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Gianluca Vallini (links) ist der Aufsteiger, die ICE Hockey League der Absteiger. © studioKOSTNER | APA/HERBERT NEUBAUER

Overtime | Titelhamster und Fauxpas

Ein Exil-Südtiroler, der Titel am laufenden Band sammelt, und eine Liga, die sich nicht mit Ruhm bekleckert. Die neue SportNews-Overtime ist samt seinen Auf- und Absteigern wieder da.

Der Aufsteiger
Gianluca Vallini (Asiago)


Es war einmal ein 22-jähriger Goalie, der 2014 vom EV Bozen in der damaligen Serie A2 zum HC Eppan in die Serie A befördert wurde. Ein Goalie, der mit den Piraten um Marc-Olivier Vallerand und Jonathan Hazen beinahe eine Sensation schaffte, indem er den späteren Italienmeister Asiago ins siebte Spiel der Viertelfinal-Serie zwang. Ein Goalie, der damals über sich hinaus wuchs, nun selber das Tor der Stellati hütet und auf den Namen Gianluca Vallini hört.

Der 28-Jährige verdient seit nunmehr drei Saisonen in Asiago seine Brötchen. War der Bozner in seiner ersten Spielzeit im gelb-roten Dress aufgrund einer langwierigen Verletzung und teils schwankenden Leistungen nicht immer unumstritten, so hat er in den letzten beiden Jahren seine Kritiker verstummen lassen. Vallini beeindruckt mit Fangquoten um die 93 Prozent, ist im Starensemble um Steven Iacobellis der Fels in der Brandung und hat nun seinen zweiten Scudetto in Folge gefeiert. Dass angesichts dieser Leistungen Nationalcoach Greg Ireland auf ihn aufmerksam geworden ist, ist die logische Folge. Der in Villach zuletzt nicht mehr regelmäßig eingesetzte Andreas Bernard muss sich vor Vallini in Sachen Südtirols Nummer 1 wortwörtlich hüten.

Der Absteiger
ICE Hockey League

Zuerst traf es die Vienna Capitals, jetzt den HCB Südtirol Alperia. Gemeint sind 0:5-Niederlagen am Grünen Tisch, die die Hockey ICE League verhängt, weil nach deren Ansicht die angesprochenen Vereine Partien wegen Corona eigenmächtig abgesagt haben, obwohl sie eigentlich spielfähig sind. Während die Wiener durch diese Vorgehensweise ein Spiel verloren haben, traf es die Füchse gleich doppelt.

Klar, den Sinn hinter dieser harschen Entscheidung können wir nachvollziehen. Es geht darum, dass Mannschaften nicht wann immer sie wollen, Spiele aussetzen, weil sie durch vereinzelte Corona-Fälle in den eigenen Reihen einen Wettbewerbsnachteil befürchten. In diesen Fällen ist es richtig, hart durchzugreifen. Wenn aber schlichtweg kein Spielmaterial vorhanden ist, so wie zuletzt beim HCB, muss anders, mit mehr Fingerspitzengefühl, gehandelt werden. Zumal die 0:5-Niederlagen die Arbeit einer ganzen Saison in Luft auflösen könnten, die Teams keine Schuld trifft und es wegen des Punkteschnitts keine Not gibt, jedes Spiel auf Biegen und Brechen durchzuboxen.

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