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Grafik: A. Delvai © I. Foppa/Vanna Antonello

Overtime | Von Heiligen und Sündern

Das Derby zwischen dem HCB Südtirol Alperia und dem HC Pustertal zog ganz Eishockey-Südtirol in den Bann – und damit auch die SportNews-Overtime, die dieses Mal nicht lange graben musste, um die Auf- und Absteiger der letzten Woche zu finden.

Der Aufsteiger
Emil Kristensen (HC Pustertal)


Der beste und zugleich wichtigste Spieler des HC Pustertal ist – und da sind sich alle einig – Tomas Sholl. Neben dem überragenden Schlussmann spielte sich in den letzten Wochen jedoch auch ein anderer Akteur in den Fokus – nämlich Verteidiger Emil Kristensen.

Der dänische Nationalspieler, der auch an den Olympischen Spielen in Peking teilnehmen und dem HCP deshalb fehlen wird, mag offensiv nicht so auffallend wie dessen Teamkollege Shane Hanna sein, defensiv nicht so aggressiv wie ein Michael Caruso. Dafür vereint er beide Spielphasen wie sonst kein anderer HCP-Akteur. Kristensen kann wie zuletzt gegen den HCB oder den HC Innsbruck Spiele mit seinem gefürchteten Schuss fast im Alleingang entscheiden (neun Saisontreffer), gleichzeitig lässt er die Defensive nie außer Acht, was eine Plus-Minus-Statistik von 4 belegt. Nur Caruso weist von den HCP-Verteidigern eine bessere Bilanz auf. All das führt dazu, dass Coach Raimo Helminen Kristensen Spiel für Spiel viele Minuten aufs Eis schickt. Und dass er bei den Wölfe-Fans ein hohes Ansehen genießt, das durch den Derby-Treffer nun weiter gestiegen ist.

Der Absteiger
Joseph Mizzi (HC Bozen)

Als der HC Bozen im Sommer die Verpflichtung von Joseph Mizzi verkündete, war der Chronist skeptisch. Nicht, weil er nicht gut genug für die ICE Hockey League ist, sondern aus einem ganz anderen Grund: Der 23-Jährige galt in seiner Zeit bei den Fassa Falcons als schlampiges Genie. Ein Spieler, der hervorragend eislaufen kann, über einen exzellenten Schuss verfügt und einen guten Torriecher hat. Gleichzeitig aber auch ein Spieler, der nicht der fleißigste ist, taktische Vorgaben schwer umsetzen und sich nur mit Mühe in ein System eingliedern kann.

Vier Monate nach Beginn der Regular Season kann festgehalten werden: Die Befürchtungen haben sich bewahrheitet. Mizzi wurde – nachdem er zum Start der Saison noch in den ersten beiden Reihen stürmte – inzwischen in die vierte Linie degradiert. Zuletzt schmorte der Italo-Kandier gegen die Black Wings Linz gar als überzähliger Akteur für fast 60 Minuten auf der Bank. Wobei das einen klaren Grund hatte: Im Derby gegen den HCP ließ er sich wenige Minuten vor dem Ende zu einem Foul hinreißen, das zwar nicht die Niederlage verschuldete, sie aber immerhin einleitete. Abgesehen davon fällt Mizzi mehr durch seine Lustlosigkeit als durch seine unbestrittenen, technischen Qualitäten auf. Sollte sich dieses Bild nicht schnell ändern, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er sich in der neuen Saison nach einem anderen Verein umsehen muss, obwohl er das Punktekonto der Foxes nicht belastet.

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