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Christian Borgatello lief vergangene Saison für seinen Heimatverein Meran in der IHL auf. © HCM/Omega

Mein All Star-Team | Christian Borgatello

Im Laufe seiner Karriere kommt so mancher Spieler weit herum, steht mit Cracks von verschiedenen Kontinenten am Eis. Andere bleiben ihrem Heimatverein treu und teilen sich dort mit Akteuren aus nah und fern die Umkleidekabine. Viele von ihnen dürften aufgrund ihrer spielerischen Klasse, ihrer Härte oder ihrer Ausstrahlung in der Erinnerung haften geblieben sein. SportNews hat Südtiroler Spieler nach ihrer persönlichen Top Six befragt. Heute an der Reihe: Christian Borgatello.

Sein Name stand in vielen der bisherigen All-Star-Teams, die die SportNews-Redaktion zusammengetragen hat. Doch wie sieht es bei Christian Borgatello selbst aus? Wen nominiert er?


„Ich habe mir in den vergangenen Wochen schon so meine Gedanken gemacht“, sagt der 38-Jährige, der in seiner Karriere viel rumgekommen ist. Von seiner Heimatstadt Meran aus zog es ihn zunächst nach Schottland, dann über Mailand, Bozen, Fehervar, Pustertal, Ritten und Sterzing wieder zurück in die Kurstadt. „Dort bin ich auch der prägendsten Person meiner Karriere begegnet, dem in Meran unvergessenen Brian McColgan. Von ihm habe ich mir in meinen jungen Jahren alles abgeschaut und ich finde, unser Spielstil ähnelt sich auch. Er hat mich damals fast täglich zur Seite genommen und mir Tipps mit auf den Weg gegeben“, so Borgatello. Für seine Top Six hat er die Wahl schlussendlich aber auf gebürtige Meraner, Bozner und Brunecker begrenzt.

Tor
Günther Hell (Karriere beendet): „Der beste Goalie mit dem ich zusammengespielt habe, ist der ehemalige Rittner Andrew Engelage. Dennoch bekommt Gunne den Vorzug. Ich kennen keinen anderen Menschen, der so ehrgeizig ist wie er. Die Trainings mit ihm waren phänomenal, er hat sich in jeden Schuss geworfen, dir nie, aber wirklich nie einen Treffer geschenkt. Er hätte sich in seiner Karriere persönlich noch viel mehr verdient gehabt.“
Verteidigung
Alexander Egger (Karriereende | linker Verteidiger): „Seine Hände waren richtige Waffen. Er ist mit Abstand der Spieler aus Italien mit dem besten Stickhandling. Darüber hinaus hatte er eine enorme Präsenz am Eis. Als ich in Bozen spielte, war er immer in der ersten Powerplay-Linie. Da konnte man sich sicher sein, dass irgendetwas passieren würde.“

Armin Helfer (Karriereende | rechter Verteidiger): „Er ist für mich wie ein großer Bruder. Während unserer Zeit im Nationalteam haben wir uns immer ein Zimmer geteilt, wir haben uns auf und abseits des Eises blind verstanden – auch weil unsere Karrieren über all die Jahre hinweg parallel verliefen. Amme war ein richtiges Kraftpaket und wohl der talentierteste Verteidiger überhaupt im heimischen Eishockey.“

Spielten zusammen in Mailand, Bruneck und dem Nationalteam: Christian Borgatello (r.) und sein „großer Bruder“ Armin Helfer. © Archiv

Angriff
Roland Ramoser (Karriereende | linker Stürmer): „Wenn man Roly in der Mannschaft hatte, konnte man sich sicher sein, dass in der Kabine Harmonie und Ruhe herrschte. Für ihn stand das Team immer an erster Stelle, dabei hätte er aufgrund seiner Qualitäten und seiner Karriere durchaus eine Sonderstellung einnehmen können. Er war immer mein erster Ansprechpartner wenn irgendwo mal was hakte.“

Luca Ansoldi (HC Meran | Center): „Er ist der mit Abstand kompletteste Spieler, dem ich je begegnet bin. Er hat eine enorme Übersicht, eine tolle Puckkontrolle, den nötigen Killerinstinkt und ist eisläuferisch hoch veranlagt. In seiner besten Zeit war er überragend. Schade, dass er nie den Sprung ins Ausland gewagt hat, die Chance dazu hätte er gehabt.“

Christian Walcher (Karriereende | rechter Stürmer):
„Ganz ehrlich? Ich habe den Typ auf dem Eis gehasst. Erst während unserer fünf gemeinsamen Jahre in Bozen habe ich verstanden, wie er tickt. Im eigenen Team liebt man solche Spieler dann wieder. Er ging nämlich dahin, wo es weh tat, zudem war er vor lauter Ehrgeiz kaum zu bremsen. So ganz nebenbei war er auch ein richtig guter Eishockeyspieler, der prompt aufblühte, sobald er in einer der vorderen Linien auflief.“
Trainer
Karel Metelka Senior (†): „Ich war noch gar nicht volljährig, als er mir als Jugendtrainer zum Sprung in die Serie A verholfen hat. Er hat mir alles mit auf den Weg gegeben, um ein guter Eishockeyspieler zu werden. Für ihn war auch die menschliche Komponente eine sehr wichtige. Er legte viel Wert auf gutes Benehmen, fragte auch immer, wie der Tag in der Schule war. In jener Zeit war er wie ein zweiter Vater für mich.“



Autor: fop

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