
Paolo Bravo ist beim FC Südtirol Geschichte: Der Sportdirektor und der Club haben sich getrennt. © Felice Calabro' / Felice Calabro'
Paukenschlag beim FCS: Sportchef Bravo muss gehen
Ein wahrer Paukenschlag beim FC Südtirol: Sportdirektor Paolo Bravo ist künftig nicht mehr für die sportlichen Belange des Vereins zuständig. Damit trennen sich die Wege nach acht gemeinsamen Jahren.
28. Mai 2026
Von: cst
Noch vor wenigen Stunden war unklar, was die Weiterbeschäftigung von Paolo Bravo beim FC Südtirol angeht. Jetzt sorgte der Verein mit einer Pressemitteilung für Klarheit. „Der FC Südtirol teilt mit, sich mit Sportdirektor Paolo Bravo im gegenseitigen Einvernehmen auf die Beendigung der Zusammenarbeit geeinigt zu haben“, heißt es darin. Auch wenn die Wortwahl wohlwollend getroffen wurde, ist klar: Bravo wurde vom Club von seinen Aufgaben entbunden.
Bereits vor den Playout-Duellen gegen Bari gab es Gerüchte, wonach die Zusammenarbeit mit dem Sportdirektor nicht weitergehen könnte. Der FCS wolle einen neuen, moderneren Weg einschlagen. Bravo hingegen arbeitet wie vor Jahren. Großteils ohne Scouting-Tools und Daten, dafür mit einem alten Tastenhandy und viel Gespür. Lange Zeit gingen die Pläne von Bravo auf. 2018 kam er als Nachfolger von Aladino Valoti zum FCS und schaffte mit dem Club den Aufstieg in die Serie B. Auch dort lief es anfangs prächtig, zuletzt mehrte sich aber die Kritik.
FCS-Präsident: „Er hat Spuren hinterlassen“
In der laufenden Saison hat Bravo bei fast allen Transfer danebengegriffen. Heraus kam die schwächste FCS-Saison in der Serie B. Sein Festhalten an Trainer Fabrizio Castori wurde am Ende mit dem Minimalziel, dem Klassenerhalt, belohnt. „Paolo Bravo steht ein wesentlicher Verdienst am historischen Aufstieg sowie an den seither stets erreichten Klassenerhalten zu. Mit seiner Kompetenz, seiner Professionalität und seiner Hingabe hat er beim FC Südtirol bleibende Spuren hinterlassen, von denen der Club auch in Zukunft profitieren wird“, würdigt FCS-Präsident Gerhard Comper den scheidenden Sportdirektor.„Unter seiner sportlichen Leitung hat sich der Verein kontinuierlich weiterentwickelt und zugleich prägende Erfolge gefeiert.“ FCS-Präsident Gerhard Comper
Bravo selbst meint: „Ein besonderer Dank gilt zudem dem gesamten Land Südtirol und allen FCS-Fans für die konstante Unterstützung in den vergangenen acht Jahren. Ich möchte meinen aufrichtigen Dank aussprechen.“
Auch Castori vor dem Abschied
Mit der Ära von Bravo will der FCS neue Wege einschlagen. Kandidaten auf die Stelle des Sportdirektors gibt es bereits. Was sicher scheint, ist, dass neben Bravo auch Fabrizio Castori seine Koffer packen wird müssen. Der 71-jährige Trainer hat zwar noch Vertrag (automatisch verlängert nach dem Klassenerhalt), wird aber wohl nicht weitermachen dürfen. Zumal mit Bravo sein größter Ankerpunkt bei den Weiß-Roten jetzt weg ist.Profil bearbeiten
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