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Die Südtiroler Fabian Lantschner (rechts) und  Adrian Lechl schrieben mit Wacker Innsbruck ein Märchen. © Daniel Schönherr

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Die Südtiroler Fabian Lantschner (rechts) und Adrian Lechl schrieben mit Wacker Innsbruck ein Märchen. © Daniel Schönherr

Ein Südtiroler Märchen: „Wacker ist schon besonders“

Nach vielen Jahren Abstinenz hat der FC Wacker Innsbruck den Sprung zurück in den Profifußball geschafft. Einen wesentlichen Anteil daran haben auch zwei Südtiroler. Wir haben mit Co-Trainer Fabian Lantschner über den Wiederaufstieg des Nordtiroler Kult-Klubs gesprochen.

Nach drei Aufstiegen in Folge ist Wacker Innsbruck zurück in der zweiten Liga Österreichs. Den ganzen Weg mitgemacht haben die beiden Südtiroler Fabian Lantschner und Adrian Lechl. Während Lantschner als Co-Trainer die rechte Hand von Chefcoach Sebastian Siller ist, wirbelt Lechl im Angriff.


Lantschner hat 2019 bei Wacker als Jugend-Trainer in der U14 angefangen. Hauptberuflich arbeitet der 38-Jährige aus Natz, der bei seinem Heimatverein auch schon Spieler und Sportlicher Leiter war, in der Geschäftsleitung einer Baumanagement-Firma in Innsbruck.

Wacker Innsbruck (hier im Tivoli-Stadion) ist zurück im Profifußball. © Daniel Schönherr

Wacker Innsbruck (hier im Tivoli-Stadion) ist zurück im Profifußball. © Daniel Schönherr


Seinen Südtiroler Schützling Lechl, der inzwischen 21 Jahre alt ist und in dieser Saison sieben Tore erzielt hat, hat Lantschner selbst bei einem Testspiel im Jahr 2023 in Natz für Wacker entdeckt. Vorher spielte der Angreifer aus Lüsen in der FCS-Jugend. Nach der Aufstiegsfeier auf Mallorca hat SportNews mit Lantschner ein Interview geführt:


Sebastian Siller und Sie sind seit über drei Jahren im Amt: Was habt ihr gemeinsam verändert, damit es drei Aufstiege in Folge gab?

Fabian Lantschner: „Wir haben unsere Idee von Fußball mit viel Geduld Schritt für Schritt implementiert, diese im Laufe der Zeit weiterentwickelt und angepasst. Auch wir als Trainer haben dabei einen gewissen Entwicklungsprozess durchlaufen und sind an den Aufgaben gewachsen. Sebastian kam als ehemaliger Kapitän der Bundesliga-Mannschaft ins Trainergeschäft, ich war im Leistungsbereich im Nachwuchs tätig. Aber unsere Profile haben sich offensichtlich gut ergänzt und wir sind sehr schnell sehr eng zusammengewachsen. Zur Wahrheit gehört, dass die Verantwortlichen in jeder Saison auch einen starken Kader auf die Beine gestellt haben. Vor allem ausschlaggebend war aber, dass wir in der Mannschaft eine Gewinner-Mentalität etabliert und eine Kultur innerhalb der Mannschaft gefördert haben. Sebi Siller war hier in jeder Hinsicht die treibende Kraft, er ist als Trainer genau so, wie er auch als Spieler war, hat die Richtung vorgegeben und vorgelebt.“


Wie sieht der alltägliche Kontakt und Austausch zwischen euch aus?

„Der Austausch ist permanent und mehrmals täglich. Das betrifft Sebastian und mich, aber auch Athletiktrainer Marco Wegscheider und Video-Analyst Mathias Voppichler, die in ihren Bereichen einen herausragenden Job machen und einen großen Anteil am Erfolg haben.“

Der 38-jährige Fabian Lantschner aus Natz ist Co-Trainer von Wacker Innsbruck. © Daniel Schönherr

Der 38-jährige Fabian Lantschner aus Natz ist Co-Trainer von Wacker Innsbruck. © Daniel Schönherr


Was ist einfacher: Jugend- oder Erwachsenentrainer zu sein?

