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Dortmunds Erling Braut Haaland will zum Auftakt im Revierderby gegen Schalke gleich jubeln. © AFP / PATRIK STOLLARZ

Laborversuch startet: Bundesliga-Auftakt am Samstag

Kalou in der Kabine, Herrlich im Supermarkt: Die vergangenen Tage dokumentierten deutlich, welche neuen Herausforderungen Spieler und Trainer in der Bundesliga erwarten. Die Verantwortung ist groß, für die Proficlubs gilt ab jetzt: Fußball spielen auf Bewährung.

Jetzt gilt's! Gerade einmal 63 Tage nach dem ersten Corona-Stopp wagt die Fußball-Bundesliga mit angepasstem Regelwerk den Sprung zurück in den Alltag – und steht beim Neustart als erste große internationale Sportliga überhaupt unter maximaler Beobachtung. Das Kabinenvideo von Herthas Salomon Kalou und eine flapsige Einkaufserzählung von Augsburg-Trainer Heiko Herrlich – der mit seinem Team eigentlich in strikter Quarantäne leben müsste – boten schon vor der Wiederaufnahme einen Vorgeschmack, welche Fallhöhe den Beteiligten droht. Die Missachtung der Hygieneregeln hat nicht nur direkte Konsequenzen zur Folge, sondern bringt eine ganze Branche in Verruf und den „absoluten Notbetrieb“, so DFL-Boss Christian Seifert, in akute Gefahr.

DFL-Boss Christian Seifert. © APA/afp / ARNE DEDERT


Von diesem Samstag an soll sich aus Sicht der Deutschen Fußball Liga wieder alles um Fußball drehen, doch so einfach ist das nicht. Der unter strengen Auflagen genehmigte Neustart mit Geisterspielen wird für die ganze Liga zum Stresstest, weil sich der Fokus mit Beginn der Spiele um 15.30 Uhr ganz auf die Aktiven richtet. Tragen die Auswechselspieler den Mundschutz? Benutzt jeder seine eigene Trinkflasche? Wird auf der Bank und beim Torjubel Abstand gehalten? Fragen, die vor Monaten nach Satire klangen, entscheiden nun mit über den Erfolg eines mühevoll ausgearbeiteten Konzepts der DFL-Taskforce.
Die ganze Welt schaut auf Deutschland
Auch für die Verantwortlichen ergibt sich so eine Sondersituation. „Ich war fast noch nie so angespannt. Wir wissen sportlich nicht, wo wir stehen. Ich frage mich natürlich, ob alles funktionieren wird, was wir organisatorisch vorbereitet haben“, sagte Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke der „Funke Mediengruppe“. Bayerns Trainer Hansi Flick betonte: „Die ganze Welt schaut auf Deutschland, wie wir das machen.“ Dies könne eine Signalwirkung für „alle Ligen“ haben, betonte der Coach.

Hansi Flick trifft mit den Bayern am Sonntag auf Union Berlin. © Bongarts/Getty Images/Bayern Mün / Alexander Hassenstein


Ein Punkt des DFL-Konzepts wurde kurz vor dem Spielstart am Freitag offenbar doch noch einkassiert. So müssen die Trainer laut „Bild-Zeitung“ nun doch keinen Mundschutz tragen, sondern lediglich den Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten. DFL-Direktor Ansgar Schwenken sagte dazu: „Für die Trainer ist eine solche ausreichende Abstandswahrung gewährleistet, wenn sie sich mit einem Abstand von mindestens 1,5 Metern losgelöst von den anderen Personen bewegen.“
Sportliche Themen werden zur Randnotiz
Sportliche Themen wie der offene Meisterkampf oder das bevorstehende Revierderby blieben auch in der Woche des Neustarts Randaspekte. Bei der Abstiegsfrage wurde weniger über die Qualität von Bremen oder Paderborn diskutiert als mehr über mögliche Wertungsfragen, falls in der derzeitigen Krise doch noch abgebrochen werden muss. Die DFL hat diesen sensiblen Streitpunkt zunächst vertagt und geht ohne Abbruchlösung in seinen Laborversuch, der die Beteiligten des Milliardenbusiness für mehrere Wochen so gut wie möglich von der zuletzt immer weiter geöffneten Gesellschaft abschotten soll.

Das große Ziel der Proficlubs ist: Fertigspielen – irgendwie! An den TV-Millionen hängt nicht nur die Existenz einiger Clubs, sondern laut DFL-Chef Seifert auch der Fortbestand der Bundesliga in ihrer derzeitigen Form.

Übrigens: Die Konferenz der Samstagsspiele kann live auf Sky Sport News HD verfolgt werden. Dieser Sender ist auch in Südtirol frei zu empfangen. Außerdem gibt’s auf SportNews wie immer den Liveticker mit Ergebnissen und Torschützen in Echtzeit.

Bundesliga, 26. Spieltag

Samstag, 16. Mai
15.30 Uhr:
Borussia Dortmund – Schalke 04
RB Leipzig – SC Freiburg
TSG Hoffenheim – Hertha BSC
Fortuna Düsseldorf – Paderborn
FC Augsburg – VfL Wolfsburg

18.30 Uhr:
Eintracht Frankfurt – Borussia M’Gladbach
Sonntag, 17. Mai
15.30 Uhr:
1. FC Köln – Mainz 05

18 Uhr:
Union Berlin – FC Bayern München
Montag, 18. Mai
20.30 Uhr:
Werder Bremen – Bayer Leverkusen

SPGUVTVP
1. Bayern München25174473:2655
2. Bor. Dortmund25156468:3351
3. RB Leipzig25148362:2650
4. Bor. M. Gladbach25154649:3049
5. Bayer Leverkusen25145645:3047
6. FC Schalke 0425910633:3637
7. VfL Wolfsburg2599734:3036
8. SC Freiburg25106934:3536
9. 1899 Hoffenheim251051035:4335
10. 1. FC Köln251021339:4532
11. 1. FC Union Berlin25931332:4130
12. Eintracht Frankfurt24841238:4128
13. Hertha BSC Berlin25771132:4828
14. FC Augsburg25761236:5227
15. FSV Mainz 0525821534:5326
16. Fortuna Düsseldorf25571327:5022
17. Werder Bremen24461427:5518
18. SC Paderborn25441730:5416

Autor: dpa/det

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