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Der FC Bayern München deklassiert Frankfurt zum Bundesligastart. © APA/afp / CHRISTOF STACHE

Bayern zerlegt die Eintracht

Der FC Bayern München lässt zum Bundesliga-Auftakt keine Zweifel aufkommen, dass der Weg zum Titel erneut nur über ihn führt. In Frankfurt glänzt der Rekordmeister mit Spielwitz und Torhunger. Die Eintracht geht im Kombinationswirbel unter.

Wer soll diese Super-Bayern stoppen? Mit einem Tor-Spektakel hat der Rekordmeister aus München die 60. Jubiläumssaison der Fußball-Bundesliga bei Europa-League-Sieger Eintracht Frankfurt eröffnet und ein beeindruckendes Statement an die Konkurrenz gesendet. Mit dem 6:1 (5:0)-Sieg am Freitagabend vor 51.500 Zuschauern in der ausverkauften Frankfurter Arena unterstrich der Titelverteidiger gleich am ersten Spieltag nachdrücklich seine Ambitionen auf die elfte Meisterschaft in Serie.


Die Hessen kassierten dagegen vor dem UEFA-Supercup gegen Champions-League-Gewinner Real Madrid am kommenden Mittwoch in Helsinki einen heftigen Dämpfer.

Bayern macht früh alles klar
In einer rasanten Partie machten Joshua Kimmich (4.), Benjamin Pavard (11.), Sadio Mané (29.), Jamal Musiala (35.) und Serge Gnabry (43.) bereits vor der Pause alles klar für die wie entfesselt stürmenden Bayern. Erst nach dem Wechsel kam Frankfurt etwas besser ins Spiel und belohnte sich durch Neuzugang Randal Kolo Muani (64.) nach dickem Patzer von Bayern-Torwart Manuel Neuer. Musiala (83.) setzte mit seinem zweiten Treffer den Schlusspunkt.

Die Bayern kamen aus dem Jubeln nicht mehr raus. © ANSA / RONALD WITTEK


Für die kurioseste Szene des Spiels sorgte Thomas Müller in der 23. Minute. Der Nationalspieler brachte es fertig, den Ball aus kürzester Distanz nicht ins leere Tor unterzubringen. Im Fallen traf Müller nach einem nicht ganz sauberen Pass von Gnabry nur den Pfosten, danach prallte der Ball gegen seinen Kopf. Slapstick pur.
Neuzugang de Ligt nur auf der Bank
Nagelsmann hatte die Qual der Wahl und entschied sich für die gleiche Startformation wie beim Supercup-Spektakel gegen RB Leipzig (5:3) – und damit gegen den fast 70 Millionen Euro teuren Neuzugang Matthijs de Ligt. Auch Nationalspieler Leroy Sané saß zu Beginn nur auf der Bank. Dafür meldete sich Torhüter Neuer nach seiner Magen-Darm-Erkrankung einsatzfähig. Und vorne stürmte Mané, die neue Attraktion der Liga.

Bei einem Freistoß aus halbrechter Position düpierte Kimmisch Eintracht-Torhüter Kevin Trapp, der auf eine Flanke spekulierte, und schlenzte den Ball frech an der Mauer vorbei ins kurze Ecke. Der rechte Pfosten half mit.

Die Eintracht war komplett von der Rolle und kassierte nur sechs Minuten später den zweiten Gegentreffer durch Pavard, der die Schläfrigkeiten in der Frankfurter Hintermannschaft gnadenlos bestrafte. Erst danach gab der Gastgeber ein erstes Lebenszeichen ab. Innenverteidiger Tuta hatte aber Pech, dass er per Kopf nur die Latte traf. Neuer wäre machtlos gewesen.
Kombinationsfußball vom Feinsten
Die Münchner schüttelten sich kurz – und setzten ihren Hochgeschwindigkeits-Fußball unbeirrt fort. Hellwach, aggressiv und kombinationsstark fuhr das Star-Ensemble einen gefährlichen Angriff nach dem nächsten auf das gegnerische Tor. Der Lohn: Drei weitere Treffer im ersten Durchgang durch Mané, Musiala und Gnabry. Das 5:0 war die höchste Halbzeitführung seit Einführung der Eröffnungsspiele.

Die Eintracht wurde nach allen Regeln der Kunst vorgeführt. Auch offensiv kam vom Champions-League-Teilnehmer zu wenig, zumal Bundesliga-Rückkehrer Mario Götze blass blieb. Auch von Flügelflitzer Filip Kostic, der von Juventus Turin heftig umworben wird, kam viel zu wenig.
Neuer mit Patzer
Glasner reagierte und brachte zur zweiten Hälfte in Kristijan Jakic, Christopher Lenz und Kolo Muani gleich drei neue Spieler. Außerdem dürfte der Trainer die richtigen Worte in der Kabine gefunden haben. Nachdem ein Tor nach Videobeweis noch aberkannt worden war, traf Kolo Muani nach einem Patzer von Neuer, dessen Ausflug aus dem Strafraum bestraft wurde, zum 1:5.

Die Münchner schalteten mindestens einen Gang runter, wodurch die Eintracht zu weiteren Chancen wie die von Ansgar Knauff (69.) kam. Wirklich gefährlich wurde es für den Titelverteidiger aber nicht mehr. Musiala (83.) setzte mit seinem zweiten Treffer den Schlusspunkt zu einer herausragenden Leistung der Bayern.

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