
Damian Clara klärt gegen Elias Pettersson. © ANSA / FAZRY ISMAIL
Clara verzückt die Eishockey-Welt: „Ein legendärer Auftritt“
Zwar hat Italiens Eishockey-Nationalmannschaft ihr Auftaktspiel bei den Olympischen Spielen gegen Schweden verloren, das Blue Team konnte aber einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Vor allem Goalie Damian Clara katapultierte sich ins Rampenlicht – und kassierte dafür massiv Lob.
12. Februar 2026
Von: nie
Die Voraussetzungen waren alles andere als ausgeglichen. Während die schwedische Nationalmannschaft in ihrem Kader auf einen Erfahrungswert von 16.880 Spielen in der National Hockey League (NHL) kommt, konnten die Azzurri vor dem Aufeinandertreffen mit dem skandinavischen Goldfavoriten keine einzige Minute in der besten Eishockey-Liga der Welt vorweisen. Und dennoch hielt das Blue Team beim Auftakt in die Olympischen Spiele in Mailand erstaunlich lange mit. Der Grund dafür hörte auf den Namen Damian Clara.
„Unglaublich“, schwärmte Stürmer Cristiano DiGiacinto nach der 2:5-Niederlage über den Goalie aus Reischach. „Dass er reinkommt und so überragend hält, hat uns im Spiel gehalten. Wenn ein Torhüter so eine Leistung zeigt, kann man gar nicht anders, als für ihn zu kämpfen.“
Ein historischer Arbeitstag für Clara
Das Lob von DiGiacinto ist nicht weit hergeholt – immerhin liegt hinter Clara ein Arbeitstag historischen Ausmaßes. Die 60 Schüsse aufs Tor der Gastgeber bedeuteten nämlich einen olympischen Rekord, der Südtiroler sah sich während seiner Minuten auf dem Eis mit 49 konfrontiert. 46 parierte der 21-Jährige, der im Juni 2023 beim NHL-Draft an Position 60 von den Anaheim Ducks ausgewählt wurde. „Einfach ein legendärer Auftritt“, widmete die National Hockey League dem Südtiroler in den Sozialen Medien einen eigenen Post.Auch der Gegner zollte dem Torhüter, der zurzeit an den schwedischen Klub Brynäs IF ausgeliehen ist, Respekt. „Wir wussten, dass Clara ihr großes Talent ist“, sagte etwa Victor Hedman, der in der Schlussphase zum 5:2 netzte. „Anaheim kann sich glücklich schätzen, so ein Talent in seinen Reihen zu haben. Er hat unglaublich gespielt und sie im Spiel gehalten. Wir hätten vielleicht etwas direkter sein können, aber es fühlte sich eben wie ein typisches Auftaktspiel an.“
Italien zeigt: Dabei sein ist doch nicht alles
Bitter: In der 47. Minute und beim Stand von 2:3 musste Clara das Eis aufgrund von Schmerzen im rechten Bein verlassen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er eine Parade pro Minute (!) abgeliefert. Wie der italienische Eishockey-Verband anschließend wissen ließ, soll es sich dabei aber nur um Krämpfe gehandelt haben. Für ihn sprang Davide Fadani ein, der in den finalen Zügen der Partie noch zweimal hinter sich greifen musste. Trotzdem ist das Statement des Blue Team klar, Clara und Co. leben nicht nur nach dem olympischen Motto: „Dabei sein ist alles.“ Vielmehr wollen sie einen bleibenden Eindruck hinterlassen.„Ich bin wirklich sehr stolz. Gegen eine der besten Mannschaften der Welt hat Italien in jeder Hinsicht ein großartiges Spiel gemacht.“ Jukka Jalonen
„Ich bin wirklich sehr stolz. Gegen eine der besten Mannschaften der Welt hat Italien in jeder Hinsicht ein großartiges Spiel gemacht“, meinte Nationaltrainer Jukka Jalonen im Anschluss der Partie. „Unbestreitbar war die hervorragende Leistung von Damian Clara, der uns mit mehreren entscheidenden Paraden lange im Spiel gehalten hat, aber man muss die Arbeit der gesamten Mannschaft hervorheben.“
Der Auftakt gegen Schweden, bei dem man durch Luca Frigo (HC Bozen) immerhin mit 1:0 in Führung ging und dank Matt Bradley (HC Bozen) den zwischenzeitlichen 2:2-Ausgleich erzielte, soll eine Warnung an die Konkurrenz sein. „Wir gehen von diesem Spiel aus, um jedem Gegner klarzumachen, dass es schwer sein wird, gegen uns zu spielen. Wenn wir unsere Qualitäten nutzen und unsere Chancen verwerten, werden wir Erfolgserlebnisse haben“, so Jalonen. Die nächste Chance dazu bietet sich am Freitag gegen die Slowakei (ab 12.10 Uhr).
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