
Mehr als nur Nationalteamkollegen: Mikael Frycklund (l.) und Tommy Purdeller (r.) © FISG/Carola Semino
„Das zwischen uns passt“: Der spezielle Pusterer WM-Moment
Sie haben für Italiens ersten richtigen Lichtblick bei der Eishockey-Weltmeisterschaft gesorgt: Tommy Purdeller und Mikael Frycklund. Wir haben das Pusterer Duo in der WM-Arena in Fribourg getroffen.
25. Mai 2026

Von:
Alexander Foppa
Null Punkte und zwei mickrige Törchen hatte Italien nach der ersten WM-Woche zu Buche stehen, jetzt haben Mikael Frycklund und Tommy Purdeller den Karren förmlich im Alleingang aus dem Dreck gezogen. Der eine (Frycklund) leistete zwei Mal die Vorarbeit, der andere (Purdeller) vollstreckte zwei Mal – und doch schritten sie nach dem Spiel mit finsterer Miene zum SportNews-Gespräch. Der Grund: Ihre Torproduktion reichte nicht zum Sieg. Italien unterlag Dänemark mit 2:3 nach Penaltyschießen.
„Das ist einfach ärgerlich! Wir haben heute wirklich gut gespielt“, sagte Frycklund. Purdeller ergänzte: „Wir sind viel im Scheibenbesitz, erspielen uns jede Menge Torchancen – doch es scheint wie verhext.“ Seine persönlichen Erfolgserlebnisse waren kein Trost. „Ich bin bei der WM bislang nicht richtig in Fahrt gekommen, da tun Tore natürlich gut. Aber hier ging's drum zu gewinnen, und das ist uns nicht gelungen.“
„Tommy ist ein angenehmer Junge“ Mikael Frycklund
Allerdings hob Purdeller im Interview dann aber doch einmal die Augenbrauen an, ein Schmunzeln huschte ihm über die Lippen – nämlich, als er auf das besondere Feeling mit Frycklund angesprochen wurde. „Er weiß einfach immer, wo ich stehe. Dabei muss man bedenken, dass wir nicht mal zusammen im Lineup standen, wir waren bei beiden Toren eher zufällig zusammen am Eis.“
Doppeltorschütze Tommy Purdeller (3.v.l.) wurde zum Spieler des Spiels gewählt. © FISG/Carola Semino
Der 22-jährige Montaler und der um elf Jahre ältere Italo-Schwede spielen seit zwei Jahren gemeinsam für den HC Pustertal, kennen sich also aus dem Effeff. „Er ist ein angenehmer Junge“, so Frycklund. Auch Purdeller streute seinem Mitspieler Rosen: „Wir verstehen uns auch abseits des Eises gut. Er ist ja irgendwie auch ein Pusterer.“
Ein gemeinsames Ziel
In der Tat ist Frycklund im Osten Südtirols sowohl sportlich als auch privat längst sesshaft geworden. Und auch deshalb wäre es ihm so wichtig, nicht als Absteiger heimzukehren. „Wir haben noch dieses eine Spiel – und das müssen wir gewinnen!“, so der HCP-Routinier. Purdeller sieht es vor dem Abstiegs-Showdown an diesem Montag (ab 20.20 Uhr im SportNews-Ticker) gegen Slowenien genauso: „Reingehen, alles geben und endlich diesen verflixten Sieg holen.“Im letzten WM-Spiel gegen Slowenien braucht Italien nun genau das wieder: einen besonderen Moment – und vielleicht erneut das Pusterer Duo.
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