S+
Sabrina Wittmann wurde bei Ingolstadt entlassen.

a Deutschland

Sabrina Wittmann wurde bei Ingolstadt entlassen.

Rauswurf für Pionierin: Ingolstadt trennt sich von Wittmann

Als Sabrina Wittmann im Mai 2024 den FC Ingolstadt als Trainerin übernahm, blickte ganz Fußball-Deutschland auf die damals 32-Jährige. Eine Frau hatte hierzulande noch nie ein Profiteam der Männer gecoacht. Wittmann war eine Pionierin.

Christian Staffler

Von:
Christian Staffler

Nach 101 Pflichtspielen ist ihre Zeit bei den Oberbayern nun aber vorbei. Der Drittligist trennte sich wegen des enttäuschenden Saisonstarts von Wittmann. Damit sitzen auf den 56 Trainerbänken in Bundesliga, 2. Bundesliga und 3. Liga künftig wieder nur männliche Coaches.


Wittmann wurden nur acht Punkte aus den ersten sieben Ligaspielen, zuletzt drei Niederlagen in vier Spielen und Tabellenrang 13 zum Verhängnis. „Ich hätte sehr gerne weitergemacht und den Weg mit einer Mannschaft voller außergewöhnlicher Charaktere fortgesetzt“, wurde sie in einer Mitteilung zitiert. „Leider ist das Vertrauen hierfür nicht mehr da und der Verein hat sich für eine andere Lösung entschieden.“ Die Enttäuschung ist spürbar groß.

Geschäftsführer Harald Gärtner sprach von „einer intensiven Betrachtung der saisonübergreifenden sportlichen Entwicklung und der Ergebnisse im bisherigen Saisonverlauf der 3. Liga“, die zur Trennung geführt habe. Obwohl Wittmann den wohl besten Kader in ihrer FCI-Zeit zur Verfügung hatte, enttäuschte die Mannschaft. Wer auf die Trainerin folgt, solle „zeitnah“ kommuniziert werden.

Stolz und „schwerer Rucksack“ bei Beförderung 2024

Der Verein hatte sie mit der Beförderung 2024 auch extrem in den Fokus und damit unter Druck gesetzt. Wittmann war zwar stolz darauf, als Vorreiterin für Frauen im Fußball angesehen zu werden, wie sie oft sagte. Aber der Druck gerade am Anfang war sehr groß, wie sie zuletzt in einem Podcast schilderte. Es sei ein „Rucksack“ gewesen, sagte sie. „Der war schon ein bisschen schwerer als ich gedacht hätte, um ehrlich zu sein.“ Sie habe nicht die erste Frau sein wollen, die dann nach wenigen Wochen wieder entlassen wird. Sie hielt sich letztlich mehr als zwei Jahre, ehe nun die Trennung folgte.

Kommentare (0)

Bestätigen Sie den Aktivierungslink in unserer E-Mail, um Ihr Konto zu verifizieren und Kommentare zu schreiben. Aktivierungslink erneut senden
Vervollständigen sie Ihre Profil-Angaben, um Kommentare zu schreiben.
Profil bearbeiten

Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen.

© 2026 First Avenue GmbH