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Bis Sonntag stehen in der IHL keine Referees zur Verfügung.

Schiri-Streik legt Italiens Eishockey lahm

Schon wieder Chaos! Das krisengebeutelte heimische Eishockey sorgt dieser Tage wieder einmal für unrühmliche Schlagzeilen. Die Unparteiischen weigern sich aufs Eis zu gehen und sorgen dafür, dass bis auf weiteres alle IHL-Spiele abgesagt sind.

Seit Monaten liegen die Schiedsrichter mit dem italienischen Eissportverband (FISG) im Clinch. An diesem Mittwoch folgte schließlich der Paukenschlag: Das für den Abend angesetzte IHL-Spiel zwischen ValpEagle und Como muss abgesagt werden, da keine Referees zur Verfügung stehen. Renzo Stenico, der Schiedsrichter-Chef im nationalen Eissportverband, hat den Ligaverantwortlichen keine Schiedsrichter-Zuweisungen für die in dieser Woche geplanten Spiele der Italian Hockey League zukommen lassen. Damit sind zunächst einmal alle IHL-Partien bis Sonntag, 13. Oktober abgesagt. Wie es danach weitergeht, ist noch völlig offen.

„Ich appelliere an die Sportlichkeit aller Beteiligten“
FISG-Präsident Andrea Gios
Von Seiten der Unparteiischen gibt es keine offizielle Stellungnahme, allerdings hatte sich Stenicos drastische Maßnahme seit langem abgezeichnet. Das Fass zum Überlaufen brachte offenbar die Verbandssitzung vom vergangenen Montag, während der eine geforderte Erhöhung der Schiedsrichter-Tagessätze um 24% abgelehnt wurde. Auf diese hatten die Unparteiischen gepocht, um ihre finanziellen Vergütungen denen in der EBEL und der AlpsHL zumindest ein Stück weit anzupassen. „Wir können zum jetzigen Zeitpunkt keine Budgetänderungen durchführen und die Vereine mit zusätzlichen Kosten belasten. Den Antrag mussten wir deshalb ablehnen“, erklärt FISG-Präsident Andrea Gios, „Ich hoffe auf Verständnis und appelliere an die Sportlichkeit aller Beteiligten, um den Ligabetrieb nicht zu gefährden.“
Geldforderungen und Zahlungsrückstände
So einfach dürften die Divergenzen zwischen Verband und Referees allerdings nicht aus der Welt zu schaffen sein. Denn hinter vorgehaltener Hand klagen die Unparteiischen nicht nur über die niedrigen Tagessätze, sondern auch über die Zahlungsmoral der FISG. Demnach sollen ihre Reisekosten unregelmäßig rückerstattet und die Tagessätze mit Monaten Verspätung ausbezahlt werden.

Diese Probleme sind keinesfalls neu im italienischen Eishockey, doch gepaart mit der abgeschmetterten Gehaltsforderung führte sie die Schiedsrichter nun dazu, die Reißleine zu ziehen. Ob dieser drastische Schritt der richtige ist, muss sich erst noch zeigen. Fest steht jedenfalls, dass einmal mehr der Eishockeysport, die Spieler und Fans als die großen Verlierer dastehen.

Autor: fop

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