„Es haben beide Aufgaben ihre Vorzüge. Im Erwachsenenbereich bei einem Verein wie dem FC Wacker arbeiten zu können, ist schon besonders. Erwartungshaltung und Druck sind natürlich da, es ist Ergebnis-Sport. Das ist im Nachwuchs ganz anders. Dort geht es in erster Linie darum, Rahmenbedingungen zu schaffen, damit sich Jugendliche gut entwickeln können. Die Maßstäbe sind dort andere: Wie viele Spieler schaffen den Sprung in eine Akademie und vielleicht dann den Sprung in den Profi-Bereich? Wie viele werden für eine U-Nationalmannschaft nominiert? Das Ergebnis ist dort zweitrangig. Die Arbeit mit Jugendlichen war für mich immer sehr erfüllend, wobei ich sagen muss, dass ich das große Glück hatte, immer mit sehr guten Mannschaften arbeiten zu dürfen. Auch für die eigene Entwicklung als Trainer war das natürlich kein Nachteil.“

„Adrian Lechl bringt alle Voraussetzungen mit, dass die Reise noch ein Stück weit gehen kann.“ Fabian Lantschner


Eine kurze Einschätzung zu Adrian Lechl und seiner Entwicklung: Wie hoch hinaus kann es für ihn gehen?

„Adrian Lechl hat sich seit drei Jahren als absoluter Stammspieler und Leistungsträger etabliert und in dieser Zeit eine beeindruckende Entwicklung hingelegt. Das fußballerische Talent ist unbestritten, sonst durchläuft ein Spieler nicht den kompletten Nachwuchs des FC Südtirol und wird anschließend unmittelbar Stammspieler beim FC Wacker Innsbruck, auch wenn das damals noch in der 5. Liga war. Was ihn heraushebt, sind neben seinen athletischen Fähigkeiten vor allem seine Mentalität und seine Einstellung. Kein Spieler beim FC Wacker hat in den vergangenen Jahren mehr Spiele unter Sebastian und mir absolviert als Adrian. Er hat in dieser Zeit die meisten Tore vorbereitet und viele, vor allem wichtige, Tore für uns erzielt. Er wird auf jeden Fall den Weg in die zweite Liga mitgehen. Wie weit seine Karriere gehen kann, ist schwer abzuschätzen. Aber Adrian bringt jedenfalls alle Voraussetzungen mit, dass die Reise noch ein Stück weit gehen kann.“


Nächstes Jahr erwartet Wacker in der zweiten Liga unter anderem das West-Derby gegen Austria Salzburg. Was erwarten Sie sich für einen Zuschauerschnitt am Tivoli?

„Die Euphorie um den Verein ist beeindruckend, man spürt das auch in der Stadt. Die Sehnsucht nach dem FC Wacker Innsbruck als Tiroler Verein auf der großen nationalen Bühne ist groß. Ich wünsche mir für den Verein, dass sich dies kommende Saison in den Zuschauerzahlen niederschlägt. Was mich besonders freut: Es kommen wieder sehr viele Südtiroler zu unseren Spielen – hoffentlich bleibt auch das so.“

Adrian Lechl aus Lüsen stieg mit Wacker Innsbruck in die zweite Liga auf. © APA / EXPA/JOHANN GRODER

Adrian Lechl aus Lüsen stieg mit Wacker Innsbruck in die zweite Liga auf. © APA / EXPA/JOHANN GRODER


Gibt es weitere Südtiroler bei Wacker, beispielsweise Jugendtrainer oder Betreuer?

„Ja, die gibt es tatsächlich! Sebastian Federzoni und Christian Cozza sind bei uns im Nachwuchs als Trainer tätig. Maike Bergmeister gehört dem Trainerteam der zweiten Damenmannschaft an, die übrigens auch am kommenden Montag um den Cup-Titel im Tivoli spielt. Zudem spielen immer mehr Kinder und Jugendliche aus Südtirol in unseren Nachwuchsteams. Die Anfragen werden diesbezüglich immer mehr.“


Abschließende Frage: Verfolgen Sie das Geschehen bei Ihrem Heimatverein Natz noch?

„Natürlich – und wenn es die Zeit zulässt, schaue ich immer wieder gerne bei einem Heimspiel vorbei. Zudem bin ich in ständigem Austausch mit Christian Platzer (Sportlicher Leiter vom FC Obermais; Anm. d. Red.). Das was Obermais heuer geleistet hat, finde ich sensationell und ist einfach nur lobenswert.“

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