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Austria Wien hat einen dramatischen letzten Spieltag hinter sich. © APA / MAX SLOVENCIK

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Austria Wien hat einen dramatischen letzten Spieltag hinter sich. © APA / MAX SLOVENCIK

„Unglaublich“: Pfattner und Austria im siebten Fußball-Himmel

Die Wachablöse im österreichischen Frauenfußball ist seit Samstag perfekt. Nach dem Cupsieg sicherte sich die Wiener Austria dank eines Tores tief in der Nachspielzeit den erste Meistertitel der Vereinsgeschichte. Die Truppe rund um die Südtirolerin Elisa Pfattner freute sich auch über einen besonderen Meilenstein.

Wie man einen solchen Erfolg mit nur einem Wort beschreibt? „Unglaublich“, meinte Elisa Pfattner in einem Video auf den Social-Media-Kanälen der Wiener Austria. Das traf den Wahnsinn in der österreichischen Hauptstadt, bei dem die Mittelfeldspielerin aus Latzfons in der Startelf stand, auf den Punkt – zumal vielen Beobachtern nach den Szenen, die sich in der Generali-Arena abgespielt hatten, zunächst die Worte gefehlt hatten.


Im zweiten direkten Duell in der Meisterrunde deutete vieles auf ein zweites 0:0 zwischen Austria Wien und St. Pölten hin. Da Austrias Katharina Schiechtl in der vermeintlich letzten Aktion im Spiel im Strafraum mit einem hohen Fuß Fanni Nagy im Gesicht traf, entschied Schiedsrichter Tobias Wimhofer auf Rote Karte für die ÖFB-Teamspielerin und Elfmeter, den Leila Peneau (98.) sicher verwertete.


Etwas überraschend pfiff der Referee noch einmal an und die Wienerinnen erarbeiteten sich einen Freistoß. Nach dem landete der Ball über Umwege bei Carina Wenninger, die ihn aus kurzer Distanz über die Linie stocherte (101.).

Letzte Minuten laut Wenninger „unfassbar“

Dann war vor 2.346 Zuschauern in der Generali Arena wirklich Schluss und nachdem zuvor schon die Niederösterreicherinnen am Feld in einer Jubeltraube gewesen waren, war dies nun auf der anderen Seite der Fall. „So etwas wie heute habe ich noch nicht erlebt. Es ist alles passiert, was der Fußball so schreiben kann, die letzten drei Minuten waren unfassbar“, meinte die Siegtorschützin. Das sah auch Lena Triendl so, die sagte: „Das glaubt dir niemand, wenn du das wem erzählst. Für uns ist es megageil.“ Kenesei regte gar eine Verfilmung an. „Man sollte sich überlegen, dieses furiose Finale zu verfilmen, das war ein Highlight, unglaublich, Drama pur.“

Das Happy End für den FAK war verdient, auch im 29. nationalen Saisonspiel gab es keine Niederlage – ein beispielloser Meilenstein. Die Saison wird aber auch durch den Einzug ins Viertelfinale des Women's Europa Cup in Erinnerung bleiben. „Es war eine überragende Saison mit den Europa-Cup-Reisen, mit dem Cup-Spiel, jetzt das dramatische Finale. Es kann fast nicht besser sein. Es war der Lohn der harten Arbeit“, meinte Kenesei. Und Wenninger ergänzte: „Wir haben das ganze Jahr über konstant gearbeitet, das Double bedeutet mir extrem viel.“

Jasmin Pal durfte nicht nur den Meisterteller stemmen, sondern wurde auch als beste Torfrau der Saison ausgezeichnet. „Ich bin unglaublich dankbar, das zeigt, dass ich wieder da bin“, betonte die 29-Jährige. Mit den Feierlichkeiten am Platz war es am Samstag nicht getan. „Den einen oder anderen Drink werden wir uns genehmigen. Viel schlafen werden wir nicht“, kündigte Kenesei an.

SKN-Trainer ärgerte sich über Referee

Die Niederösterreicherinnen schauten nach zehn Meistertiteln in Folge durch die Finger. Der Trainerwechsel im Oktober von Lisa Alzner zu Laurent Fassotte konnte eine titellose Saison nicht verhindern. Der 48-Jährige war auf den Referee nicht gut zu sprechen. „Ich verstehe nicht, warum das Spiel nach unserem Treffer noch einmal angepfiffen wurde, es war ja schon die letzte Aktion des Spiels. Einige Entscheidungen des Schiedsrichters waren nicht glücklich“, verlautete der Belgier. Der Spielverlauf sei frustrierend gewesen. „Du bist im Himmel und auf einmal bricht alles wieder zusammen. Aber so ist der Fußball“, sagte Fassotte.

St. Pölten fühlte sich kurze Zeit wie der Meister. © APA / MAX SLOVENCIK

St. Pölten fühlte sich kurze Zeit wie der Meister. © APA / MAX SLOVENCIK


Selbstkritik durfte beim Saisonresümee nicht fehlen. „Man muss auch erwähnen, dass wir während der ganzen Saison einige Fehler gemacht haben.“ Das wusste auch Kapitänin Jennifer Klein. „Es war eine sehr, sehr harte Saison für uns. Viele neue Spielerinnen, viele Verletzungen, Krankheiten. Wir haben uns trotzdem zurück gekämpft. Im letzten Spiel dann so das Unentschieden zu bekommen, ist Wahnsinn. Das wird ein paar Wochen brauchen, um es zu verarbeiten.“ Dadurch rückte auch eine neuerliche Teilnahme an der Champions League in weite Ferne, muss der Ligazweite doch ab der 2. Quali-Runde über den schwierigen Ligaweg sein Glück versuchen, während die Austria im Meisterweg die besseren Karten hat.

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