
In der aktuellen U19-Mannschaft (Primavera) ist der eine oder andere Spieler drin, dem man beim FCS einiges zutraut. © FCS
Die nächsten FCS-Talente sind schon unterwegs
Der nächste Raphael Kofler ist beim FC Südtirol schon in der Ausbildung. Dieser Satz ist nicht bloß eine Phrase. Die Weiß-Roten arbeiten in der Jugendabteilung mit Hochdruck daran, neue Talente für die Serie B zu entwickeln. Dennoch sagt Direktor Hannes Fink: „Der ganze Jugendsektor muss wachsen.“ Was meint er damit?
10. Oktober 2026

Von:
Christian Staffler
Er war der erste Millionenverkauf in der Geschichte des FC Südtirol. Raphael Kofler ist durch seinen Transfer zu Cagliari im Sommer der teuerste Südtiroler Fußballer aller Zeiten geworden. Doch das muss nicht so bleiben, denn im FCS-Center in Rungg tüfteln Hannes Fink & Co. daran, die weiß-rote Jugendabteilung immer besser zu machen. Erste Erfolge stellen sich schon ein.
So hat der 17-jährige Elias Schrott sein Profidebüt bereits hinter sich. Es hätte zwar kaum unglücklicher verlaufen können (Schrott verursachte in der Nachspielzeit einen Elfmeter), der langfristigen Karriere soll das aber keinen Abbruch tun. „Im ersten Moment hat es ihm schon einen ordentlichen Ruck gegeben. Aber Elias hat sich wieder gefangen“, sagt Fink. Der Meraner Ex-Profi Simon Laner, der Schrott als Berater unterstützt, meint: „Er hat die Kofler-Mentalität. Die ist im italienischen Fußball selten.“ Und Fink betont: „Auch bei Raphi lief es am Anfang nicht immer rund. Es hat Gegenwind von vielen Seiten gegeben.“
Vier 16-Jährige im Profitraining
Schrott hat noch alle Zeit der Welt. In der Serie B gibt es bis dato nur einen einzigen weiteren 2009er, der heuer eingesetzt wurde. Etwas weiter ist Dhirar Brik, der zwei Jahre älter ist. Auf den letzten Metern des Sommer-Transferfensters hat sich Sportdirektor Matteo Lovisa gegen eine Ausleihe des Trentiners entschieden. Der Grund? „Brik ist stark im Kommen. Er hat über den Sommer den nächsten Schritt gemacht. Deshalb haben wir uns für ihn und gegen Jacopo Martini (wurde verliehen; Anm. d. Red.) entschieden. Es würde mich nicht überraschen, wenn Brik schon bald sehr wichtig für die Mannschaft sein wird“, verrät Fink.Exaver Mina – hier im Testspiel mit den Profis gegen Wacker Innsbruck – gilt als hochveranlagter Offensivspieler.
Doch Fink, Lovisa & Co. schauen auch bereits auf die nächste Generation. Seit einiger Zeit trainieren drei Talente des Jahrgangs 2010 mit den FCS-Profis mit. Einer davon ist mit Jannik Leitner ein Freienfelder, der im Sommer aus Cittadella zurück nach Südtirol geholt wurde. Das größte Talent ist aber wohl Exaver Mina, ein kolumbianisch-stämmiger Offensivkünstler, der vor einer Woche im Testspiel gegen Wacker Innsbruck einen Elfmeter herausgeholt hat. „Es gibt nicht viele Serie-B-Vereine, wo das so gehandhabt wird“, sagt Fink. Durch das frühe Einbinden der Talente in die Profi-Strukturen will der FCS den Übergang von der Jugend in den Erwachsenenbereich einfacher gestalten.
„Im ersten Moment hat es ihn durchgeschüttelt, aber er hat sich wieder gefangen.“ Hannes Fink über den 17-jährigen Elias Schrott (im Bild)
Der ehemalige Kapitän des FCS betont, dass der Verein ganz massiv an diesen Weg glaubt. Zudem gibt es Lob für Sportchef Lovisa und Cheftrainer Davide Possanzini. „Wie er mit den Jungs aus der Primavera-Mannschaft umgeht, ist ein einfach top. Sie werden so behandelt, als ob sie schon zum Profi-Kader gehören würden“, so Fink – der schmunzelnd anfügt: „Zu meiner Zeit war das noch etwas anders.“
Der Kader der Primavera-Mannschaft 2026/27. © A. Delvai
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