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Die Kroatien Spieler feiern den Einzug ins Viertelfinale. © APA/afp / JEWEL SAMAD

Elfmeterkrimi: Torhüter Livakovic wird Kroatiens Held

Favoritenschreck Japan zwingt Vizeweltmeister Kroatien mit Starspieler Luka Modric ins Elfmeterschießen. Doch dort pariert Livakovic drei Strafstöße. Nun ist ein Duell mit Brasilien möglich.

Kroatien hat in einem Elfmeter-Krimi ein frühes Scheitern bei der WM abgewendet und darf mit Starspieler Luka Modric auf eine Wiederholung von 2018 hoffen. Der Vize-Weltmeister gewann sein Achtelfinale am Montag in Al-Wakra mit 3:1 im Elfmeterschießen gegen Japan und verhinderte so den ersten Viertelfinal-Einzug der Blue Samurai. Mario Pasalic verwandelte den entscheidenden Elfmeter für die Kroaten, bei denen auch Torhüter Dominik Livakovic mit drei parierten Schüssen vom Punkt zum Helden zum avancierte.


Nach Ende der regulären Spielzeit hatte es 1:1 (0:1) durch Tore des Japaners Daizen Maeda (43. Minute) und des Kroaten Ivan Perisic (55.) gestanden. In der Runde der letzten Acht geht es für die nach dem ersten Seitenwechsel engagierteren Kroaten am Freitag (16.00 Uhr) nun entweder gegen Außenseiter Südkorea oder Rekordweltmeister Brasilien.

Während Kroatien nach 1998 und 2018 auf die dritte Halbfinal-Teilnahme hoffen darf, ist das turbulente Turnier der Japaner um Frankfurts Daichi Kamada vorbei. Der Favoritenschreck, der in der Vorrunde Deutschland und Spanien besiegt sowie die DFB-Elf auch aus dem Turnier geworfen hatte, konnte vor 42.523 Zuschauern seine Halbzeitführung nicht über die Runden bringen. Für einen nächsten Coup reichte es diesmal nicht.

Die Japaner bejubeln den Treffer zum 1:0 durch Daizen Maeda. © ANSA / Friedemann Vogel


Für die in der Heimat ausgelassen gefeierten Japaner war es ein hochemotionales Spiel. Trainer Hajime Moriyasu war angesichts der großen Chance auf die erstmalige Teilnahme an einem WM-Viertelfinale schon bei der Hymne den Tränen nahe. Zuvor hatte er entscheiden müssen, ob er Joker Ritsu Doan erneut von der Bank bringt wie bei den furiosen 2:1-Siegen über Spanien und Deutschland. Oder als Startelfspieler wie beim 0:1 gegen Außenseiter Costa Rica. Doan begann als einer von vier Bundesliga-Profis neben Kapitän Maya Yoshida (Schalke), Wataru Endo (Stuttgart) und Kamada.

Die Anfangsphase gehörte eher den Asiaten, die extrem aggressiv attackierten und selbst Kroatien-Keeper Dominik Livakovic massiv unter Druck setzten. Ein Kopfball von Shogo Taniguchi (3.) sowie ein Versuch des hereinrutschenden Maeda (12.) gingen nur knapp am Tor des WM-Zweiten von 2018 vorbei. Doch Modric und Co. setzten selbst Akzente. In der Anfangsphase verpasste es Perisic, einen schweren Fehler von Japans Takehiro Tomiyasu zu nutzen. Perisic lief von links alleine aufs Tor zu, scheiterte aber an Shuichi Gonda.

Ivan Perisic erzielte den Ausgleich für Kroatien © ANSA / Neil Hall


Mit zunehmender Spieldauer wurden die Kroaten stärker. Angeführt von Modric, der auch mit einem seiner gefürchteten Außenristpässe agierte, ergaben sich Torchancen, doch die Angriffsreihe um den neu in die Startelf gekommenen Bruno Petkovic agierte zu unpräzise und vor dem Tor nicht konsequent genug.

Das galt lange auch für Japan, als Kamada nach schönem Steilpass von Endo zunächst noch einen Haken schlug, dann aber zu hektisch abschloss und verzog. Das Führungstor für die Blue Samurai fiel dann kurz vor der Pause: Freiburgs Doan schlug von rechts eine Flanke, die Yoshida am zweiten Pfosten in die Mitte prallen ließ. Dort stand Maeda und nutzte die kurze Verwirrung in Kroatiens Abwehr um Maskenmann Josko Gvardiol, um eiskalt zu vollenden.

Dominik Livakovic hielt 3 Elfmeter gegen Japan. © APA/afp / INA FASSBENDER


Kroatien musste wie beim 4:1 gegen Kanada einen Rückstand drehen. Doch nach der Pause kam zunächst wieder Japan: Ein Schuss von Kamada nach gerade mal 30 Sekunden zog knapp über das Tor. Die lange Zeit harmlosen Kroaten schlugen plötzlich aus dem Nichts zu. Eine Flanke des aufgerückten Dejan Lovren köpfte Perisic wuchtig ins lange Eck, Gonda war chancenlos. Direkt im Gegenzug parierte Livakovic einen sehenswerten Schuss des Stuttgarters Endo. Die Partie wurde nun immer turbulenter, Gonda wehrte einen Volley von Modric glänzend ab (63.).

Zum Ende der regulären Spielzeit riskierten beide Teams nicht mehr viel, auch in der Verlängerung war die Torabsicherung zunächst das oberste Ziel. In der 98. Minute wurde Modric, der viel investiert hatte, ausgewechselt. Wenig später verließ auch Perisic den Platz. Japan griff nochmal an, doch einen unplatzierten Schuss von Kaoru Mitoma konnte Livakovic gerade so abwehren.

Japan – Kroatien 1:3 nach Elfmeterschießen

Tore: 1:0 Maeda (43.), 1:1 Perisic (55.), 1:3 Pasalic (entscheidender Elfmeter)

Hier geht es zum Live-Ticker der Partie.

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