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Der Brixner Gabriel Nitz (2. von rechts) sorgte für einen denkwürdigen Moment. © ANSA / SALVATORE DI NOLFI

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Der Brixner Gabriel Nitz (2. von rechts) sorgte für einen denkwürdigen Moment. © ANSA / SALVATORE DI NOLFI

Bei der WM: Sternstunde für 19-jährigen Südtiroler

Bei der Eishockey-Weltmeisterschaft in der Schweiz setzte es für Italien am Sonntag die zweite Niederlage im zweiten Spiel. Allerdings erlebte der jüngste Spieler im Kader eine Sternstunde.

Es gibt Tage, die vergisst ein Sportler sein Leben lang nicht mehr. Einen solchen Tag erlebte am Sonntag der junge Gabriel Nitz. In seinem zweiten Spiel auf der großen WM-Bühne erzielte der 19-jährige Brixner Verteidiger sein erstes Tor. Es war dies zugleich der erste Treffer der Azzurri bei dieser WM. Schlussendlich gab es gegen die Slowakei eine erwartete Niederlage: 1:4 hieß es nach den 60 Minuten.


Aber zurück zu Nitz, der mit diesem Treffer eine märchenhafte Story geschrieben hat und am Ende des Spiels auch zum besten Spieler seines Teams gewählt wurde. Es lief die 46. Minute, als der Puck nach einem Getümmel zum Defender schlitterte: Nitz zögerte nicht lange und setzte die Scheibe von der blauen Linie in die Maschen. Erstmals seit 44 Jahren erzielte also wieder ein 19-jährige Azzurro einen Scorerpunkt bei einer A-WM: Letztmals gelang das Martin Pavlu im Jahr 1982.


Besonders kurios: Nitz hat im Erwachsenen-Eishockey bislang erst einen Treffer erzielt, und zwar in der Saison 2024/25 in der Italian Hockey League für Brixen. Der Stay-at-Home-Verteidiger gilt dennoch als großes Eishockey-Talent, spielte im vergangenen Winter hauptsächlich für die Wipptal Broncos in der Alps Hockey League und schnupperte beim HC Pustertal auch ICE-Luft. In der kommenden Saison wechselt Nitz mit seinem Zwillingsbruder Raffael nach Finnland, und zwar in die Jugendabteilung des Erstligisten HPK.

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Italien wehrte sich vor knapp 4.000 Fans gegen die Slowakei – wie schon am Vortag gegen Kanada – sehr tapfer. Allerdings waren die Osteuropäer, die von ihren stimmungsvollen Fans nach vorne gepeitscht wurden, auch ohne zahlreiche Stars eine Nummer zu groß. Vor allem die Kaltschnäuzigkeit der Slowaken war beeindruckend. Der Treffer von Nitz zum zwischenzeitlichen 1:3 gab Italien jedoch mächtig Auftrieb, und so durfte das Blue Team auch kurz von der Sensation träumen. Punkte gab es am Ende aber keine.

Die Highlights

Zum Tor geschlichenDie Slowakei bestimmt das Match in den Anfangsminuten und geht nach 14 Minuten in Führung: Rosandic bekommt vor dem Tor zu viel Platz und spielt perfekt zu Hrivik, der sich im Rücken der Italien-Defense davonschleicht und zum 1:0 trifft (14.).
Eiskalte SlowakenAuf der einen Seite verpassen die Azzurri mit einem 2-gegen-1-Konter (Frigo und Mantenuto) den Ausgleich, auf der anderen Seite treffen die Slowaken zum zweiten Mal. 27 Sekunden vor Ende des zweiten Drittels knallt Kmec die Scheibe nach einem Konter an die Bande, von dort springt das Spielgerät zurück zu ihm und schon steht's 2:0 (40.) Gleich nach Wiederbeginn erhöht der Favorit auf 3:0, als Kristian Pospisil nach Assist seines Bruders Martin vor Jake Smith eiskalt bleibt (41.).
Nitz lässt hoffenPlötzlich sind die Azzurri wieder im Spiel – und zwar dank Youngster Gabriel Nitz. Nach einem Getümmel schlittert die Scheibe zum Brixner, der von der blauen Linie einfach mal draufhaut – und den ersten Treffer der Azzurri bei dieser WM erzielt (46.). Italien hat jetzt richtig viel Aufwind, der Anschlusstreffer ist zum Greifen. Doch am Ende sollte es nicht sein: Die Slowakei fixiert im Powerplay den 4:1-Endstand (55.).

Nun steht für Italien ein Ruhetag an. Am Dienstag ab 16.20 Uhr kommt es zum nächsten, enorm wichtigen Duell: Gegen Norwegen haben die Azzurri nämlich erstmals realistische Chancen auf einen Punktgewinn.

Italien – Slowakei 1:4

Italien: Smith (Fadani); Zanatta-Pietroniro, Trivellato-DiPerna, Spornberger-Gios, Buono-Nitz; Tommaso De Luca-Bradley-Purdeller, Saracino-Frycklund-DiGiacinto, Frigo-Mantenuto-Segafredo, Mantinger-Misley-Zanetti
Coach: Jalonen

Slowakei: Gajan (Rabcan); Rosandic-Gajdos, Koch-Kmec, Knazko-Strbak, Radivojevic, Kristian Pospisil-Martin Pospisil-Fasko-Rudas, Liska-Hrivik-Okuliar, Sykora-Cederle-Chromiak, Petrovsky-Kollar-Mesar, Minarik
Coach: Orszagh

Tore: 0:1 Marek Hrivik (13.31), 0:2 Viliam Kmec (39.32), 0:3 Kristian Pospisil (40.30), 1:3 Gabriel Nitz (45.03), 1:4 Oliver Okuliar (54.13)

Zuschauer: 3.881

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