
So bejubelte Cole Bardreau das 2:2. © I. Foppa / HCP
Wahnsinns-Comeback: Diese Wölfe geben niemals auf
Der HC Falkensteiner Pustertal verzweifelte am Sonntag an der dicht gestaffelten Abwehr des AV Fehervar. Als alles schon verloren schien, fanden die Wölfe aber den Weg durch das ungarische Dickicht, erzwangen eine Verlängerung und holten in dieser den Extrapunkt. Die Intercable Arena stand Kopf.
04. Oktober 2026
Aus der Intercable Arena
Von:
Leo Holzknecht
Hätte man zu Saisonbeginn einen wunden Punkt beim HC Pustertal ausmachen wollen, wäre dieser am ehesten in der Defensive zu finden gewesen. Dabei ist es genau diese Abteilung, die früh in der Saison beeindruckt. Am Sonntag gab die schwarz-gelbe Verteidigung wieder einen exzellenten Eindruck ab. Die Gründe, warum die Wölfe eine Minute vor Schluss mit 0:2 zurücklagen, waren im Angriff und in der Chancenverwertung zu finden. Eine schlicht unglaubliche Schlussphase bescherte den Wölfen dann aber doch noch den verdienten 3:2-Sieg nach Verlängerung.
Das aggressive System von Trainer Jaspers, darauf ausgerichtet, dem Gegner in der eigenen Zone kaum Verschnaufpausen zu gewähren, trug einmal mehr seine Früchte. Denn Fehervar tat sich lange schwer, Torgefahr zu generieren und gab insgesamt nur 18 Schüsse ab. Egal, ob Neuzugang David Farrance, Haudegen Markus Lauridsen oder Debütant Josef Prast – alle haben die Spielidee von Jaspers verinnerlicht.
Siegesserie ausgebaut
Nach dem vierten Erfolg in Serie stehen die Wölfe damit bei nur 14 Gegentoren. Keine andere Mannschaft kann Greg Di Tomaso & Co. in dieser Statistik das Wasser reichen. Hinzu kommt: Pustertal kann seinem Torhüterduo blind vertrauen. Einen Ausfall wie jenen des leicht angeschlagenen Eddie Pasquale in drei aufeinanderfolgenden Spielen hätte sich der HCP im Vorjahr nicht leisten können. Jetzt aber steht mit Colin Furlong ein Ersatz parat, der diese Lücke mehr als nur stopfen kann. Auch gegen Fehervar agierte der Italo-Kanadier mit stoischer Ruhe, viel Selbstvertrauen und einer großen Selbstverständlichkeit. Bei beiden Gegentoren war er machtlos.Doch nicht nur Pustertal hatte an diesem Tag einen starken Rückhalt in seinen Reihen, sondern auch die Ungarn. Der 25-jährige Beni Halasz, der erstmals von Beginn an aufgeboten wurde, avancierte ein ums andere Mal zum Spielverderber. Dass es bis zur 52. Minute 0:0 hieß, war sein Verdienst. Zwei ähnliche HCP-Fehler binnen 39 Sekunden bestraften seine Vorderleute dann eiskalt. Beide Male war das Tor für Michael Cyr sperrangelweit offen. Was anschließend geschah, versetzte die rund 2.750 Fans in Ekstase. Pustertal kam tatsächlich noch heran und schnappte sich dank Alan Lobis, dem an diesem Tag besten Feldspieler, den Extrapunkt.
Die Höhepunkte
| Immer wieder Halasz | Pustertal diktiert im ersten Drittel das Tempo, doch Halasz hext: Rueschhoff bekommt den Puck nach einem Purdeller-Zuckerpass nicht hoch, Zandegiacomos Schuss pariert der Goalie mit der Fanghand und dem alleinstehenden Lipon fehlt die Präzision. |
| Wie verhext | Das zweite Drittel ist offener, denn Fehervar wird bei Kontern gefährlich – so wie durch Erdely, der bei einem Zwei-gegen-null verzieht. Zudem trifft Terbocs den Pfosten. Halasz verhindert auf der anderen Seite gegen Ierullo und Zandegiacomo spektakulär das 0:1. |
| Wer die Tore nicht schießt | ... der bekommt sie: Campbell hat auf der blauen Linie zu große Freiräume, spielt quer auf Cyr, der den Puck unter die Latte setzt. Kurz darauf geht Cheek im hohen Slot verloren, der wieder Cyr assistiert und sieht, wie sein Teamkollege das leere Tor trifft. |
| Verrückt | Wer die Wölfe abgeschrieben hat, irrt sich – und zwar gewaltig: Furlong verlässt das Eis, 58 Sekunden vor Schluss jubelt Fontaine nach einem Direktschuss. Und 17 Sekunden vor dem Ende staubt auch noch Bardreau ab. |
| Aufholjagd perfekt | Pustertal begnügt sich nicht mit dem Punkt: Rueschhoff trifft in der Verlängerung den Pfosten, ehe Lobis einen Lipon-Pass ins Tor ablenkt. |
Nach einer perfekten Woche mit drei Siegen wollen die Wölfe diesem Hoch Kontinuität verleihen. Das nächste Spiel steht am kommenden Freitag bei den Black Wings Linz (19.15 Uhr) auf dem Programm. Wie der HCP hat auch der HC Bozen am Sonntag den vierten Sieg in Serie eingefahren – zu Hause schlugen die Füchse Ferencvaros Budapest. Der HC Milano unterlag hingegen mit 2:5 Red Bull Salzburg, wobei Diego Kostner in seinem ersten Spiel für seinen neuen Verein prompt traf.
