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Cheftrainer Timo Schultz (hier mit Assistenztrainer Loic Fave) war während des Trainingslagers im Passeiertal nicht nur auf dem Fußballplatz unterwegs. © Social Media / FCSP

St. Pauli in Passeier: „Panorama könnte ein Bildschirmschoner sein“

Am Sonntag ist der FC St. Pauli aus St. Leonhard in Passeier abgereist. Einen Tag zuvor und kurz vor dem Testspiel gegen NK Istra (4:1-Sieg für St. Pauli) hatte SportNews die Möglichkeit, ein exklusives Gespräch mit Trainer Timo Schultz zu führen.

Von:
Christian Staffler

Angenehm kühl und herrlich ruhig präsentiert sich das Passeiertal am Samstagmorgen. Die Spieler des FC St. Pauli haben das Frühstück hinter sich und weil am Nachmittag ein Testspiel auf dem Programm steht, ist der Vormittag trainingsfrei. Eine Ausnahme während des Vorbereitungscamps im Passeiertal, das von der Agentur Onside organisiert wurde. Normalerweise standen die Hamburger zwei Mal täglich auf dem Sportplatz, wobei eine Einheit der Fitness diente. Taktisch lagen die Defensiv-Prinzipen im Vordergrund.


Timo Schultz sitzt mit seinem Trainerteam auf der Terrasse des Hotels Bad Fallenbach, das der FC St. Pauli exklusiv für den Passeier-Aufenthalt gemietet hatte. Der Teambus mit dem berühmten Totenkopf-Emblem steht davor, Sportchef Andreas Bornemann und Präsident Oke Göttlich (er mischte sich am Nachmittag unter das Fußvolk auf der Tribüne) lassen sich einen Espresso schmecken. Im Gespräch ist Schultz unkompliziert und komplett ohne Starallüren. Seit 17 Jahren ist er auf St. Pauli, das hat ihn geprägt – wie er selbst anmerkt: „Das ist mein Verein, ich bin mit viel Herzblut dabei. Man kennt jeden im Klub. Das macht es in Situationen, wo es nicht so gut geht, einfacher, manchmal auch schwieriger. Es ist eine 50/50-Sache.“

In Moos fand das Testspiel gegen NK Istra statt. St. Pauli gewann 4:1.

Die Enttäuschung über den verpassten Bundesliga-Aufstieg im Vorjahr verhehlt Schultz nicht: „So etwas zu überwinden, das lernt man auf keinem Trainerlehrgang. Die Sommerpause war für uns alle im Verein zu kurz. Es gibt Sachen die sind wichtiger als Taktik, Training oder irgendeine Aufstellung. Die alte Saison aus den Köpfen herauszukriegen ist nicht einfach. Den Fokus auf Neues zu legen, das ist auch mir als Trainer schwergefallen. Wir wären natürlich gerne aufgestiegen.“ Doch weil schon am Samstag das erste Meisterschaftsspiel gegen Nürnberg ansteht, richtet Schultz den Blick nach vorne: „Wir haben Neues erarbeitet, das Trainingslager hier hat uns sehr dabei geholfen. Vielleicht können wir aus den letzten Monaten langfristig Stärke ziehen. Negativereignisse schweißen zusammen.“
„Zu 80 Prozent liegt der Fokus auf unser Spiel.“ Timo Schultz über seinen Stil als Trainer

Der Umbruch beim FC St. Pauli war groß. Zwölf Spieler, darunter Führungsfiguren wie Guido Burgstaller, Kapitän Philipp Ziereis oder Christoph Buchtmann, haben den Klub verlassen. Der Wandel ist gewollt, so Schultz: „Wir haben mehr Abgänge als Zugänge, der Kader war auch einfach viel zu groß. Wir wollen Spieler zu Topspielern in der 2. Liga entwickeln. Irgendwann oben in der 1. Bundesliga anzuklopfen, wäre für uns riesig.“ Im Passeiertal wurde auch am Teamspirit gearbeitet: „Wir waren zusammen auf einer Hütte, haben Mountaincart-Touren gemacht und auch über private Dinge und nicht nur über Fußball gesprochen. Das Panorama hier könnte ein Bildschirmschoner auf meinem Laptop sein. Die Voraussetzungen im Passeiertal sind top. Ich bin super zufrieden mit den Bedingungen.“

Torhüter Dennis Smarsch versucht sich im Mountaincart-Fahren.

So sehr sich die Mannschaft personell verändert haben mag, Schultz bleibt sich als Trainer treu. Das 4-4-2 mit Raute wird das Stammsystem der Kiezkicker bleiben: „Wenn ich etwas in den letzten Jahren gelernt habe, dann meine Art und Weiße Fußball zu spielen durchzusetzen. Wir werden immer aggressiv nach vorne spielen und mutig versuchen, Chancen und Tore herauszuspielen. Natürlich schauen wir auf den Gegner, aber zu 80 Prozent liegt der Fokus auf unserem Spiel.“

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