl“, meint der 28-Jährige.
Zwei NHL-Superstars als Kindheitsfreunde
Mit den Wölfen will Rueschhoff heuer Großes schaffen – und damit auf den Spuren seiner berühmten Kindheitsfreunde wandeln. Der Stürmer kommt nämlich aus St. Louis im US-Bundesstaat Missouri und ist dort zusammen mit den Tkachuk-Brüdern Matthew und Brady sportlich großgeworden. Diese beiden Brüder zählen zur Crème de la Crème der NHL, also der besten Liga der Welt. Matthew (28) führte die Florida Panthers in den vergangenen beiden Jahren jeweils zum Stanley-Cup-Sieg, Brady ist mit 26 Jahren schon der Kapitän der Ottawa Senators.Matthew Tkachuk ist zweifacher Stanley-Cup-Sieger. © GETTY IMAGES NORTH AMERICA / CHRISTIAN PETERSEN
„Wir haben im Alter von acht bis 14 Jahren zusammengespielt“, meint Rueschhoff, der mit einem verschmitzten Lächeln anfügt: „Die beiden waren schon damals nicht ganz schlechte Eishockeyspieler.“ Eine besondere Anekdote gibt es auch um den Vater der prominenten Brüder, Keith Tkachuk, der mit knapp 1.300 NHL-Spielen (und fast 2.400 Strafminuten) ein wahrer Eishockey-Titan ist. „Er spielte damals in St. Louis. Nach seinem Training am Vormittag kam er oft zu unseren Trainings am Nachmittag. Er zeigte uns, wie man richtig eisläuft, und er brachte uns auch einige Tricks bei.“
In Bruneck hat er Großes vor
Rueschhoff ist auch heute noch hin und wieder mit den Tkachuk-Brüdern in Kontakt, zum Beispiel, wenn er im Sommer in seiner Heimat in St. Louis ist. Ansonsten hat aber auch er eine weite Reise durch die Eishockeywelt hinter sich. In der American Hockey League machte sich Rueschhoff einen Namen und wechselte im Sommer 2024 erstmals über den großen Teich in die erste finnische Liga, wo er in Kärpät in 60 Partien starke 30 Punkte sammelte.Austin Rueschhoff will mit dem HC Pustertal für Furore sorgen. © I. Foppa / HC Pustertal
Im August ging es schließlich nach Bruneck, wo „Rueschi“ mit seinen Wölfen an einer tollen Erfolgsstory schreibt. „Ich hoffe, dass es für uns noch weit geht“, meint der Stürmer. Oder anders ausgedrückt: Der womöglich zukünftige Pilot hätte nichts gegen einen weiteren Höhenflug.
Die Wölfe treffen am Stephanstag ab 17.30 Uhr auswärts auf Innsbruck. Der HC Bozen bekommt es unterdessen ab 19.45 Uhr zu Hause mit Olimpija Ljubljana zu tun – das ist ein wahres Spitzenspiel.
ICE Hockey League, die Spiele vom Wochenende
Freitag, 26. DezemberGaz99ers – Black Wings Linz (17.30 Uhr)
Fehervar AV19 – Vienna Capitals
HC Innsbruck – HC Pustertal
Pioneers Vorarlberg – Red Bull Salzburg (18 Uhr)
HC Bozen – Olimpija Ljubljana (19.45 Uhr)
Samstag, 27. Dezember
Klagenfurter AC – Villacher SV (14.30 Uhr)
Sonntag, 28. Dezember
Black Wings Linz – HC Innsbruck (15.30 Uhr)
Red Bull Salzburg – FTC-Telekom (16.30 Uhr)
Villacher SV – HC Bozen (17 Uhr)
Olimpija Ljubljana – Fehervar AV19
Graz99ers – HC Pustertal (17.30 Uhr)
Vienna Capitals – Klagenfurter AC
| SP | G | U | V | TV | P | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. EC Klagenfurt | 29 | 20 | 0 | 9 | 105:72 | 61 |
| 2. Graz99ers | 28 | 18 | 0 | 10 | 90:64 | 56 |
| 3. HC Pustertal | 29 | 18 | 0 | 11 | 100:77 | 53 |
| 4. Olimpija Ljubljana | 30 | 19 | 0 | 11 | 118:88 | 53 |
| 5. EC Salzburg | 29 | 17 | 0 | 12 | 89:64 | 50 |
| 6. HCB Südtirol | 27 | 16 | 0 | 11 | 97:72 | 49 |
| 7. Ferencvárosi | 29 | 12 | 0 | 17 | 79:95 | 40 |
| 8. EC Villach | 27 | 12 | 0 | 15 | 89:90 | 39 |
| 9. Fehérvár | 29 | 13 | 0 | 16 | 67:89 | 39 |
| 10. Vienna Capitals | 28 | 12 | 0 | 16 | 73:84 | 37 |
| 11. Linz | 29 | 13 | 0 | 16 | 92:102 | 34 |
| 12. Vorarlberg | 29 | 8 | 0 | 21 | 63:117 | 25 |
| 13. HC Innsbruck | 29 | 8 | 0 | 21 | 75:123 | 22 |
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