HC Pustertal – AV Fehervar 3:2 n.V.
HCP: Furlong (Bampi); Lauridsen-DiTomaso, Farrance-Osmanski, Glira-Zanatta, Prast; Bowlby-Bardreau-Ierullo, Lobis-Fitzgerald-Lipon, Rueschhoff-Fontaine-Purdeller, Zandegiacomo-Moncada-Mantinger, Deluca.Coach: Jaspers
AVS: Halasz (Reijola); Stipsicz-Campbell, MacPherson-Persson, Kiss-Zloty, Falus; Kulmala-Hari-Kuralt, Cheek-Farren-Cyr, Erdely-Nemeth-Terbocs, Molnar-Ambrus-Feher.
Coach: Dent
Tore: 0:1 Cyr (52.13), 0:2 Cyr (52.52), 1:2 Fontaine (59.02), 2:2 Bardreau (59.43), 3:2 Lobis (63.07)
Zuschauer: 2.753
ICE Hockey League:
Red Bull Salzburg – HC Milano 5:2Tore: 0:1 Cuglietta (2.27), 1:1 Huber (19.11), 1:2 Kostner (24.40), 2:2 Schneider (28.25), 3:2 Hochkofler (36.09), 4:2 Nienhuis (56.20), 5:2 Brooks (59.32)
Zuschauer: 2.612
Olimpija Ljubljana – Pioneers Vorarlberg 8:0
Tore: 1:0 Meyer (3.04), 2:0 Bohinc (4.05), 3:0 Bericic (12.40), 4:0 Mehle (22.09), 5:0 Urbas (28.31), 6:0 Gregorc (30.18), 7:0 Meyer (43.10), 8:0 Urbas (45.02)
Zuschauer: 1.629
HC Bozen – Ferencvaros Budapest 4:3 n.P.
Tore: 0:1 Tammela (3.21), 0:2 Lindgren (13.34), 1:2 Ratcliffe (14.49), 2:2 Leslie (16.16), 3:2 Frigo (18.59), 3:3 Lindgren (20.28); entscheidender Penalty: Schneider.
Zuschauer: 3.411
Villacher SV – Vienna Capitals 3:4 n.V.
Tore: 1:0 Wallenta (13.25), 1:1 Peeters (36.14), 2:1 Hughes (37.29), 2:2 Peeters (38.18), 2:3 Lilja (46.49), 3:3 Rebernig (59.43), 3:4 Bailen (64.47)
Zuschauer: 2.708
Black Wings Linz – Klagenfurter AC 6:1
Tore: 1:0 Romig (3.21), 1:1 Drozg (7.00), 2:1 Erne (20.59), 3:1 Maier (21.27), 4:1 Würschl (29.43), 5:1 Romig (30.11), 6:1 Neubauer (46.26)
Zuschauer: 3.446
| SP | G | U | V | TV | P | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. HCB Südtirol | 7 | 6 | 0 | 1 | 28:16 | 18 |
| 2. EC Klagenfurt | 7 | 5 | 0 | 2 | 31:17 | 15 |
| 3. HC Milano | 8 | 5 | 0 | 3 | 26:24 | 15 |
| 4. HC Pustertal | 6 | 5 | 0 | 1 | 22:14 | 14 |
| 5. Olimpija Ljubljana | 7 | 4 | 0 | 3 | 33:22 | 12 |
| 6. Linz | 7 | 4 | 0 | 3 | 24:24 | 12 |
| 7. Graz99ers | 8 | 4 | 0 | 4 | 20:23 | 11 |
| 8. EC Salzburg | 8 | 3 | 0 | 5 | 24:30 | 10 |
| 9. Fehérvár | 8 | 3 | 0 | 5 | 16:24 | 10 |
| 10. Vienna Capitals | 6 | 3 | 0 | 3 | 18:18 | 9 |
| 11. EC Villacher SV | 6 | 3 | 0 | 3 | 16:18 | 9 |
| 12. HC Innsbruck | 8 | 3 | 0 | 5 | 18:25 | 8 |
| 13. Ferencvárosi | 6 | 2 | 0 | 4 | 20:22 | 7 |
| 14. Vorarlberg | 8 | 0 | 0 | 8 | 16:35 | 0 |
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